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Sachsen: Nachfrage nach Impfterminen schwindet

Im Frühjahr waren neue Termine in Sachsens Zentren binnen weniger Stunden vergeben. Inzwischen lässt der Ansturm aber deutlich nach.

Nach dem großen Run auf das Terminbuchungsportal des DRK im Frühjahr können sich Impfwillige inzwischen bei der Auswahl etwas mehr Zeit lassen.
Nach dem großen Run auf das Terminbuchungsportal des DRK im Frühjahr können sich Impfwillige inzwischen bei der Auswahl etwas mehr Zeit lassen. © René Meinig

Dresden. Der große Run auf die Impfzentren scheint nachzulassen. Während im Frühjahr neue Impftermine in den Zentren innerhalb kürzester Zeit ausgebucht waren, blieben am Dienstag zunächst Tausende neuer Termine noch Stunden nach der Freischaltung offen. Laut der Plattform Countee sind insbesondere Impftermine an Wochenenden weniger nachgefragt.

45,5 Prozent der Sachsen haben inzwischen eine erste Impfung erhalten. 31,4 Prozent sind vollständig geimpft. Im bundesweiten Vergleich hinkt der Freistaat nicht nur bei den Erstimpfungen hinterher. Auch bei der Quote der Zweitimpfungen hat das Tempo nachgelassen. Vorige Woche teilte das DRK mit, dass rund 7.000 vereinbarte Termine nicht wahrgenommen wurden, die Hälfte davon ohne Absage. Die eingeplanten Dosen stünden für andere Termine zur Verfügung, teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage mit. Es bleibe kein Impfstoff übrig oder werde vernichtet, sagte eine Sprecherin.

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Die wachsende Gleichgültigkeit gegenüber dem Zweittermin scheint kein sächsisches Phänomen zu sein. In Mecklenburg-Vorpommern versäumen bis zu 40 Prozent der Angemeldeten ihren Termin. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) führt die niedrigere Impfquote in Sachsen zum Teil auf Meldelücken zurück. In der Anfangszeit, als Sachsen sich auf das Impfen von Krankenhaus-Mitarbeitern konzentriert und Modellprojekte bei den Hausärzten initiiert habe, seien viele Impfungen nicht an das Robert-Koch-Institut gemeldet worden.

Astrazeneca-Skepsis dämpft Impftempo

Die Skepsis gegenüber dem Impfstoff von Astrazeneca könnte ein weiterer Grund für die nachlassende Dynamik sein, sagte sie. 73 Prozent der Sachsen hätten laut einer Studie der TU Dresden ihre Impfbereitschaft bekundet. Insofern liege es auf der Hand, dass bei derzeit immerhin schon 45 Prozent Erst-Geimpften der Druck auf die Zentren nicht mehr ganz so groß sei wie am Anfang, sagte die Ministerin. Möglicherweise sind auch die derzeit niedrigen Infektionszahlen ein Grund für das abflauende Interesse. Am Dienstag betrug der Inzidenzwert in Sachsen 5,2. In allen Landkreisen und kreisfreien Städten lag die Sieben-Tage-Inzidenz unter 10.

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