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Nicht alle lebendigen Adventskalender gestorben

Das Coronavirus macht erfinderisch. Das trifft auf Handel und Gastronomie genauso zu wie auf Aktionen in der Vorweihnachtszeit.

Den lebendigen Adventskalender der evangelischen Kirchgemeinde Döbeln kann es in diesem Jahr nur als Online-Version geben. Der Musikbeitrag von Theresa und Helena (rechts) wird am 4. Dezember zu hören sein.
Den lebendigen Adventskalender der evangelischen Kirchgemeinde Döbeln kann es in diesem Jahr nur als Online-Version geben. Der Musikbeitrag von Theresa und Helena (rechts) wird am 4. Dezember zu hören sein. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Alle Jahre wieder – das trifft auf 2020 nicht zu. Denn schon seit dem Frühjahr sind wegen des Coronavirus Improvisationen nötig. Und jetzt im Advent wird allen noch einmal einiges abverlangt, die nicht resignieren und mit lebendigen Adventskalendern Zeichen der Hoffnung setzen wollen.

Vor einer derartigen Herausforderung steht nun auch Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos). Er hat sich aufgrund von Anfragen „breitschlagen“ lassen, Vereine und Selbstständige angesprochen und bei ihnen für eine Beteiligung am ersten lebendigen Adventskalender in Roßwein geworben. Die Bereitschaft, spontan dabeizusein, sei überschaubar gewesen. Trotzdem ist es dem Rathauschef gelungen, 24 Mitwirkende zu gewinnen. In den letzten Tagen sind die Bedingungen noch einmal modifiziert worden, damit die Aktion auch den Bestimmungen entspricht.

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Wegen des Infektionsschutzes wird es zum Beispiel am 2. Dezember „Einzeltermine“ beim Weihnachtsmann geben. Der erwartet Kinder zwischen 16 und 18 Uhr im Ratssaal. Mitbringen dürfen Mädchen und Jungen aus sozial schwachen Familien dann auch ihren Zettel mit einem Wunsch, den der Rauschebart am 24. Dezember erfüllen soll. Zur Abgabe dieses Zettels ist am 14. Dezember noch einmal Gelegenheit. Dann ist auf dem Marktplatz Weihnachtsmannsprechstunde.

Dass es für alle Beteiligten wie die Dampfmaschinenfreunde oder Weber Jörg Senf, der für Vorführungen nur einen Neugierigen in seine Werkstatt lassen darf, anstrengend wird, gibt Roßweins Bürgermeister unumwunden zu. „Aber es wird die einzige Möglichkeit sein, den Kalender anzubieten“, sagt er.

Trotzdem: Absagen werden unvermeidbar sein. Das haben mittlerweile die Roßweiner Mitglieder von Feuerwehr und Feuerwehrförderverein getan. Sie wollten Ende der Woche demonstrieren, wie ein in Brand geratener Weihnachtsbaum schnell und sicher gelöscht werden kann. Dafür braucht es allerdings mehr als die zulässige Zahl an Personen, die agieren und zuschauen dürfen.

tskalender am Dienstag um 15 Uhr auf dem Roßweiner Marktplatz mit einem musikalischen Beitrag von Konrad Lenk. Weitere Informationen zum lebendigen Adventskalender in Roßwein gibt es unter Tel. 034322 46666. Per Mail werden Fragen unter [email protected] beantwortet.

Die Leisniger haben sich dafür entschieden, den lebendigen Adventskalender abzusagen. Sylvia Hofmann, eine der Organisatoren, begründet das mit den Vorkehrungen zum Infektionsschutz. Unter diesen Bedingungen könne Geplantes einfach nicht angeboten werden. So sollte es beispielsweise eine Stadtführung, einen Trödelmarkt, gesellige Beisammensein oder einen Einblick in ein Hausmuseum geben. Das alles ist nicht möglich.

Döbelner öffnen Türchen online

Der lebendige Adventskalender wird in diesem Jahr nicht stattfinden – so heißt es auf der Internetseite der Kirchgemeinde Döbeln. Ganz müssen die Döbelner aber trotz dieser Absage nicht darauf verzichten. Denn die Mitglieder der Kirchgemeinde haben sich etwas einfallen lassen.

Sie haben einen Hörkalender erstellt. Die Beiträge sind täglich auf der Homepage der Kirchgemeinde (www.kirchgemeinde-doebeln.de) abrufbar. Was sich die einzelnen Teilnehmer ausgedacht haben, soll aber noch nicht verraten werden. Sicher ist, dass auf diesem Weg keine Infektionsgefahr für diejenigen besteht, die ein Türchen öffnen.

Nach der Premiere im vergangenen Jahr gibt es auch in diesem Jahr wieder einen lebendigen Adventskalender in Waldheim. Coronabedingt ist daraus mehr ein „Schaufenster-Adventskalender“ geworden. Auch diesmal geht die Liste der Teilnehmer quer durch die Stadt: Händler, Firmen, Privatleute, Kitas, Schulen und Vereine. Nino Richter, der auch diesmal für die Organisation zuständig war, lädt für Dienstag, 1. Dezember, um 9 Uhr, zur Eröffnung ein. Bei Jung-Schuhe auf dem Obermarkt geht es um das Thema „Weihnachten wie es damals war“.

„Neben dem ersten Türchen öffnen an diesem Tag acht Waldheimer Weihnachtswelten“, lädt Richter ein, bei einem Spaziergang durch die Innenstadt die „Welten“ zu entdecken. Einige halten an ihrem Kalendertag zusätzlich eine optische Überraschung bereit.

Etwas Besonderes hat sich der Förderverein zur Sanierung der Stadtkirche ausgedacht. Am 5. Dezember werden vor dem Vereinsschaufenster an der Schlossstraße 21 kleine Geschenke zum Kauf angeboten. „Wir tragen Fröbelsterne“, heißt die Aktion. „Mit dem Erwerb dieses weihnachtlichen Ohrschmucks unterstützen die Käufer die Sanierung der Stadtkirche St. Nicolai“, sagt Vorsitzende Kathrin Schneider.

Die Ohrringe sind jedoch nicht nur an diesem Tag zu erwerben, sondern können ebenso telefonisch oder per E-Mail bestellt werden. Nähere Informationen auch zu den angebotenen Farben gibt es auf der Internetseite des Fördervereins. Dort ist auch der Flyer abgedruckt, auf dem die Teilnehmer des Kalenders aufgelistet sind.

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