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Modelleisenbahner in Nöten

Die Weihnachtszeit ist für die Dippoldiswalder Modellbahner eigentlich die wichtigste Zeit im Jahr. Dieses Jahr haben sie bisher unbekannte Probleme.

Der Blick auf die Vereinsanlage der Dippser Modelleisenbahner bleibt Besuchern dieses Jahr verwehrt.
Der Blick auf die Vereinsanlage der Dippser Modelleisenbahner bleibt Besuchern dieses Jahr verwehrt. © Modelleisenbahnverein/Widra

Traditionell gehörte die Zeit um Weihnachten den Modelleisenbahnern. Vor den Feiertagen zeigten sie auf Ausstellungen, was sie das Jahr über so gebastelt haben. Und nach Heiligabend konnten sie ausprobieren, was sie Neues für ihr Hobby bekommen hatten. In Dippoldiswalde gehörte eine Modelleisenbahnausstellung seit Jahren zum Programm des dortigen Weihnachtsmarktes. „Eigentlich haben wir die gesamte Zeit von Oktober bis März genutzt, für Modellbahnausstellungen, Messen oder ähnliche Veranstaltungen“, sagt Roland Widra, Vorsitzender des Modelleisenbahnclubs Dippoldiswalde. Neben den eigenen Ausstellungen in den Vereinsräumen in der „Alten Feuerwehr“ in Dipps waren diesen Winter auch die Teilnahme an Modellbahnausstellungen in Berlin, Limbach-Oberfrohna, Wilsdruff und am Flughafen in Dresden geplant.

Die Haupteinnahmequelle versiegt

Diese Planungen sind wegen der Corona-Pandemie jedoch alle hinfällig. Das bringt den Dippser Verein in Nöte. „Zum einen fehlen die Eintrittsgelder. Die sind für unseren ehrenamtlichen Verein die Haupteinnahmequelle zur Finanzierung der Miete und der Nebenkosten“, erklärt Widra. Die Räume im ehemaligen Feuerwehrhaus hat der Verein gemietet. Diese Kosten laufen weiter.

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Der Höhepunkt des Jahres fehlt

„Zum anderen fehlt auch der Höhepunkt unserer jährlichen Arbeit“, sagt Widra. Mit den aktuellen Einschränkungen sei selbst die alltägliche Vereinsarbeit nicht mehr möglich. Und ein besonderer Höhepunkt, der eigentlich anstand, muss zumindest verschoben werden. Eigentlich hätten die Modellbahnfreunde in diesem Jahr das 50-jährige Bestehen feiern wollen. Sie hatten schon mit der Planung für dieses Jubiläum begonnen. Nun überlegen sie, wie sie das Jubiläum im nächsten Jahr nachholen können.

Dennoch bleiben die Vereinsmitglieder aktiv. Individuell bauen sie an verschiedenen Anlagen, die neu entstehen. An der großen Vereinsanlage warten sie die Fahrzeuge und basteln an Details. Zusatzbeleuchtungen für die Anlagen werden entwickelt. Auch Diskussionen über neue Projekte laufen. Denn die Modelleisenbahner wollen, sobald das geht, ihr Hobby auch wieder öffentlich vorstellen und dann Neues präsentieren.

Ausstellung lockte einst über 5.000 Besucher

Gegründet wurde die Arbeitsgruppe, wie sie damals hieß, von sieben Dippser Modelleisenbahnern. Damals lief das Hobby unter der Regie der Reichsbahn. Diese stellte einen Raum in einem Anbau am Dippser Bahnhof zur Verfügung. In dem Rahmen bekam man Informationen und erhielt vor allem die begehrte Zeitschrift des Modelleisenbahnverbands. Und weil die Dippser Testanlagen für Eisenbahngeschäfte gebaut haben, kamen sie zu DDR-Zeiten auch an rares Material.

Erste Ausstellungen haben sie schon in den 1970er-Jahren organisiert und 1983 beispielsweise zum Jubiläum „100 Jahre Weißeritztalbahn“. 1989 hatten sie ihre Anlagen in den Winterferien in der Turnhalle der Oberschule Dippoldiswalde aufgebaut, erinnert sich Widra. „Damals kamen über 5.000 Besucher“, sagt er.

1990 hat sich die Gruppe als Verein neu gegründet, war zwischenzeitlich in verschiedenen Räumen untergebracht, ehe sie die heutigen Räume in der Alten Feuerwehr am Niedertorplatz bezogen hat. Dort treffen sich die 14 Mitglieder und zwei Jugendlichen in normalen Zeiten jeden Mittwoch ab 17 Uhr.

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