merken
PLUS Döbeln

Ostrau: Impfen im Drei-Minuten-Takt

In Ostrau erhalten 150 Senioren die Erstimpfung gegen Corona. Einige sind zuvor skeptisch.

Steffen Wiegand und Mandy Seeger gehören zum Team des Impfbusses des DRK. Der kommt noch zweimal nach Ostrau.
Steffen Wiegand und Mandy Seeger gehören zum Team des Impfbusses des DRK. Der kommt noch zweimal nach Ostrau. © Lars Halbauer

Ostrau. Womit wird heute geimpft? – Das will Marita Rasser wissen, bevor sie die Unterlagen für die Corona-Schutzimpfung überhaupt auspackt. „Biontech“, antwortet Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU). Die Kattnitzerin ist erleichtert und gibt unumwunden zu: „Wäre es Astrazeneca gewesen, wären wir wieder gegangen.“

So denken viele der Senioren, die am Ostersonntag an die Ostrauer Grundschule gekommen sind. Dort steht der Impfbus des DRK Döbeln-Hainichen. Es ist das erste Mal, dass er in einem Ort des Altkreises Döbeln Station macht. Und es gibt bereits weitere Termine.

Gesundheit und Wellness
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit und Wellness haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Die Stimmung ist gelöst. Sowohl bei der sechsköpfigen „Besatzung“ des Busses, als auch bei den Senioren. Von allen Seiten sind nur lobende Worte zu hören. „Das hat die Verwaltung sehr gut organisiert. Vielleicht bekommen Sie dafür mal einen Orden“, ruft Marita Rasser lachend in Richtung des Bürgermeisters.

Gemeinde stellt Unterlagen zur Verfügung

Bei Anette Rüger gibt die 70-Jährige für sich und ihren Mann Georg (73) die vorbereiteten Einwilligungserklärungen und Anamnesebögen ab. Die konnten sich die Senioren im Vorfeld in der Ostrauer Gemeindeverwaltung abholen und in Ruhe zu Hause ausfüllen. „Da wir nicht wussten, welcher Impfstoff heute verwendet wird, haben wir die Unterlagen für Biontech und Moderna ausgegeben“, erklärt Schilling.

Wer keine Möglichkeit hatte, die Formulare vorzubereiten, bekommt diese von Anette Rüger. Sie fährt den Bus, kümmert sich vor Ort aber auch um die Registrierung der Senioren, die zum Impfen kommen.

Dabei hilft ihr eine von der Gemeinde umfangreich vorbereitete Liste. Trotz, dass sie in Hainichen wohnt, kennt Anette Rüger Ostrau gut. Denn sie gehört zum hiesigen Rassekaninchenzüchterverein.

Blitzschnelle Spritze nicht gespürt

Zum Ausfüllen der Unterlagen können die Ostrauer und Zschaitzer einen Aufenthaltsraum in der Grundschule nutzen. Der ist mit einem Aufzug erreichbar. Das nehmen aber nur Wenige in Anspruch. Trotz der kühlen Temperaturen setzen sich die Impfwilligen lieber auf die Stühle, die in Abständen im sonnigen Bereich neben dem Bus aufgestellt sind.

Marita und Georg Rasser werden von DRK-Mitarbeiter Steffen Wiegand in den Impfbus begleitet und sind ganz schnell wieder draußen. Sind sie überhaupt geimpft worden? „Ich dachte, dass muss doch mal losgehen, da war das Pflaster schon drauf“, sagt Marita Rasser. Sie habe die Spritze gar nicht gespürt. Das bestätigt auch ihr Mann.

© Lars Halbauer
© Lars Halbauer
© Lars Halbauer
© Lars Halbauer
© Lars Halbauer
© Lars Halbauer
© Lars Halbauer
© Lars Halbauer

Und wieder sind die beiden Kattnitzer des Lobes voll. „Wir haben uns sehr nett unterhalten. Das ist ganz freundliches Personal.“ Marita und Georg Rasser hoffen, dass die Impfung den gewünschten Erfolg bringt. „Wir wollen doch gesund bleiben, mit unseren Enkeln zusammen sein und mal wieder in eine Gaststätte und ins Theater gehen“, sagen sie.

Permanent öffnet sich die mittlere Tür des Busses. Dort ist eine Rampe angelegt, sodass auch den Senioren, die nicht mehr ganz so fit sind, das Aussteigen leicht fällt. Geplant ist das Impfen im Drei-Minuten-Takt. Und das scheint zu funktionieren. Rund um den Bus ist ein ständiges Kommen und Gehen.

Für das Parken wurde extra der nahe gelegene Penny-Parkplatz geöffnet. Doch dort stehen nur sehr wenige Fahrzeuge. Auch die Polizeibeamten, die vorbeischauen, um sich möglichen Parksündern in der Nähe des Impfbusses anzunehmen, steigen gar nicht erst aus.

Bus hält auch in Leisnig

„Die Gemeinde hat das super organisiert. Die haben wirklich was drauf“, sagen auch Christine und Michael Tegt, die sich gerade ihre Erstimpfung abgeholt haben. Sie meinen damit nicht nur den Impfbus, sondern auch die etwa 50 Senioren, die in zehn Fahrten mit einem Feuerwehrfahrzeug ins Impfzentrum nach Mittweida gebracht wurden (Sächsische.de berichtete).

Wie alle anderen wird Familie Tegt am 25. April zur selben Zeit wieder an die Ostrauer Grundschule kommen. Dann steht die Zweitimpfung an. Rund 150 Senioren haben sich am Ostersonntag impfen lassen. Den bisherigen Impfbus-Rekord gab es in Mühlau. Dort wurden 169 Personen an einem Tag geimpft.

In Ostrau stehen noch zwei weitere Termine zur Verfügung, zu denen die ältesten Einwohner aus der Region willkommen sind (siehe Kasten). Und es gibt eine weitere Kommune im Altkreis Döbeln, die auf dem Tourenplan der Busfahrerin steht. Danach wird der Impfbus am 14., 15. und 16. April in Leisnig halten. Einen genauen Standplatz kann Anette Rüger jedoch noch nicht nennen.

Während der Osterfeiertage hat das DRK laut seiner Facebookseite „die 50.000-Spritzenschwelle“ für den Landkreis Mittelsachsen überschritten. Die Impfquote betrage danach im Bereich der Erstimpfungen 10,6 Prozent und im Bereich der Zweitimpfung 6,2 Prozent.

Weitere Termine

  • Der Impfbus des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) macht noch zweimal an der Ostrauer Grundschule Station.
  • Der 7. April ist jedoch bereits ausgebucht.
  • Für den 8. April gibt es noch freie Termine.
  • Dafür können sich auch Personen anmelden, die nicht in der Gemeinde Ostrau wohnen.
  • Terminvereinbarungen sind ab dem 6. April, 9 Uhr unter Tel. 03424 2090 oder 034324 209203 möglich.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln