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Corona: "Wir fahren zum Impfen nur in Pflegeheime"

Im Landkreis koordiniert das Impfzentrum in Pirna auch mobile Impfteams. Diese könnten noch mehr tun, wenn es mehr Impfstoff gäbe.

Carsten Herde von den Johannitern ist für die mobilen Impfteams im Landkreis zuständig.
Carsten Herde von den Johannitern ist für die mobilen Impfteams im Landkreis zuständig. © Daniel Schäfer

Noch ist die Anzahl der Impfdosen zur Immunisierung gegen das Coronavirus gering. Dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge stehen täglich 180 Dosen zur Verfügung. Die müssen sich auch noch das Impfzentrum in Pirna-Jessen und das mobile Impfteam teilen.

Letzteres wird von den Johannitern gestellt. Wie das mobile Impfteam arbeitet und wer es anfordern kann, darüber sprach Sächsische.de mit Carsten Herde, Regionalvorstand der Johanniter.

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Herr Herde, fährt das mobile Impfteam derzeit ausschließlich Pflegeheime an oder sind auch Einrichtungen wie etwa Betreutes Wohnen oder gar Privatwohnungen mit dabei?

Zurzeit fahren wir ausschließlich Pflegeheime an.

Wie viele Impfdosen stehen dem mobilen Impfteam denn jetzt im Schnitt täglich zur Verfügung?

Das ist pro Tag und Pflegeheim unterschiedlich. Die Spanne reicht von 60 bis 230 Dosen. Welche Einrichtung angefahren wird, läuft über die Koordinierung des Impfzentrums, das in Pirna-Jessen vom DRK geleitet wird.

Derzeit ist nur ein Impfteam im Landkreis im Einsatz. Wann rechnen Sie damit, dass weitere Impfteams eingesetzt werden können?

Wir könnten schnell auf fünf Teams im Landkreis aufstocken. Das liegt allerdings im Ermessen des Führungs- und Lagezentrums des Freistaates und der Impfzentren. Dazu muss aber erst mehr Impfstoff zur Verfügung stehen.

Wo können Pflegeheime Bedarf an mobilem Impfen anmelden?

Das muss an die jeweiligen Impfzentren und dort Verantwortlichen gehen. Für die Logistik ist das DRK zuständig. Den Einsatz der erforderlichen Ärzte organisiert die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS).

Mit Kühlbehältern transportieren André Schwitalle, Jonas Schubert und Mathias Kramer (v.l.) den Corona-Impfstoff. Die drei gehören zum mobilen Impfteam im Landkreis.
Mit Kühlbehältern transportieren André Schwitalle, Jonas Schubert und Mathias Kramer (v.l.) den Corona-Impfstoff. Die drei gehören zum mobilen Impfteam im Landkreis. © Daniel Schäfer

Es wird derzeit mehr Impfstoff nachgefragt, als produziert werden kann. Gilt das für das mobile Impfteam genauso wie für die Impfzentren und wie gewährleisten Sie, dass nichts von diesem raren Gut ungenutzt bleibt?

Das wird schon bei der Planung der Termine organisiert. Vorsorglich werden dann benachbarte Einrichtungen wie Feuerwehr oder mobile Pflegedienste angesprochen, um alle Impfdosen gleich vor Ort zu verimpfen. Es kann ja immer mal sein, dass jemand doch nicht geimpft werden kann, der eigentlich eingeplant war. Der aufgetaute Impfstoff von Biontech und Pfizer ist aber bei Raumtemperatur maximal zwei Stunden haltbar, verdünnt maximal sechs Stunden. Das Impfteam gibt eine Rückmeldung an das Impfzentrum. Die Kollegen rufen dann die vorgesehenen Personen zum mobilen Impfteam. Das war zwar selten, hat aber immer geklappt. Um das noch einmal klar zu sagen: Weggeschmissen wird nichts.

Muss bei ihren Impfteams immer zwingend ein Arzt dabei sein?

Ja. Die Ärzte kommen mit einer Medizinischen Fachangestellten zur Einrichtung, unabhängig von unseren Impfteams. Das organisiert die KVS.

Können Sie einschätzen, ob die Impfbereitschaft in Pflegeheimen groß ist und ob es dabei Unterschiede zwischen Bewohnern und Beschäftigten gibt?

In den Pflegeheimen, wo wir bisher im Einsatz waren, war die Impfbereitschaft sowohl bei den Bewohnern als auch bei den Beschäftigten groß.

Ist beim mobilen Impfen nach dem gleichen Schema vorzugehen wie in den Impfzentren?

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