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Verdacht auf Corona-Mutante in Ullersdorf

Die Kita in dem Radeberger Ortsteil wurde geschlossen. Weitere Untersuchungen laufen.

An der Kita in Ullersdorf wurde offenbar die britische Mutante des Coronavirus entdeckt.
An der Kita in Ullersdorf wurde offenbar die britische Mutante des Coronavirus entdeckt. © Sebastian Gollnow/dpa

Radeberg/Bautzen. Die britische Mutante des Coronavirus ist vermutlich in der Kindertagesstätte in Ullersdorf aufgetreten. Das teilt das Landratsamt mit. Nach Angaben von Cynthia Thor sind mehrere Kinder in der Einrichtung betroffen. „Insgesamt besteht im Landkreis Bautzen bei 22 Personen der Verdacht, dass sie damit infiziert sind.“

Entdeckt wurde die Variante, die auch unter der Bezeichnung B.1.1.7. bekannt ist, durch die standardisierte Überprüfung von Tests durch die Landesuntersuchungsanstalt. Als die Ergebnisse vorlagen, hat das Gesundheitsamt Bautzen weitere umfangreiche Tests in der Kita angeboten. „Hier stehen die Befunde zum aktuellen Zeitpunkt noch aus“, teilt Cynthia Thor mit.

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Nach ihren Angaben handelt es sich bei den 22 Personen vorerst um Verdachtsfälle. „Um den Verdacht zu bestätigen oder zu widerlegen, muss eine Genomsequenzierung vorgenommen werden. In Sachsen sind gegenwärtig die entsprechenden Labor-Kapazitäten ausgelastet“, so die Sprecherin.

Umfangreiche Nachtestungen in der Kita

Laut Cynthia Thor gelangen gegenwärtig nur maximal zehn Prozent der Proben zur Genomsequenzierung. „Das Gesundheitsamt behandelt jeden Verdachtsfall in der Ermittlungsarbeit und den Quarantänemaßnahmen wie einen bestätigten Verdachtsfall. Zudem ist die Finanzierung der sehr kostenintensiven Sequenzierung noch nicht geklärt.“

Nach Angaben von Reingard Piel, Geschäftsführerin des Kinderschutzbunds, Ortsverband Radebeul, sind in der Kita vermutlich ein bis zwei Kinder betroffen. „Das haben die ersten Tests ergeben. Am Donnerstag fanden weitere umfangreiche Tests statt. Zahlreiche Kinder haben daran teilgenommen. Nach meinen Informationen sind die Proben noch nicht ausgewertet.“

Vorsorglich wurde jedoch das Haupthaus der Kita geschlossen. Etwa einhundert Kinder sind betroffen. Wie lange die Schließung andauert, konnte sie nicht sagen. Ausdrücklich weist sie darauf hin, dass der Hort, der ebenfalls zur Einrichtung gehört, weiter in Betrieb ist.

Anteil von B.1.1.7 an allen Coronavirus-Infektionen dürfte zunehmen

Nach ihren Angaben werden jetzt die Ergebnisse der neuen Tests abgewartet und dann werde über das weitere Vorgehen entschieden. „Wir arbeiten eng mit dem Gesundheitsamt in Bautzen zusammen“, sagt die Geschäftsführerin. Der Kinderschutzbund, Ortsverband Radebeul, betreibt die Ullersdorfer Einrichtung seit 1998. Sie bietet 136 Plätze für Mädchen und Jungen vom ersten Lebensjahr bis zum Ende der Grundschulzeit. 13 pädagogische Mitarbeiter sind in der Kita tätig.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die britische Mutante des Coronavirus noch leichter von Mensch zu Mensch übertragbar als bisher zirkulierende Varianten. Außerdem weist sie eine höhere Reproduktionszahl auf, so dass ihre Ausbreitung schwerer einzudämmen ist. Laut RKI gibt es Hinweise darauf, dass sie mit einer erhöhten Fallsterblichkeit einhergehen könnte. Hinweise auf eine substanziell verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe gibt es bislang nicht.

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Im Dezember 2020 hatten britische Behörden von dieser neuen Virusvariante berichtet. Sie soll sich seit September 2020 in Großbritannien ausbreiten, teilt das RKI mit. Neben der britischen gelten noch die südafrikanische und die brasilianische Variante als besonders ansteckend. Die Mutante B.1.1.7. war Ende vergangenen Jahres erstmals in Deutschland in Baden-Württemberg nachgewiesen worden. Sie kommt derzeit in Deutschland von den drei Varianten am häufigsten vor.

Laut RKI ist davon auszugehen, dass der Anteil von B.1.1.7 an allen Coronavirus-Infektionen weiter zunimmt. Es sei absehbar, dass die drei Varianten die Pandemiebekämpfung erschweren. Deshalb sollten die bekannten Regeln beachtet werden: Kontakte vermeiden, mindestens 1,5 Meter Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Masken tragen und lüften. Reisen sollten derzeit unbedingt vermieden werden.

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