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Nur mit Schnelltest zum Weihnachtsbesuch

An den Feiertagen bleiben Pflegeheime im Rödertal geöffnet. Allerdings müssen sich Besucher mit ihren Angehörigen teilweise kurz fassen. Welche Regeln wo gelten.

Bewohner von Alten- und Pflegeheimen freuen sich auf die Besuche an den Weihnachtsfeiertage. Meist ist das aber nur möglich, wenn die Verwandten einen Schnelltest gemacht haben.
Bewohner von Alten- und Pflegeheimen freuen sich auf die Besuche an den Weihnachtsfeiertage. Meist ist das aber nur möglich, wenn die Verwandten einen Schnelltest gemacht haben. © Symbolbild: dpa

Radeberg. Die gute Nachricht gleich vorneweg: Auch im Rödertal bleiben die Alten- und Pflegeheime über die Feiertage offen. Doch diese gute Nachricht hat auch einen gewissen Preis für die Besucher: Wer seine Angehörigen dort besuchen möchte, kommt um einen Corona-Schnelltest in den Heimen nicht herum. Und: Wenn es besonders dumm laufen sollte, kann es mit der geplanten Feiertags-Visite bei Oma oder Opa bereits im Eingangsbereich dieser Einrichtungen vorbei sein.

Und zwar dann, wenn man positiv auf Corona getestet werden sollte. Das hieße dann für den oder die betroffenen Angehörigen, sich „in Quarantäne zu begeben und sich unverzüglich mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen“, ist von der Heimleitung des Ottendorfer Altenpflegeheimes der Diakonie Dresden zu erfahren.

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„Nicht jeder wollte sich testen lassen“

Das war ja die große Frage, die sich viele Menschen nach dem bundesweit beschlossenen Lockdown Mitte Dezember gestellt hatten. Ob man trotz der rasant steigenden Infektionszahlen an den Feiertagen die Angehörigen im Pflegeheim besuchen kann. Man kann. Dies hatte der Freistaat jüngst in seiner Aktualisierung der Hygiene-Allgemeinverfügung festgelegt. Danach dürfen Besucher diese Einrichtungen nur betreten, wenn ein „Corona-Test mit negativem Testergebnis“ erfolgt ist.

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Umsetzen sollen die Betreiber diese Regelungen mit Corona-Schnelltests, die ja in zahlreichen Heimen mittlerweile zum Alltag gehören. So auch im Haus am Karswald in Arnsdorf. Hier müssen sich die Besucher seit knapp zwei Wochen Schnelltests unterziehen. „Ohne kommt hier keiner mehr rein“, so Birgit Gumprich, die dort für den Bereich Bewohnerverwaltung tätig ist.

Sogar die Handwerker, die derzeit im Haus arbeiten, müssten sich diesem Test unterziehen, erzählt sie. Im Arnsdorfer Wohnheim sind derzeit 166 Menschen im Alter von 20 bis 90 Jahren untergebracht. Etliche von ihnen, so war es jedenfalls in den zurückliegenden Jahren, waren von ihren Angehörigen über die Weihnachtstage häufig nach Hause geholt worden.

Doch mit familiären Aufenthalten sieht es in diesem Jahr bei vielen schlecht aus. Nur wenige der behinderten Menschen würden dieses Mal von den Angehörigen abgeholt, so Birgit Gumprich. Die auch davon erzählt, dass es in den zurückliegenden Tagen im Eingangsbereich der Einrichtung vereinzelt zu unschönen Szenen gekommen sei. „Nicht jeder wollte sich testen lassen“, so Gumprich. Aber die meisten Besucher zeigten sich verständnisvoll für diese Maßnahme.

"Die meisten werden wohl Familienbesuch bekommen"

Im Radeberger Alten- und Pflegeheim, das ja zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Einrichtungen im Kreis zählte, ist man für die kommenden Besuchstage bestens präpariert. Besucher müssen sich vorab anmelden, und mit Blick auf den Terminkalender der nächsten Tage, konstatiert Heimleiterin Carolin Proske, dass „wohl die meisten der hier Lebenden Familienbesuch bekommen werden“. Die Treffen finden sowohl im Speisesaal als in den Zimmern der Heimbewohner statt. Unter den üblichen Corona-Schutzmaßnahmen.

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Eine Viertelstunde bekommt jeder Besucher. Das ist nicht viel Zeit. Da gilt es also alles in diese 15 Minuten hineinzupacken, um Oma oder Opa das diesjährige Weihnachtsfest angenehm zu machen. Im Speisesaal habe man genügend Platz, so die Heimleiterin weiter, da habe man Tische im vorgeschriebenen Abstand aufgestellt und diese mit Plexiglasscheiben versehen. So können sich Bewohner und Besucher ohne Mund-Nasen-Schutz unterhalten.

Wer bettlägerige Angehörige in deren Zimmern aufsuchen will, muss sich im Radeberger Alten- und Pflegeheim vorher einem Schnelltest unterziehen. Die anderen Besucher hingegen nicht. Heimleiterin Carolin Proske vergisst in diesem Zusammenhang nicht zu erwähnen, dass die Treffen außerhalb der Räumlichkeiten, etwa auf dem Areal des Hauses, nicht auf diese Viertelstunde begrenzt seien.

Ein Besucher pro Heimbewohner

Auf jeden Fall freuten sich die Heimbewohner schon jetzt auf die Weihnachtsfeiertage, so Proske. Trotz Corona. Im Ottendorfer Altenpflegeheim der Diakonie Dresden, hier leben derzeit 70 Männer und Frauen, schaut man ebenfalls erwartungsvoll auf die Weihnachtstage. In diesem Heim waren vor zwei Monaten rund 20 Heimbewohner an Covid-19 erkrankt, hatten sich auch einige Mitarbeiter infiziert. Zahlreiche Angehörige haben ihren Besuch dort bereits angekündigt.

Doch im Gegensatz zum Radeberger Altenpflegeheim beträgt die Verweildauer für die Besucher im diakonischen Altenpflegeheim in Ottendorf gar eine halbe Stunde. Ein Besucher pro Heimbewohner, so lautet die Regelung hier. Und natürlich komme auch in dieser Ottendorfer Einrichtung ohne einen Schnelltest niemand ins Haus, ist von der Heimleitung zu erfahren. Sieht so aus, als ob das Weihnachtsfest für die meisten der in den Alten- und Pflegeheimen lebenden Menschen im Rödertal in diesen Zeiten jedenfalls kein einsames werden wird.

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