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Mobiler Test-Impfstart in Bannewitz

Sachsens erstes mobiles Test-Impfzentrum wird in Bannewitz aufgestellt. Am Wochenende können sich dort Menschen über 80 gegen Corona impfen lassen.

Der Truck rollt an: Im Sattelauflieger des Lkws, der sich am Bürgerhaus postiert, wird ab Freitag geimpft, das Bürgerhaus dient als Eingang.
Der Truck rollt an: Im Sattelauflieger des Lkws, der sich am Bürgerhaus postiert, wird ab Freitag geimpft, das Bürgerhaus dient als Eingang. © Daniel Schäfer

In Bannewitz ist am Mittwoch das erste sächsische mobile Impfzentrum des DRK als Teststation am Bürgerhaus an der August-Bebel-Straße aufgebaut worden. Wie die Gemeindeverwaltung mitteilt, steht das Impfzentrum am Freitag, Samstag und Sonntag jeweils von 9 Uhr bis 17 Uhr für Menschen über 80 Jahre zur Impfung gegen den Corona-Virus zur Verfügung.

Kai Kranich, Pressesprecher des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Roten Kreuzes, betont aber, dass es sich hierbei nur um einen Testlauf handelt: "Im Moment sind keine weiteren mobilen Impfstationen außer in Bannewitz geplant. Ziel ist es, in kurzer Zeitspanne eine höhe Anzahl an Menschen zu impfen und die Gesundheits-Systeme zu entlasten." Nach Angaben des DRK-Sprechers sei das Konzept mit dem Sächsischen Sozialministerium entstanden. "Wir haben momentan die mobilen Teams, die in Pflegeeinrichtungen gehen und die stationären Impfzentren", sagt Kranich. Für viele Ältere, die sich impfen lassen wollen, seien die Wege zu den festen Impfstationen aber zu weit.

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Um das Ziel zu erreichen, mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, würden die Ergebnisse des mobilen Test-Impfzentrums in Bannewitz in die weiteren Impfstrategie-Pläne der sächsischen Staatsregierung einfließen.

Der Impf-Ablauf

Der Bannewitzer Fachbereichsleiter Heiko Wersig sagt, es stünden bei diesem Testlauf 120 Impfdosen pro Tag zur Verfügung: "Wir haben allen Bannewitzer Senioren über 80 Jahre das Angebot für die kostenlose Corona- Schutzimpfung per Post zugeschickt." Neben dem Anschreiben erhielten die älteren Einwohner auch ein umfangreiches Aufklärungsmerkblatt und eine Einverständniserklärung. Die Bannewitzer Rentner, die sich impfen lassen wollen, können telefonisch bis einschließlich Donnerstag einen Termin vereinbaren.

Das mobile Impfzentrum in Form eines Sattelaufliegers wird als aseptischer Impfraum eingerichtet, das Bürgerhaus dient als Eingangszone, erklärt der Bannewitzer Fachbereichsleiter. Das Vorgespräch führe ein Arzt. Dieser würde auch die Impftauglichkeit der Senioren prüfen, sagt Kranich. Nach der Impfung sei eine Verweildauer von 15 Minuten vorgesehen, wofür der Ratssaal genutzt werde, so Heiko Wersig: "Wir haben genau 750 Menschen über 80, die außerhalb der beiden Altenpflegeheime in Bannewitz und Goppeln wohnen. Wir planen zeitlich aller vier Minuten eine Impfung ein und vergeben so die Termine. Diese Termine stehen ausschließlich dieser Personengruppe zur Verfügung", erklärt Wersig.

Eine zweite Impfung muss genau nach 21 Tagen erfolgen - wieder durch die mobile Impfstation in Bannewitz. Heiko Wersig erklärt: "Das bedeutet, dass jemand, der am Freitag, 19. Februar, 12.04 Uhr, einen Termin hatte damit automatisch für den 12. März, 12.04 Uhr, seine zweite Dosis erhält."

Bei den Impfstoffen, welche in Bannewitz verabreicht werden, handelt es sich um die neuartigen genetisch hergestellten mRNA-Covid-19-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Covid-19-Vaccine von Moderna, das wurde den Senioren schriftlich mitgeteilt.

Nach Angaben des Herstellers sei mRNA (Boten-RNA oder messenger Ribonukleinsäure) die „Bauanleitung“ für jedes einzelne Eiweiß des Körpers und nicht mit der menschlichen Erbinformation – der DNA – zu verwechseln. Die im Impfstoff enthaltene mRNA werde demnach nicht ins menschliche Erbgut eingebaut, sondern im Körper nach einigen Tagen abgebaut. Die nach der Impfung vom Körper gebildeten Spikeproteine würden vom Immunsystem als Fremdeiweiße erkannt und es würden dadurch spezifische Abwehrzellen aktiviert. Somit entstünde die schützende Immunantwort gegen Covid-19.

Aus klinischen Prüfungen wisse man, es ergebe sich ein Impfschutz bei BioNTech/Pfizer sieben Tage und bei Moderna 14 Tage nach der zweiten Impfung. "Nach derzeitigem Kenntnisstand bieten die Covid-19-mRNA-Impfstoffe eine hohe Wirksamkeit von bis zu 95 Prozent", heißt es im Beipackzettel, welcher den Senioren zugeschickt wurde.

Die Standortauswahl

Die Gemeinde Bannewitz hatte sich um das Impfzentrum beworben, teilt Heiko Wersig mit: "Vor 14 Tagen gab es eine Videokonferenz zwischen dem DRK-Landesverband Sachsen, dem Sächsischen Städte- und Gemeindetag und allen Städten und Gemeinden zur neuen mobilen Impfstrategie. Im Ergebnis dessen haben wir uns beworben."

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Hintergrund für diesen Schritt sei die Überlegung gewesen, den Bannewitzer Senioren den Weg in das Impfzentrum nach Pirna-Jessen zu ersparen. Nun können sich alle, die es wollen, bequem in ihrem Wohnort impfen lassen.

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