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Corona: Masken aus Ohorn jetzt besonders gefragt

Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, dass in Bus und Bahn sowie beim Einkaufen neben FFP2- auch OP-Masken zulässig sind. Der Chef der Firma PHB atmet auf.

Näherin Ramona Jentzsch kontrolliert Schutzmasken aus der Anlage in Ohorn.
Näherin Ramona Jentzsch kontrolliert Schutzmasken aus der Anlage in Ohorn. © Matthias Schumann

Ohorn. Die Bänder laufen auf Hochtouren. In der Firma Pulsnitzer Hygiene Berufsbekleidung (PHB) mit Sitz in Ohorn werden seit dem Sommer vergangenen Jahres medizinische Masken hergestellt - in automatisierter Produktion unter Reinraumbedingungen. Das sind genau die Masken, die neben FFP2-Masken jetzt beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen getragen werden müssen.

PHB-Geschäftsführer Alfred Wippermann ist erleichtert. Er hatte noch Anfang dieser Woche befürchtet, dass die Produktion zurückgefahren werden muss. Denn zur Eindämmung der Corona-Pandemie setzte die Bunderegierung in letzter Zeit verstärkt auf FFP2-Masken. Bayern hat ab dem 18. Januar das Tragen von FFP2-Masken nicht nur in Pflegeeinrichtungen, sondern auch in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr zur Pflicht gemacht. Bereits zuvor wurden überall im Land über Apotheken solche Masken kostenlos an ältere Menschen abgegeben. "Sollten FFP2-Masken in allen Bundesländern zur Pflicht werden, können wir unsere Produktion einstellen", erklärte Alfred Wippermann Anfang der Woche.

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Alfred Wippermann, Geschäftsführer von PHB in Ohorn, freut sich, dass jetzt auch die in seiner Firma hergestellten Masken zu Pflichtmasken gehören.
Alfred Wippermann, Geschäftsführer von PHB in Ohorn, freut sich, dass jetzt auch die in seiner Firma hergestellten Masken zu Pflichtmasken gehören. © Matthias Schumann

Doch nun hat sich die Situation für die Firma PHB geändert. Die Länderchefs einigten sich mit der Bundeskanzlerin darauf, dass in Bussen und Bahnen sowie bei Einkäufen künftig medizinisch hochwertige Masken getragen werden müssen. Dazu zählen entweder die OP-Masken, wie die in Ohorn produzierten, oder die FFP2-Masken. "Wir liegen also mit unserer Produktion voll im Trend, und ich bin ganz aufgeregt", sagte Alfred Wippermann nach der Entscheidung im Kanzerleramt gegenüber Sächsische.de. Noch bis Anfang der Woche hatte er gedacht, Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken zu müssen. "Jetzt ist das alles wieder hinfällig", sagt er.

Für den Geschäftsführer wird jetzt die Arbeit nicht weniger - im Gegenteil. "Ich telefoniere mit Apotheken, um neue Kunden zu bekommen, die die Masken aus der Ohorner Produktion beziehen", berichtet er. Das sei keine leichte Sache. Das Gleiche gelte für den Einzelhandel, wo ja medizinische Masken auch verkauft werden können. Und natürlich Krankenhäuser, die teilweise schon jetzt zu den Kunden gehören. "Es wäre schön, wenn Kliniken, die diese Masken brauchen, sich jetzt bei uns melden", sagt Alfred Wippermann.

Könnten auch den Landkreis beliefern

Auch Krankenhäuser und Pflegeheime im Landkreis Bautzen gehören vordergründig zu den Zielkunden. "Da entstehen dann keine große Transportkosten, man kann Geld und Zeit sparen", sagt Alfred Wippermann. Allerdings gebe es bisher im Landkreis nur eine Einrichtung, die Masken der Firma PHB bezieht. Er habe auch versucht, mit dem Landratsamt diesbezüglich Kontakt aufzunehmen, weil es ja sinnvoll sei, im Kreis produzierte Masken auch hier zu verwenden, sagt der Geschäftsführer. Bisher habe es jedoch keine Reaktion von Seiten der Behörde gegeben.

Ende Juli 2020 war der Probelauf für die automatisierte Produktion von medizinischen Mund-Nasen-Schutz im Ohorner Werk gestartet. Kurz darauf ging es in die reguläre Herstellung. Seitdem sind etwa 3,7 Millionen Masken vom Band gelaufen, sagt Wippermann. In diese neue Produktionslinie investierte die Firma PHB nach eigenen Angaben mehr als eine Million Euro. 20 Mitarbeiter sind in Ohorn beschäftigt.

Alfred Wippermann hat auch den Aufbau einer weiteren Produktionslinie im Blick. Eigentlich sollte die Entscheidung dazu Ende des alten/Anfang dieses Jahres fallen. Bereits zur Eröffnung sagte der Geschäftsführer, dass dies von der Auftragslage abhängt. Jetzt bleibe es abzuwarten, wie sich die Nachfrage nach medizinischen Masken entwickle und welche Rolle Ohorn im Konzert der vielen Anbieter spiele.

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