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Nicht nur Zahl Corona-Infizierter steigt

Nach dem Sommer schien sich die Corona-Lage in Deutschland zu stabilisieren. Doch nun legen mehrere Kennwerte merklich zu. Droht uns ein massiver Anstieg?

Mehr Tests und mehr Neuinfektionen: In Deutschland steigen mehrere Corona-Kennzahlen merklich an.
Mehr Tests und mehr Neuinfektionen: In Deutschland steigen mehrere Corona-Kennzahlen merklich an. © Ricardo Rubio/EUROPA PRESS/dpa

Berlin. Zum dritten Mal binnen gut eines Monats sind in Deutschland wieder mehr als 2.000 Corona-Neuinfektionen erfasst worden. Die Gesundheitsämter meldeten innerhalb eines Tages 2.143 neue Fälle, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag bekanntgab. Am 22. August hatte der Wert bei 2.034 gelegen, am vorigen Samstag (19.9.) war mit 2.297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. "Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", hieß es vom RKI.

In einem am Mittwoch verbreiteten, schon vor einiger Zeit geführten Interview des World Health Summit hatte der Berliner Virologe Christian Drosten mit Blick auf die künftige weltweite Entwicklung erklärt: "Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns." Deutschland dürfe sich nicht auf seinen vermeintlichen Erfolgen ausruhen. Mit Blick auf den Herbst müsse viel differenzierter und genauer auf die Entwicklungen im Ausland geschaut werden. "Wir müssen aufhören, uns über so Dinge wie Fußballstadien zu unterhalten. Das ist wirklich komplett irreführend."

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Ein Hinweis darauf, dass die Infektionslage wieder anzieht, ist auch, dass zuletzt ein größerer Anteil der Corona-Tests positiv ausfiel. Die sogenannte Positivenquote lag laut RKI-Lagebericht in der Woche vom 14. bis 20. September bei 1,19 Prozent (Vorwoche: 0,86). Das ist der höchste Wert seit mehr als zehn Wochen.

Ansteckungswert bleibt recht stabil

Auch bei der bundesweiten 7-Tage-Inzidenz zeichnet sich eine Entwicklung ab: Die Zahl erfasster Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag am Mittwoch bei 13,2. Eine Woche zuvor hatte sie bei 11,5 gelegen, vor zwei Wochen bei 9,9. Aktuell liege die 7-Tage-Inzidenz in den Bundesländern Bayern und Berlin sehr deutlich, in Hamburg und Nordrhein-Westfalen deutlich und in Baden-Württemberg und Bremen leicht über dem bundesweiten Durchschnittswert, hieß es vom RKI.

Keine merkliche Veränderung lässt sich bisher bei der sogenannten Reproduktionszahl, kurz R-Wert, erkennen: Sie lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 0,79 (Vortag: 0,92). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI einen Sieben-Tage-R-Wert an, der weniger tagesaktuellen Schwankungen unterliegt. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen und lag bei 0,95 (Vortag: 0,99).

Intensivbetten werden kaum gebraucht

Kaum Veränderung gibt es bisher auch bei der noch niedrigen Auslastung der Intensivbetten. Sie geht Experten zufolge unter anderem darauf zurück, dass sich zuletzt anteilig viele jüngere Menschen infizierten, die seltener starke Symptome entwickeln. Aktuell nehme der Anteil der Fälle in der älteren Bevölkerung aber leicht zu, so das RKI. "Wenn sich wieder vermehrt ältere Menschen anstecken, werden wieder mehr schwere Fälle und Todesfälle auftreten."

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Im Frühjahr war allerdings noch wesentlich weniger getestet worden - und die Zahl erkannter Neuinfektionen hängt unter anderem mit der Zahl der Tests zusammen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben von Donnerstagmorgen mindestens 278.070 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 24.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt demnach bei 9428. Das sind 19 mehr als am Vortag. Rund 246 900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (dpa) 

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