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Sachsen

Neue Corona-Regeln spalten Sachsen

Zu streng, zu locker, genau richtig? Die Sachsen sind sich uneins. Bei der Frage, ob die Lockerungen den Kampf gegen das Virus gefährden, zeigt sich Ähnliches.

Ab Montag dürfen Gartenmärkte in Sachsen wieder öffnen.
Ab Montag dürfen Gartenmärkte in Sachsen wieder öffnen. © dpa

Ab Montag dürfen Buchhandel, Blumenläden, Garten- und Baumärkte wieder öffnen – mit Hygienekonzepten und einer Kundenbeschränkung je nach Ladengröße. Außerdem darf der Einzelhandel Shopping mit Termin (Click & Meet) anbieten. Das sind die ersten Lockerungen in Sachsen nach der Bund-Länder-Konferenz in der vergangenen Woche. Zudem hat die Landesregierung die weitere Öffnung der Schulen und einen umfangreichen Öffnungsplan, zum Beispiel für Zoos, Museen und die Außengastronomie, beschlossen.

Diese neuen Corona-Regeln, die nun bis Ende März gültig sind, spalten die Sachsen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage, die sächsische.de gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey gestartet hat.

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Demnach halten viele Sachsen (43,5 Prozent) die beschlossenen Maßnahmen für zu streng. Sie hätten sich vermutlich ein sofortiges Ende des Lockdowns gewünscht. Andererseits finden 31,5 Prozent der Sachsen, dass die Maßnahmen zu locker sind. 21,2 Prozent halten sie für genau richtig. 3,8 Prozent sind bei der Frage unentschieden.

Einige Wissenschaftler und Politiker fürchten nun, dass Deutschland angesichts der beschlossenen Lockerungen und der vielfach noch nicht vorhandenen Corona-Schnelltests eine dritte Infektionswelle bevorsteht. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach prognostiziert: "Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass mit diesem Beschluss die 3. Welle langsam anläuft. Es kann sogar sein, dass das Terminshopping und Außengastro kurz anläuft. Aber spätestens Anfang April liegt die Inzidenz über 100 und das Intermezzo ist beendet." Forscher machen sich Sorgen, weil bereits in den vergangenen Wochen die Zahl privater Treffen stark zugenommen hat.

Wir wollten deshalb in einer zweiten Umfrage wissen, ob die Sachsen der Meinung sind, dass die beschlossenen Lockerungen den Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland gefährden.

Das Ergebnis: Auch hier setzt sich das differenzierte Bild auf die beschlossenen Maßnahmen fort. 49 Prozent der Sachsen meinen, dass die beschlossenen Lockerungen keine Gefahr darstellen. 40,8 Prozent hingegen sind gegenteiliger Meinung und fürchten nun, dass die Infektionszahlen wieder ansteigen. 10,2 Prozent sind bei der Frage unentschieden.

An der erstgenannten Umfrage wurde bisher bundesweit 5.064 Mal teilgenommen. Die Stichprobe für die Sachsen-Zahlen besteht aus 328 Personen. An der zweiten Umfrage haben bundesweit 5.120 Menschen teilgenommen. Die Stichprobe für die Sachsen-Zahlen besteht aus 332 Personen. Wie Umfragen mit Civey funktionieren, wird in diesem Artikel (mit Video) erklärt.

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