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Neue Corona-Regeln: Döbelner Gastwirte noch entspannt

In vielen Gaststätten läuft es trotz befürchteter Beschränkungen derzeit rund. Aber es werden auch Veranstaltungen abgesagt.

Lisa-Marie Möbius lässt fürs Foto an der Theke im WelWel Döbeln ein Bier ein. Das Restaurant ist derzeit wie viele andere in der Region gut ausgebucht.
Lisa-Marie Möbius lässt fürs Foto an der Theke im WelWel Döbeln ein Bier ein. Das Restaurant ist derzeit wie viele andere in der Region gut ausgebucht. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. So langsam steigen die Corona-Fallzahlen wieder. In Mittelsachsen liegt der Inzidenzwert derzeit bei 10,2.

Doch die Inzidenz soll in der neuen sächsischen Corona-Schutzverordnung nicht mehr die große Rolle spielen. Vielmehr soll die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern stärker berücksichtigt werden (Sächsische.de berichtete).

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Hat dieser eine bestimmte Höhe erreicht – im Entwurf ist von 1.300 Betten auf Normalstationen oder 420 Intensivbetten, die mit Covid-19-Patienten belegt sind, die Rede – wird Ungeimpften und Nicht-Genesenen der Zutritt zu bestimmten Bereichen verwehrt. So würde unter anderem für den Zugang zur Innengastronomie die Vorlage eines Testnachweises nicht ausreichen. Doch wie beurteilen Gastronomen und Veranstalter in der Region die Lage?

WelWel fühlt sich vorbereitet

Mit der Entwicklung seit der Wiederöffnung ist Thorsten Hartwig, Geschäftsführer des Welcome Wellness Sport- und Freizeitzentrums in Döbeln, zufrieden. „Viele Leute haben ihre Feiern nachgeholt, deshalb sind wir derzeit nicht schlechter gebucht als vor der Corona-Zeit“, sagt Hartwig. So sei das WelWel für den Schulanfang ausgebucht. Auch für größere Veranstaltungen wie zuletzt den Abiball sieht Hartwig sein Team gerüstet. „Sollte es erforderlich sein, können wir die Gäste auch vor Ort auf das Coronavirus testen“, so der Geschäftsführer. Ansonsten könne man jederzeit auf vorbereitete Hygienekonzepte zurückgreifen.

Bürgergarten hält den Ball flach

Lars Lemke vom Döbelner Bürgergarten zeigt sich mit der derzeitigen Situation zufrieden. „Für den Schulanfang sind wir ausgebucht“, sagt der Geschäftsführer. Er hofft darauf, dass die Politik maßvolle Entscheidungen trifft. „Wir sollten den Ball flach halten“, sagte Lemke. Mit den entsprechenden Konzepten lasse sich alles bewältigen.

Sonnenhof sieht Lage entspannt

Der „Sonnenhof Ossig“ ist mit seinem Außengelände für Schulanfangsfeiern eine beliebte Adresse. „Wir sind für das Schulanfangswochenende ausgebucht. Nicht nur in der Gaststätte, sondern auch beim Catering-Service. Bislang deuten sich keine Absagen an“, sagt der Chef des Unternehmens, Markus Weinert. „Noch wissen wir ja gar nicht genau, was überhaupt passiert und wie die Regelungen aussehen werden.“ So lange nichts feststehe, sehe er die Lage entspannt.

Ähnlich sieht dies Kathrin Kreyser-Zeuner, Inhaberin der Waldheimer Ratskellers. „Wir sind gut ausgebucht. Absagen gibt es nicht“, sagt Kreyser-Zeuner. Sie habe den Eindruck gewonnen, dass die Menschen etwas gelassener auf die Corona-Entwicklung reagieren.

In Westewitz hagelt es Absagen

Rund um den Schulanfang hatte Michael Horn von der „Muldentalklause“ in Westewitz Feiern für 140 Personen angenommen. „Doch daraus sind letztendlich 40 Personen geworden. Die Leute haben ihre Absagen auch damit begründet, dass die Corona-Bestimmungen wieder verschärft werden könnten“, sagt Horn. Generell habe er festgestellt, dass Familienfeiern rückläufig seien. Zu 90 Prozent würden die Leute den Außenbereich buchen.

Wachbergturmfest fällt aus

Angesichts der steigenden Inzidenzwerte hat der Verschönerungsverein Waldheim seine für den 5. September geplante Festveranstaltung am Wachbergturm abgesagt. Wie Karl Schuster vom Verschönerungsverein sagte, sei die Entscheidung in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Anfang dieser Woche gefallen. Der Wachbergturm wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. Aus diesem Grund sollte es eine Festveranstaltung mit Musik, Verpflegung und der Aufführung des Märchens „Rapunzel“ durch die Waldheimer Förderschüler geben.

„Wegen der zahlreichen Auflagen ist die Durchführung des Festes nicht möglich“, so Karl Schuster. Ein Hygienekonzept würde rund 400 Euro kosten. „Für Musiker und die kleinen Schauspieler müssten Toiletten und Waschgelegenheiten bereitgestellt werden. Eine Security müsste den Einlass kontrollieren und das gesamte Areal mit einem Bauzaun abgetrennt werden, um die Personenzahlen zu kontrollieren“, zählt Karl Schuster einige Beispiele auf.

Außerdem habe man den Besuchern nicht zumuten wollen, mit Masken den Turm hinauf zu steigen. „Eine abgespeckte oder interne Veranstaltung wollen wir alle nicht.“

Obwohl die Mitglieder des Verschönerungsvereins die Absage sehr bedauern, blicken sie optimistisch ins nächste Jahr. „Wir versuchen, das Jubiläum dann nachzuholen“, sagt Karl Schuster.

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Er würde sich freuen, wenn auch dann die vielen Unterstützer wieder zur Stange halten. Dazu gehören neben der Feuerwehr Schönberg, die die Gulaschkanone stellen wollte, und der Waldheimer Feuerwehr mit ihrem Getränkewagen auch die Schüler der Förderschule, Biggi Baier, der sich um die Ton-Technik kümmert und viele weitere Helfer. „Die haben am vergangenen Wochenende noch einmal das Gelände rund um den Turm in Schuss gebracht“, so Schuster.

Miskus passt Konzepte an

Beim Mittelsächsischen Kultursommer als Großveranstalter sieht man der kommenden Corona-Verordnung gelassen entgegen. „Wir reagieren erst, wenn wir die Regelungen schriftlich vorliegen haben“, sagt Miskus-Geschäftsführer Jörn Hänsel. Die Erfahrungen der letzten zwei Jahre hätten gezeigt, dass sich von den ersten Äußerungen der Regierung bis zur tatsächlichen Verordnung noch zahlreiche Veränderungen ergeben können.

„Das warten wir erst einmal ab“, so Hänsel. Ohnehin sei der Miskus in Bezug auf die Hygienekonzepte gut aufgestellt. „Wir haben unsere Veranstaltungskonzepte entsprechend angepasst und fahren damit bisher sehr gut.“

Beim Miskus stehen bis Ende September noch einige größere Veranstaltungen im Plan, unter anderem „Big Helga“ – eine Hommage auf Helga Hahnemann – am 29. August im „Wilden Mann“ Ostrau oder „Der Supervulkan – Eine musikalische Erdgeschichte“ am 12. September in der Hartharena.

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