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Mobile Impfteams: Sachsen will Kapazitäten verdoppeln

Sachsen kommt mit dem Impfen kaum hinterher. Der Freistaat will nun mehr Impfstoff ordern, um die große Nachfrage nach Booster-Impfungen zu bedienen.

Von Andrea Schawe
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Ein Mann bekommt von der Mitarbeiterin eines mobilen Impfteams eine Corona-Schutzimpfung verabreicht.
Ein Mann bekommt von der Mitarbeiterin eines mobilen Impfteams eine Corona-Schutzimpfung verabreicht. © Philipp Schulze/dpa (Symbolfoto)

Dresden. Sachsen will angesichts steigender Nachfrage die Impfkapazitäten in den 30 mobilen Teams verdoppeln. Noch in dieser Woche sollen pro Tag dann 6.000 Impfungen möglich sein, kündigte Gesundheitsstaatssekretärin Dagmar Neukirch (SPD) am Dienstag an.

Die zusätzlichen Impfteams sollen in den 13 Landkreisen und kreisfreien Städten eine feste Anlaufstelle bekommen. Anders als etwa Bayern will Sachsen seine Impfzentren aber nicht wieder hochfahren. „Wir bemühen uns derzeit um zusätzlichen Impfstoff“, so Neukirch. Bisher konnten die mobilen Teams des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) rund 3.000 Impfungen gegen das Coronavirus täglich verabreichen.

Die Nachfrage vor allem nach Booster-Impfungen ist groß – sie machen nach Angaben des Gesundheitsministeriums etwa 65 Prozent aus. Rund 91.400 Menschen in Sachsen haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Mit insgesamt 2,2 Prozent hängt der Freistaat aber bundesweit hinterher. Sachsens Impfkommission hatte die dritte Impfung für alle ab 18 Jahre empfohlen, nicht nur für Menschen über 60 oder mit Vorerkrankungen.

Ein Problem sei es, zusätzliches Personal für die Teams zu finden, sagte Neukirch. Um Impfungen zu verabreichen brauche es Ärzte und medizinische Assistenten – die müssten letztendlich wieder aus den Praxen abgezogen werden. Viele Ärzte seien aufgrund steigender Infektionszahlen wieder an der Belastungsgrenze. das DRK habe aber versichert, die Teams im Laufe der Woche aufstocken zu können.

Zu wenige Ärzte, zu wenig Impfstoff

Eigentlich soll aber der Großteil der Corona-Impfungen bei den Hausärzten stattfinden. Die Kassenärztliche Vereinigung hatte dem Gesundheitsministerium bis zu 100.000 Impfungen pro Woche zugesichert. Diese Werte werden aber nach Angaben des Ministeriums bei weitem nicht erreicht: Am Montag haben die Hausärzte 1.850 Erst- und Zweitimpfungen sowie 3.300 Booster-Impfungen durchgeführt. Am 4. November waren es in den Praxen 5.415 Erst- und Zweitimpfungen und 6.192 Booster-Impfungen.

Derzeit impfen etwa 1.000 Hausärzte in Sachsen gegen das Coronavirus und damit deutlich weniger als noch zu Spitzenzeiten. Damals waren es etwa 2.700 Hausärzte. Nur etwa 70 Prozent aller Hausärzte verabreichen Coronaimpfungen. Die Kassenärztliche Vereinigung habe mit einem Schreiben erneut mehr Ärzte aufgefordert, Impfungen durchzuführen.

Ein weiteres Problem ist, dass sich manche Hausärzte nicht an die Empfehlung der sächsischen Impfkommission halten. Sie verteilen Auffrischungsimpfungen nur an Menschen über 60 Jahre, wie es die ständige Impfkommission für ganz Deutschland empfiehlt.

Außerdem fehlt den Praxen Impfstoff. Grund ist, dass sie wegen der 14-Tage-Bestellfrist nicht schnell genug auf die steigende Nachfrage reagieren können. Die Fristen sollen nach den Plänen des Bundes ab Mitte November auf eine Woche verkürzt werden. (mit dpa)