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Corona-Pandemie: 2,5 Millionen Euro Verlust bei Obstland

Wie in den beiden Jahren zuvor, sind die Ziele des Unternehmens aus Dürrweitzschen nicht erreicht worden. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Die Obstland AG Dürrweitzschen hofft nach den Verlusten des Vorjahres auf eine gute Apfelernte in diesem Jahr.
Die Obstland AG Dürrweitzschen hofft nach den Verlusten des Vorjahres auf eine gute Apfelernte in diesem Jahr. © Archiv/André Braun

Region Döbeln. Das Geschäftsjahr 2020 war sowohl von außerordentlichen Witterungsverhältnissen als auch von der Corona-Pandemie geprägt. Diese wirken sich auf das Jahresergebnis der Obstland AG Dürrweitzschen aus.

Das Jahr 2020 wurde mit einem Fehlbetrag von 2,5 Millionen Euro abgeschlossen, sagte Vorstandsvorsitzender Mathias Möbius. „Dank der kontinuierlich positiven Ergebnisse der letzten Jahre und der konsequenten Rücklagenbildung konnte das negative Ergebnis von 2020 getragen werden“, so Möbius weiter.

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Die trockenen Jahre 2018, 2019 und 2020 beeinflussten die Obstqualität und Erntemenge deutlich. Zusätzlichen Schaden richtete der Spätfrost im Mai vergangenen Jahres an. „Die durch das sehr milde Frühjahr bereits weit entwickelten, bestäubten und befruchteten Blüten wurden innerhalb von zwei extremen Frostnächten so stark geschädigt, dass keine Fruchtausbildung erfolgen konnte. Daraus resultierend, hat sich die Erntemenge auf ein langjähriges Tief reduziert“, erklärte Erik Buitenhuis, der zum 1. Juli 2021 zum Vorstand der Obstland Dürrweitzschen AG berufen wurde.

Erntemenge geht 2020 drastisch zurück

Die Erntemenge beim Kernobst ging um über 40 Prozent zurück. Mathias Möbius machte dies an den Mengen fest, die für den Lebensmitteleinzelhandel bestimmt sind. „In den Jahren zuvor haben wir eine Jahresleistung von etwa 17.000 Tonnen verzeichnen können, im Jahr 2020 waren es nur 10.500 Tonnen“, sagte Mathias Möbius.

Ein weiterer Grund für die hohen Verluste sind die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie gewesen. So musste die Einreise der Saisonarbeitskräfte, die vorwiegend aus Rumänien, Polen und Bulgarien kommen, völlig neu organisiert werden. „Wir haben erstmals in der Geschichte des Unternehmens ein Flugzeug chartern müssen, um die Helfer nach Deutschland zu holen“, so Erik Buitenhuis.

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Dieses habe jedoch nur in Nürnberg landen dürfen, sodass auch der Transport vom Flughafen nach Sachsen organisiert werden musste. Erhöhte Hygieneanforderungen und Einreisequarantäne verteuerten den Gesamtprozess zusätzlich. „Pro Helfer mussten im Vergleich zum Vorjahr etwa 120 bis 140 Euro mehr für den Transport aufgewendet werden“, so Buitenhuis.

Deutlicher Umsatzeinbruch im Gastrogewerbe

lnsbesondere in der Kelterei führte der plötzliche und vollständige Wegfall des Gastronomiesegmentes zu einem deutlichen Umsatzeinbruch im Gastrogewerbe und bei den Getränkefachhändlern für den Bereich Gastronomie. Zusätzlich brach der Umsatz an Heißgetränken durch den Wegfall sämtlicher Weihnachtsmärkte im Vergleich zum Vorjahr deutlich ein.

Die schwachen Ergebnisse der Jahre 2019 und 2020 veranlassten den Vorstand und Aufsichtsrat zur Erarbeitung eines umfassenden Maßnahmenpaketes. „Ein enorm wichtiger Ansatz ist es, bei allen Neupflanzungen eine Bewässerungsanlage zu integrieren. Hier können wir auf eigene Brunnen zurückgreifen oder neue Bohrungen durchführen lassen. Aufgrund des veränderten Klimas ist eine Bewässerungsmöglichkeit im Obstbau mittlerweile unabdingbar“, sagte Erik Buitenhuis.

Vorstand Erik Buitenhuis zeigt die Äpfel der Sorte Elstar, die kurz vor der Ernte stehen. Trotz der Verluste im vergangenen Jahr blickt der Holländer optimistisch in die Zukunft.
Vorstand Erik Buitenhuis zeigt die Äpfel der Sorte Elstar, die kurz vor der Ernte stehen. Trotz der Verluste im vergangenen Jahr blickt der Holländer optimistisch in die Zukunft. © Frank Korn

Auch beim Hagelschutz geht das Unternehmen neue Wege. So sind die sogenannten Hagelkanonen nicht mehr eingesetzt worden. „Unser neues Konzept sieht für alle Baumkulturen sogenannte Hagelschutznetze vor. Diese bieten nach dem aktuellen Stand der Technik den besten Schutz vor der zerstörerischen Kraft der Eiskristalle“, so Buitenhuis.

Für dieses Jahr erwartet die Obstland AG eine gute Apfelernte (Sächsische.de berichtete). Insgesamt baut Obstland Dürrweitzschen auf rund 1.000 Hektar Stein- und Kernobst an. Davon sind etwa 600 Hektar Anbaufläche für Tafel-Äpfel vorgesehen und rund 126 Hektar für Most-Äpfel.

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