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Neue Regeln für Sputnik-Geimpfte

Der in der Ukraine verbreitete Sputnik-Impfstoff ist in Deutschland nicht anerkannt. Gesundheitsminister Lauterbach präsentiert jedoch eine Lösung.

Von Maximilian Helm
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Sputnik V ist nach russischen Angaben in mindestens 70 Ländern weltweit zugelassen.
Sputnik V ist nach russischen Angaben in mindestens 70 Ländern weltweit zugelassen. © Presidencia Argentina/dpa

Dresden. Viele Menschen in der Ukraine sind mit dem russischen Corona-Impfstoff Sputnik V geimpft. Dieser Impfstoff, der schon im Dezember 2020 in Russland zugelassen wurde, ist jedoch in Deutschland nicht anerkannt - zu groß waren die Zweifel westlicher Wissenschaftler an der Wirksamkeit des Vakzins. Laut dem Vorsitzenden der sächsischen Impfkommission, Dr. Thomas Grünewald, hat der russische Hersteller bis heute nicht alle Sicherheitsdaten geliefert, die für eine Zulassung in Europa nötig seien.

In der Ukraine ist Sputnik V jedoch neben dem chinesischen Wirkstoff Sinovac der am meisten verbreitete Impfstoff. Das bedeutet, dass viele der ukrainischen Kriegsgeflüchteten, die nun in Deutschland Schutz suchen, hierzulande als ungeimpft gelten. Damit sind sie von den meisten Corona-Beschränkungen betroffen.

Bei einem Gespräch mit Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping präsentierte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (beide SPD) am Dienstag eine Sonderregel für Sputnik-Geimpfte. Eine Anerkennung der Impfung sei mangels Zulassung nicht möglich, so Lauterbach, "ich bedaure das sehr, weil ich glaube, dass der Impfstoff tatsächlich wirkungsvoll ist."

Sonderregel nicht nur für Geflüchtete

Für Sputnik-Geimpfte ist es jetzt jedoch möglich, sich ein weiteres Mal mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech oder Moderna) impfen zu lassen, um als geboostert zu gelten. Zwischen der Sputnik-Impfung und der Booster-Impfung müsse dennoch ein Zeitraum von mindestens drei Monaten liegen. "So kann man die Sputnik-Geimpften rehabilitieren", so Lauterbach. Die Regel sei mit der Ständigen Impfkommission vereinbart und somit auch rechtssicher.

Die Sonderregel gelte ausdrücklich nicht nur für Geflüchtete, sondern für alle mit Sputnik V geimpfte Menschen. Inzwischen ist der Impfstoff nach russischen Angaben in mehr als 70 Ländern zugelassen, darunter in der EU etwa auch in Ungarn über eine nationale Genehmigung.

Im Dezember hatte Russland eingeräumt, für eine Anerkennung seines Corona-Impfstoffs der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht alle erforderlichen Unterlagen übergeben zu haben. "Es gibt tatsächlich irgendwelche Informationen, die man für eine Zertifizierung zur Verfügung stellen muss", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag der Agentur Interfax zufolge. "Wir haben das bisher nicht gemacht, weil wir eine andere Auffassung hatten, welche Informationen das sind und wie sie überreicht werden sollen." (mit dpa)