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Wie Männer in Görlitz ihren Glauben bezeugen

Vor 50 Jahren hat Boleslaw Kresak in Görlitz den ersten Bußgang der Männer initiiert – sein Sohn Markus führt das „Erbe“ seines Vaters am Karfreitag fort.

Der Bußgang der Männer vor einigen Jahren am Heiligen Grab. Auch in diesem Jahr wird er stattfinden, er zählt als Gottesdienst und ist damit erlaubt – natürlich unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen.
Der Bußgang der Männer vor einigen Jahren am Heiligen Grab. Auch in diesem Jahr wird er stattfinden, er zählt als Gottesdienst und ist damit erlaubt – natürlich unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen. © Raphael Schmidt

Karfreitagnachmittag in Görlitz: Die Kreuzwege durch die Stadt sind zu Ende, die Karfreitagsliturgien ebenfalls. Doch damit endet das Gedenken an das Leiden Jesu in dieser Stadt noch nicht. Seit 50 Jahren beginnt um 18 Uhr der Bußgang der Männer.

Bußgang, was ist das? „Äußerlich betrachtet, ist es das Gehen mit dem Vortragekreuz durch die Straßen der Stadt mit dem punktuellen Innehalten an verschiedenen Station in der Öffentlichkeit. Unsere Stadt ist neben den Kirchen reich gesegnet mit christlichen Bauten und Kulturdenkmalen, die für die unterschiedlichen Themen gut inspirieren können“, sagt Markus Kresak. Er leitet den Bußgang seit 2006, hat dies als Aufgabe von seinem Vater Boleslaw Kresak übernommen. 1971 hatte dieser den Grundstein für diese überpfarrliche Aktion eines Laien innerhalb der damals vier eigenständigen Pfarreien in Görlitz gelegt. Als Schlosserbrigadier im volkseigenen Betrieb Keramikmaschinenbau, KEMA, war es ihm wichtig, die Kreuzesnachfolge als „Männersache zu präsentieren, was wiederum nicht heißt, dass nicht auch schon Mädchen und Frauen, speziell bei der ersten Station dabei waren.

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Ziel ist für den Bußgang: gehen und Zeugnis geben vom Kreuzestod unseres Heilands“, sagt Markus Kresak. „Mein Vater wollte etwas mehr für den Karfreitag. Dazu sollte der kirchliche Schutz-Raum verlassen und nach draußen gegangen werden.“

Ein anspruchsvoller Weg

Zwölf Männer waren beim ersten Bußweg unterwegs. Die Wegstrecke war anspruchsvoll, sie führte von der Neiße in Weinhübel, von der Klosterkirche St. Johannes und Franziskus quer durch die Stadt, nach St. Hedwig in den Westen der Stadt, nach Rauschwalde. Von dort ging es weiter in die Südstadt, nach Sankt Jakobus. Die letzte Station war in der Innenstadt die Pfarrkirche Heilig Kreuz. Man wagte es damals noch nicht, mit einem Vortragekreuz durch die Stadt zu gehen. Etwa vier Stunden dauerte der erste Bußgang. Das und mehr berichtete Boleslaw Kresak seinem Sohn Jahre später. Da war er bereits zum Diakon geweiht worden, wie zwei andere Kema-Kollegen auch.

Im Laufe der Jahre wuchs die Zahl der Bußgänger und ab dem fünften Bußgang führte der Weg, der bisher immer alle vier Stadtpfarreien einschloss, erstmalig zum Heiligen Grab. Seit 1977 beginnt der Bußgang jeweils in der Kreuzeskapelle des Heiligen Grabes und führt von dort im Wechsel zu den vier katholischen Kirchen. Seit 1991 begleitet die Bußgänger immer das Sterbe- und Vortragekreuz, das aus der Pfarrkirche Heilig Kreuz stammt. Einige Male wurde der Bußgang durch die Priesteramtskandidaten aus Erfurt und Neuzelle und manchmal auch durch die amtierenden Bischöfe begleitet. 1997 nahm der Nuntius, Giovanni Kardinal Lajolo, teil, 2006 Nuntius, Erzbischof Erwin Josef Ender. Ob als Pfarrer der Heilig Kreuz Pfarrei, später als Generalvikar, Alfred Hoffmann war oft bei Bußgängen dabei. Er sagt: „Mich beeindruckt die jahrzehntelange Treue.“ Die Gruppe der Männer werde nicht nur gemeinsam älter, sondern die Väter bringen ihre Söhne, inzwischen ihre Enkel mit, sodass verschiedene Generationen das Glaubenszeugnis gemeinsam geben. Jedes Jahr werde der Bußgang unter ein aktuelles Thema gestellt, es werden keine Texte wiederholt.

Markus Kresak, der viel Zeit in die Vorbereitung der anspruchsvollen Texte verwendet, sagt: „Männer erfüllen seit 50 Jahren eine ganz besondere Mission. Bußgang, so macht er deutlich, sei kein Spaziergang mit „meditativem Kulturprogramm. Gottes Sohn selbst lädt uns ein, seinen Leidensweg nachzugehen und uns von seinem Leid und Schmerz anstecken zu lassen.

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