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Neue Corona-Mutation in Dresden nachgewiesen

Bei genaueren Untersuchungen in Dresden ist mindestens eine ansteckendere Coronavirus-Variante entdeckt worden. Enge Kontaktpersonen wurden isoliert.

Mutierte Coronaviren sind in Dresden festgestellt worden.
Mutierte Coronaviren sind in Dresden festgestellt worden. © Daniel Cole/dpa/AP

Dresden. Bereits im Dezember hatte ein Reiserückkehrer die britische Coronavirus-Mutation mit nach Dresden gebracht. Nun sind weitere Dresdner mit mindestens einer Virusvariante infiziert.

Wie das Gesundheitsamt am Mittwoch auf SZ-Anfrage mitteilt, handelt es sich um zwei weitere bestätigte Fälle. Alle engen Kontaktpersonen seien bereits ermittelt worden. Sie und die beiden Infizierten befinden sich in Quarantäne.

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Ordnungsamt besucht Reiserückkehrer

Zu wie vielen Menschen sie in Dresden Kontakt hatten, um welche Virusvarianten es sich genau handelt, und ob sich die Infizierten innerhalb Dresdens oder im Ausland ansteckten, will das Gesundheitsamt nicht mitteilen. Nur so viel: Die südafrikanische Variante sei in Dresden bisher nicht festgestellt worden. Bleiben die britische, die brasilianische und die kalifornische Mutation (Westküsten-Mutation) übrig.

Zum Schutze der Personen würden weitere Informationen nicht veröffentlicht, so Amtsleiter Frank Bauer. Sofern weitere Mutationen in der sächsischen Landeshauptstadt festgestellt werden, würden diese Fälle aber mit höchster Priorität bearbeitet.

Wie verbreitet die neuen Varianten in Dresden bereits sein könnten, ist unklar. Denn nicht bei jedem positiven Testergebnis wird standardmäßig eine sogenannte Sequenzierung durchgeführt, mit der sich Coronaviren anhand ihres Bauplanes unterscheiden lassen.

Um ein umfassenderes Bild zu erhalten, hat das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium alle Labore in Deutschland verpflichtet, fünf Prozent der positiven Corona-Nachweise sequenzieren zu lassen. Am Beispiel der in den vergangenen sieben Tagen 434 gemeldeten Corona-Fälle wären das 22 Proben, die sich die Labore genauer anschauen.

Mutationen auch in Plauen, Bad Muskau und Leipzig

Bereits am Montag waren sieben Infektionsfälle mit der britischen Mutation im vogtländischen Plauen gemeldet worden. Virusvarianten sind ebenfalls in Leipzig sowie im Landkreis Görlitz aufgetaucht, darunter die südafrikanische. Von insgesamt zwölf bestätigten Fällen sprach Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag. "Wir müssen genau darauf achten, wie sich die Mutationen ausbreiten und auswirken." Die Entwicklungen seien aber besorgniserregend, auch im Hinblick auf das Nachbarland Tschechien. Da nicht klar sei, wie sehr sich die Mutationen weiter ausbreiten werden, wollte Köpping am Dienstag auch keine Versprechungen machen, ob die Kitas und Schulen ab Mitte Februar tatsächlich wieder geöffnet werden.

Die Mutanten gelten als deutlich ansteckender als die aktuell dominante Form. Darüber hinaus gibt es Anhaltspunkte, dass die britische Variante auch tödlicher sein könnte.

Man sei auf die neuen Virusvarianten vorbereitet, betont das Gesundheitsamt. Reiserückkehrer aus Großbritannien und Südafrika würden genau beobachtet. Ordnungsamt-Teams suchten diese Rückkehrer verstärkt zu Hause auf, um sich von der Einhaltung der Quarantäne zu überzeugen.

Bei Missachtung könne ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro fällig werden. Das Ziel ist klar: Keinesfalls darf sich das mutierte Virus in der Stadt ausbreiten.

Verschärfte Einreiseregeln aus Hoch-Risikogebieten

Seit Ende Januar gelten bereits strenge Einreiseregeln: Deutsche, die aus Südafrika, Großbritannien, Brasilien, Portugal oder Irland zurück nach Deutschland möchten, müssen sich vorab bei den deutschen Behörden anmelden.

Außerdem sind sie grundsätzlich zur Quarantäne verpflichtet und müssen den Nachweis eines negativen Coronatests dabei haben. Nicht deutsche Staatsangehörige aus den genannten Ländern dürfen Deutschland nicht betreten. Für sie gilt ein Beförderungs- und Einreiseverbot - zunächst bis zum 17. Februar.

In Sachsen gelten seit Januar außerdem strengere Quarantäneregeln für enge Kontaktpersonen von Infizierten, die sich mit der britischen, südafrikanischen oder brasilianischen Variante angesteckt haben. Demnach darf die Quarantäne nicht nach zehn Tagen abgebrochen werden, wenn ein Corona-Test negativ ausfällt, so das Gesundheitsamt.

Enge Kontaktpersonen müssen - ebenso wie Mitglieder desselben Haushalts - 14 Tage zu Hause bleiben. Infizierte selbst müssen mindestens zehn Tage isoliert bleiben. Wer Symptome hat, auch länger.

Auf Sächsische.de möchten wir ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte von Corona-Infizierten aus Dresden teilen. Wenn Sie die Erkrankung bereits überstanden haben und uns davon erzählen möchten, schreiben Sie uns an [email protected]ächsische.de.

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