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Neue Corona-Regeln an Dresdner Schulen

Rund 70 Einrichtungen sind von Infektionen betroffen. Wie kleinere und strikt getrennte Gruppen die weitere Ausbreitung des Virus verringern sollen.

Am Bertolt-Brecht-Gymnasium in der Johannstadt gab es zwei Corona-Infizierte unter den Schülern. Nun werden die Regelungen im Schulalltag auch hier verschärft.
Am Bertolt-Brecht-Gymnasium in der Johannstadt gab es zwei Corona-Infizierte unter den Schülern. Nun werden die Regelungen im Schulalltag auch hier verschärft. © Sven Ellger

Dresden. Bereits in der vergangenen Woche deutete es sich an: Schulen dürfen zwar weiterhin offen bleiben, angesichts des Infektionsgeschehens mit dem Coronavirus werden die Regelungen im Schulalltag aber verschärft.

Seit Mittwoch gilt eine Maskenpflicht für alle, die sich auch vor dem Schulgelände aufhalten. Eltern, die ihre Kinder also zur Schule bringen oder abholen, müssen dort nun einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Ab diesem Dienstag ändert sich mit der neuen Corona-Schutzverordnung des Freistaates aber auch einiges mehr in den Dresdner Schulhäusern. Die SZ hat nachgefragt.

Neue Corona-Fälle an den großen Gymnasien

Mit der neuen Corona-Schutz-Verordnung gilt in Gebieten ab einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und pro Woche auch die Maskenpflicht im Unterricht ab Klasse 7 in allen Schularten. Das bestätigt Roman Schulz, Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung (Lasub). "Es soll dann auch der Unterricht im Wechsel zwischen Zuhause und in der Schule stattfinden. Wie das die Schulen regeln, also ob Woche/Woche oder zwei Tage/drei Tage können die Schulleiter individuell entscheiden", so Schulz. Das gilt aber nicht für die Abschlussklassen an den jeweiligen Schulen, also die 9., 10. und 12. Klasse.

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Am Bertold-Brecht-Gymnasium gab es auch Coronafälle. Um die Schüler und Lehrer zu schützen, wird dort nun laut eines Elternbriefes der Schulleitung der Profilunterricht in den Klassenstufen 8 bis 10 ausgesetzt und im Unterricht mit gemischten Klassen wie Ethik und Religion müssen die Schüler eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Der Projektunterricht, der für die Woche vor den Weihnachtsferien geplant war, wurde abgesagt.

In der Pausenhalle gilt ab sofort die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und in der Mensa dürfen an einem Tisch nur Schüler essen, die der gleichen Klasse angehören. Unabhängig von diesen Entscheidungen gilt seit vergangenem Mittwoch in Sachsen eine Maskenpflicht auch vor dem Schulgelände. Alle anderen Maßnahmen für November gelten weiter, ebenso die Hinweise zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung und zum Lüften.

Oberschulklassen kehren an Schulen zurück

Bereits in den vergangenen Wochen hatten Corona-Infektionen drastische Auswirkungen an den Dresdner Oberschulen. Zum Teil waren Hunderte Schüler in Quarantäne und mussten ihren Unterrichtsstoff über das digitale Programm Lernsax erarbeiten. 20 infizierte Schüler, sechs infizierte Lehrer - das ist die Bilanz der 145. Oberschule in Pieschen. Seit diesem Montag sind sieben der elf Klassen aus der Quarantäne zurück im Schulhaus, die vier restlichen Klassen folgen am Mittwoch.

Schulleiterin Anne Leitner hatte gemeinsam mit dem Gesundheitsamt beschlossen, dass nicht nur einzelne Kontaktgruppen in Quarantäne geschickt werden, sondern jeweils die gesamte Klasse.

Mit etlichen Corona-Fällen hatte es auch Ulrich Simon, Leiter der 64. Oberschule in Laubegast, zu tun. Weit über 100 Schüler und auch Lehrer waren hier zuletzt in Quarantäne und mussten daheim arbeiten. Sie sind inzwischen wieder alle zurück im Schulhaus. Bislang laufe der Unterricht wie geplant, ein Wechselmodell gebe es noch nicht. "Wir halten uns da an die Vorgaben des Kultusministeriums", sagt Simon und verweist auf strengere Regelungen ab einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche.

Grundschulen setzen auf Klassenleiterunterricht

Wenige Lehrer unterrichten feste Klassen - das ist der Weg, den viele Grundschulen nun wieder einschlagen. Um den kleineren Schülern die Maskenpflicht zumindest im Klassenzimmer zu ersparen, dürfen sich die unterschiedlichen Gruppen nicht begegnen, weder im Schulhaus noch auf dem Hof. Das bedeutet: Wie schon im Frühjahr und Sommer hat jede Klasse ihren eigenen Bereich auf dem Hof, die Kinder müssen getrennt voneinander spielen, die Zeit draußen an der frischen Luft verkürzt sich dadurch.

Die 103. Grundschule in der Neustadt setzt wieder auf gestaffelte Anfangszeiten des Unterrichts. So hat jede der vier Klassenstufen ein eigenes Zeitfenster, in dem die Kinder in der Schule ankommen. So sollen sie sich untereinander möglichst wenig begegnen. Hier setzt die Schulleitung außerdem auf das Klassenleiterprinzip. Der Klassenlehrer oder die Klassenlehrerin sollen möglichst viele Fächer wie Deutsch, Mathe und Sachkunde abdecken. "Wir wollen möglichst an den Grundschulen und Förderschulen den ganzen Fächerkanon abdecken, die Klassenleiter sollen also auch etwa Sport und Werken mit unterrichten", so Lasub-Sprecher Roman Schulz.

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