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Corona-Infektionswelle in der Grundschule Ohorn

Nach etlichen Corona-Fällen wurde die Einrichtung vorübergehend geschlossen. Eltern haben jetzt viele Fragen.

Die Ohorner Grundschule bleibt vorerst geschlossen. Nach einer Häufung von Corona-Fällen trafen Kultusministerium und Schulleitung die Entscheidung, um die Infektionsketten zu durchbrechen.
Die Ohorner Grundschule bleibt vorerst geschlossen. Nach einer Häufung von Corona-Fällen trafen Kultusministerium und Schulleitung die Entscheidung, um die Infektionsketten zu durchbrechen. © Matthias Schumann

Ohorn. Auch am Dienstagmorgen klingelte in der Ohorner Grundschule das Telefon heftig, und Schulleiterin Gabriele Brückner hatte viele Fragen von Eltern zu beantworten. Nach Corona-Infektionen von insgesamt 14 Kindern und zwei Lehrern bleibt die Schule bis zu den Herbstferien geschlossen.

Die ersten Fälle seien schon seit Anfang der Vorwoche festgestellt worden. Es waren aber noch nicht so viele, berichtet die Schulleiterin. Kinder zeigten auch Krankheits-Symptome, wie Kopfschmerzen, Fieber, Bauchschmerzen, Schnupfen. Bei Tests am Mittwoch, Donnerstag und Freitag wurden weitere Einzelfälle festgestellt.

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Aber erst am zurückliegenden Wochenende hätten sich die Erkrankungen dann gehäuft. Wegen der entsprechenden Symptome bei ihren Kindern, seien Eltern sofort mit ihnen zum Test gegangen, weiß die Schulleiterin.

In der Schule selbst habe es am Montagmorgen kein positives Ergebnis gegeben. Das war aber kein Grund zur Entwarnung. Denn am Vormittag trafen dann die Ergebnisse der PCR-Tests vom Wochenende ein. Daraus ergab sich folgendes Bild: In sechs der acht Klassen waren mindestens zwei Kinder erkrankt. Ab zwei Fällen müsse eine Klasse ohnehin komplett in die Quarantäne.

Infektions-Geschehen hatte gestreut

„Ich habe dann mit dem Kultusministerium Rücksprache genommen“, so Gabriele Brückner. So sei die Entscheidung gefallen, die Schule komplett zu schließen. Vincent Richter ist Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung in Bautzen und erklärt, dieser Schritt sei möglich, wenn eine begründete Gefahr, weiterer Infektionen an der Schule bestehe. Grundlage seien die Infektionszahlen. Außerdem würden die Gegebenheiten vor Ort in der Schule mit einbezogen. Dazu gehöre die Verteilung des Infektionsgeschehens.

In Ohorn sei die Übertragung wohl auch über Geschwisterkinder erfolgt und hatte inzwischen in der Schule gestreut, schätzt die Leiterin ein. In der Schließung habe man "die einzige Möglichkeit gesehen, das Infektions-Geschehen zu unterbrechen“, sagt sie.

Nach der Entscheidung seien die Kinder sofort mit dem Bus nach Hause gefahren oder wurden den Eltern übergeben, berichtet die Schulleiterin. Alle 180 Mädchen und Jungen müssten für zehn Tage in Quarantäne, die Erkrankten inklusive. Damit gebe es auch keine Notbetreuung. „Die Aufgaben für die Lernzeit zu Hause haben wir über die Lernplattform Moodle eingestellt“, erklärt Gabriele Brückner.

Natürlich habe es Aufregung gegeben. Viele Eltern hätten angerufen, die jetzt vor allem auch besorgt sind, weil die Herbstferien vor der Tür stehen und etliche Familien in den Urlaub fahren wollen.

Die Schließung helfe den Eltern letztlich, weil so Zeit bleibt, die Kinder von der Quarantäne zu befreien. Am fünften Tag der Quarantäne, das wäre für die ersten der Mittwoch, könnten die Eltern ihre Kinder beim Haus- oder Kinderarzt oder im Gesundheitsamt frei-testen lassen. Dann stehe einer Reise nichts mehr im Weg. Eltern selbst müssten nur jene in Quarantäne, deren Kinder positiv getestet wurden.

Schulhort Mittwoch noch geschlossen

Der Schulhort, so Bürgermeisterin Sonja Kunze, bleibe noch am Mittwoch geschlossen. Ab Donnerstag können Kinder mit einem negativen Testergebnis, den Hort wieder besuchen.

Im Landkreis Bautzen ist die Ohorner Schule derzeit die einzige, die wegen der Infektionslage komplett geschlossen wurde. Im Nachbarlandkreis Görlitz sind zwei Gymnasien von einer Teilschließung betroffen. An Covid-19 erkrankt sind im Landkreis Bautzen derzeit 161 Schüler und sechs Lehrer. Fünf Lehrer und 227 Schüler sind in Quarantäne. Ein erheblicher Teil - 166- kommt derzeit aus der Ohorner Grundschule.

Gabriele Brückner hat selbst keine Erklärung für diese gehäuften Infektionen oder wo der Ansteckungsherd gewesen sein könnte. Vielleicht, weil es an dem Wochenende um den 3. Oktober viele Volksfeste mit Gedränge gegeben habe?

„Wir haben in der Schule alle vorgeschriebenen Hygieneregeln eingehalten.“ So ist die Schule auch lange verschont geblieben: „Wir hatten seit 2020 nur drei Fälle.“ Bis zu dem Ausbruch. Nun hofft die Schulmannschaft, dass über die Ferien, diese Corona-Welle überstanden ist und es am Montag danach nur noch negative Tests gibt.

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