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Tritte gegen Demoteilnehmer: Polizei bestätigt Tatort

Am 27. Dezember sollen Polizeibeamte in Bautzen Teilnehmer von Corona-Protesten getreten haben. Was die Ermittlungen bisher ergeben haben.

Von David Berndt
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Am 27. Dezember 2021 kam es in Bautzen bei den Corona-Protesten zu teils schweren Ausschreitungen. Die Polizei ermittelt aber auch gegen eigene Beamte wegen des Verdachts auf Körperverletzung im Amt.
Am 27. Dezember 2021 kam es in Bautzen bei den Corona-Protesten zu teils schweren Ausschreitungen. Die Polizei ermittelt aber auch gegen eigene Beamte wegen des Verdachts auf Körperverletzung im Amt. © Bernd März/B&S/dpa

Bautzen. Die mutmaßliche Körperverletzung im Amt durch Polizisten, wegen der die Polizeidirektion Görlitz ermittelt, hat sich am 27. Dezember in Bautzen ereignet. Das bestätigte jetzt eine Polizeisprecherin auf Anfrage von Sächsische.de.

Nach dem Polizeieinsatz bei den Corona-Protesten am 27. Dezember in Bautzen war ein Video aufgetaucht. Auf diesem ist zu sehen, wie ein Polizist einem Versammlungsteilnehmer im Gehen in den Rücken tritt. Ein weiterer Beamter versucht, einen anderen Teilnehmer von vorn zu treten.

„Nach derzeitigem Erkenntnisstand handelt es sich bei dem Tatort um Bautzen“, erklärt Anja Leuschner von der Polizeidirektion Görlitz. Auch die Abteilung der entsprechenden Polizeieinheit sei ermittelt, werde aber noch nicht genannt.

Die Ermittlungen zu den betroffenen Beamten dauern laut der Sprecherin noch an. „Dienstrechtliche und strafrechtliche Konsequenzen können noch nicht abgeschätzt werden.“ Die Justiz werde eine Entscheidung nach Würdigung sämtlicher Umstände treffen.

Zudem werde geprüft, was zuvor geschehen ist. Das heißt, ob es eine vorherige Gegenbewegung oder einen Angriff in Richtung der Polizeibeamten gegeben habe, „da dies bezüglich einer eventuellen strafrechtlichen Würdigung von Relevanz sein könnte“, fügt Anja Leuschner hinzu.

Polizeisprecher Kai Siebenäuger hatte nach Bekanntwerden des Videos Ende Dezember erklärt, dass so ein Verhalten nicht den Leitlinien der Polizeiarbeit entspreche. „Selbst wenn Straftaten vorausgegangen sein sollten, ist das inakzeptabel.“ Der Vorfall habe sich möglicherweise an der Wallstraße ereignet, hieß es damals. An dem Tag waren laut Pressemitteilung der Polizei Beamte der Polizeidirektion Görlitz, der sächsischen Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei im Einsatz.

Die Polizei hatte daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Körperverletzung im Amt eingeleitet. Bei den Protesten am 27. Dezember war es auch zu schweren Ausschreitungen gekommen, bei denen zwölf Polizeibeamte verletzt und zwölf Einsatzfahrzeuge beschädigt wurden.

Am vergangenen Montag kam es in Bautzen erneut zu Angriffen auf Polizisten. Teilnehmer unerlaubter Aufzüge bewarfen Beamte unter anderem mit Flaschen und Pflastersteinen.