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Ottendorf: Neue Praxis in Corona-Zeiten

Norbert Pietsch hat in Ottendorf eine Physiotherapie eröffnet. Jetzt kann er nur die Hälfte der üblichen Leistungen anbieten.

Norbert Pietsch hat im November eine neue Physiotherapie am Bergener Ring in Ottendorf eröffnet. Behandlungen gibt es derzeit nur auf Rezept.
Norbert Pietsch hat im November eine neue Physiotherapie am Bergener Ring in Ottendorf eröffnet. Behandlungen gibt es derzeit nur auf Rezept. © Marion Doering

Ottendorf-Okrilla. Alles nagelneu. Das ist der erste Eindruck, wenn man in die Physiotherapie-Praxis von Norbert Pietsch kommt. Wände in strahlendem Weiß, moderne Geräte und Massageliegen, die aussehen, als wären sie gerade ausgepackt. „Nein, ganz so ist das nicht, wir haben schon einige Wochen geöffnet. Am 30. November ging es hier los“, sagt der Inhaber. Quasi mittendrin in der zweiten Corona-Welle. „Ja, hier ist alles während der Corona-Pandemie entstanden, die erste war gerade in vollem Gange, als wir den Mietvertrag hier unterschrieben, als wir er öffneten kam die zweite.“

Schon 2019 hatte Norbert Pietsch nach geeigneten Räumen gesucht, im Januar 2020 wurde er fündig, in einem Gebäude am Bergener Ring im Ottendorfer Gewerbegebiet. Im ersten Praxisstandort an der Radeburger Straße im Zentrum von Ottendorf wurde der Platz zu klein. „Neun Therapeuten arbeiteten dort. Die Zahl der Zimmer reichte einfach nicht mehr aus. Wir wollten zunächst umbauen. Doch das wäre teuer gewesen und hätte letztlich auch nicht mehr Platz gebracht.“

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Deshalb also der zweite Standort im Gewerbegebiet mit großen hellen Räumen und viel Platz. „Hier war erst die Heiztechnik-Firma Viessmann drin. Sie hatte Büros und einen Ausstellungsraum hier drin, danach wurden die Räume von einer Freikirche genutzt“, sagt er.

Alle Sportkurse fallen derzeit aus

Norbert Pietsch ließ an einigen Stellen neue Wände einziehen. Jetzt gibt es einen großen Raum mit den unterschiedlichsten Geräten zum Arm- und Beindrücken, große Hometrainer und vieles andere mehr. Nebenan ist ein Sportraum, in dem ganze Gruppen turnen können. „Ideale Voraussetzungen. Allerdings können wir sie derzeit nur zur Hälfte nutzen. Denn momentan behandeln wir nur Patienten, die mit einem Rezept kommen. Alle Sport- und Fitnesskurse wie Rückenschule oder Bauch-Beine-Po können wir wegen der Corona-Beschränkungen nicht anbieten.“

Schon im vergangenen Jahr, noch am ersten Praxisstandort, bekam er die Auswirkungen zu spüren. „Plötzlich kamen keine Patienten mehr. Es gab eine große Verunsicherung. Sie gingen nicht mehr zum Arzt, aus Angst sich mit dem Virus anzustecken. Folglich wurde auch niemand mehr zum Physiotherapeuten überwiesen. Im vergangenen April mussten wir Kurzarbeit ansetzen. Um Ansteckungen zu verhindern haben wir auch Masken genäht“, erinnert er sich.

Dann normalisierte sich die Situation über den Sommer etwas. Vor der Eröffnung aber die bange Frage: Wie geht es weiter? „Wir hatten ja den Mietvertrag unterschrieben. Die Leasingrate für die neuen Geräte muss bezahlt werden. Da kommt schon einiges zusammen, und dann wieder steigende Corona-Zahlen.“

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Im Januar und Februar gab es noch eine Delle bei den Behandlungszahlen. „Das hatte aber vor allem mit einer Umstellung im Heilmittelkatalog zu tun, also mit der Abrechnung. Als sich alle daran gewöhnt hatten, lief es wieder normal. Wir hoffen natürlich auch, dass Corona künftig zumindest nicht mehr solche großen Auswirkungen hat.“

Norbert Pietsch hat den Beruf von Grund auf gelernt. Zunächst machte er eine Ausbildung zum Masseur und Medizinischen Bademeister, später dann die drei Jahre dauernde Zusatzqualifikation „Manuelle Therapie nach internationalem Standard“. „Dabei geht es um einen Ansatz, der auch die Lebensumstände der Patienten mit einbezieht, im Gegensatz zum alleinigen Kurieren von Beschwerden.“

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Auch bei seiner Mutter konnte er viel lernen. Sie leitete in der DDR die Abteilung Physiotherapie der damaligen Landambulanz. Nach der Wende eröffnete sie ihre eigene Praxis. 2007 übernahm Norbert Pietsch die Leitung. Zwölf Mitarbeiter beschäftigt er derzeit an beiden Standorten. Zusätzlich sind noch zwei in Babyzeit. „Mit der Eröffnung hatte ich zusätzliche Therapeuten gesucht. Obwohl der Markt leer gefegt ist, ist mir das über Facebook gelungen. Fünf haben sich gemeldet, drei haben wir eingestellt.“

Die Patienten kommen aus Ottendorf und den umliegenden Orten. „Es sind aber auch Mitarbeiter von Firmen hier im Gewerbegebiet. Das bietet sich ja an.“ Befürchtungen, dass der neue Praxisstandort für Ottendorfer schlecht zu erreichen ist, hat er nicht. „Durch einen direkten Fußweg sind wir gut mit dem Ortszentrum verbunden. Mit dem Fahrrad geht es ebenfalls recht schnell. Mit dem Auto ist es weiter. Da muss man außen herum fahren.“

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