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Die aktuelle Corona-Lage in Dresden

Die Inzidenz stagniert, Kita-Eltern haben mehr Stress und die Corona-Notbremse bringt Dresden neue Einkaufsregeln. Alles Wissenswerte zu Covid-19.

So ist die Lage in der Stadt.
So ist die Lage in der Stadt. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

Dresden. Sie müssen mehr organisieren, als ohnehin schon. Eltern, deren Kinder in eine Kita gehen, haben besonderen Stresse, weil die Öffnungszeiten der Tagesstätten geändert wurden. Die damit veränderten finanziellen Bedingungen helfen da nicht wirklich.

Die Inzidenz ist in Dresden fast konstant. Dass sie nicht steigt, ist eine gute Nachricht. Aber sie fällt auch nicht und das bedeutet, dass der Bundes-Lockdown auch in Dresden greift.

Diese und weitere aktuelle Entwicklungen zu Corona in Dresden lesen Sie hier im Überblick.

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DIE NEUESTEN ENTWICKLUNGEN ZU CORONA IN DRESDEN:

Inzidenz steigt wieder

Die Dresdner Inzidenz ist wieder gestiegen. Sie liegt am Donnerstag bei 126,3. Am Mittwoch meldete die Stadt 118,5. Auch fünf neue Sterbefälle hat das Gesundheitsamt registriert.

Der große Überblick über alle aktuellen Zahlen und Entwicklungen zu Corona in Dresden.

Neue Regeln fürs Einkaufen

Ab dem 24. April gilt auch in Dresden das, was als bundeseinheitliche "Corona-Notbremse" bezeichnet wird. Es handelt sich um das „Vierte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“. Ergänzt wird es von der sächsischen Corona-Schutz-Verordnung, sofern dort strengere Regeln als im dem Bundesgesetz stehen.

Für Dresden hat diese "Corona-Notbremse" vor allem Folgen hinsichtlich der Ladenöffnungen. Da auch die Schließung von Einrichtungen direkt vom Bundesgesetz geregelt ist, hebt die Landeshauptstadt Dresden ihre Allgemeinverfügung über die Lockerung von Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vom 1. April auf.

In Dresden gilt ab Sonnabend auch eine Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr, Freizeiteinrichtungen und Geschäfte, die nicht der Grundversorgung dienen, müssen geschlossen bleiben. Der Einkauf nach Vorbestellung oder mit Termin in einem Geschäft ist weiter möglich - bis zu einer Inzidenz von 150. Voraussetzung sind dafür aber ein tagesaktueller Negativtest und Kontaktnachverfolgung.

Stress durch geänderte Kitazeiten

Vielerorts haben Kitas wegen Corona schon geschlossen, in Dresden nicht. Doch verkürzte Öffnungszeiten bedeuten Stress, vor allem für die Eltern. Der sogenannte eingeschränkte Regelbetrieb erfordert viel Organisationsaufwand von ihnen, zum Beispiel bei stets neuen Absprachen mit dem Arbeitgeber.

Wie finanziell mit der verkürzten Betreuungszeit umgegangen wird, lesen Sie hier. (SZ+)

Weitere neue Testzentren

Dresden hat zwei neue Schnelltest-Zentren: Im Parkhotel auf dem Weißen Hirsch und vor einem dm-Markt an der Großenhainer Straße. Im Parkhotel kann man sich ab sofort testen lassen, in dem neuen Testzentrum in Pieschen geht es am 26. April los.

Alle weiteren Details zu Schnelltests in Dresden lesen Sie hier. (SZ+)

Nur nach Negativtest zum Friseur oder zur Kosmetik

Friseure und Kosmetiker dürfen nur am Kunden arbeiten, wenn sich die Salonbetreiber an ein strenges Hygienekonzept halten. Einige der Regeln galten bereits im vergangenen Jahr. Nun auch vorgeschrieben, dass sich die Salonbetreiber und alle Mitarbeiter regelmäßig auf das Coronavirus testen lassen. Und für die Kunden gilt: Ein Termin ist nur mit einem tagesaktuellen, negativen Testergebnis möglich.

Was diese Regelungen für Folgen haben, lesen Sie hier. (SZ+)

So viele Dresdner Schüler sind positiv getestet

Die Ferien sind vorbei, seit einer Woche sind die Dresdner Schüler wieder in der Schule. Das erste Mal werden müssen sich nun auch Grundschüler selbst testen, wenn sie den Unterricht besuchen wollen. Zweimal die Woche müssen sich alle Schüler testen.

"In der 15. Kalenderwoche erreichten uns 113 positive Schnelltestergebnisse aus 43 Dresdner Schulen", sagt Gesundheitsamtsleiter Frank Bauer. Eine hohe Zahl, denn das Landesamt für Schule und Bildung spricht auf SZ-Anfrage von lediglich 14 positiven Selbsttest-Ergebnissen. Wie die Zahlendifferenz zustande kommt.

Schulen starten nach Osterferien mit Corona-Testpflicht
Schulen starten nach Osterferien mit Corona-Testpflicht © dpa

Verdächtige "Querdenker" auf neuer Demo

Am Montag hat die umstrittene Organisation wieder demonstriert. Die Polizei entdeckte mehrere Teilnehmer, die sie bereits suchte. Die Polizei ermittelt gegen sechs Personen, die im Verdacht stehen am Sonnabend an einer nicht erlaubten Versammlung auf dem Postplatz teilgenommen zu haben. Die Beamten entdeckten die Verdächtigen am Montagabend bei der wöchentlichen "Querdenker"-Kundgebung auf dem Altmarkt.

„Querdenker“: Ermittlungen wegen illegaler Versammlung

Nach der Festnahme eines 52-Jährigen am Postplatz gibt es auch Anzeigen gegen Polizisten. Nachdem die Polizei am Sonnabend mit einem Großaufgebot verbotene Versammlungen in der Innenstadt verhindert hatte, eskalierte es abends am Postplatz. Polizisten nahmen dort – recht ruppig – einen 52-Jährigen fest, der zuvor dort aus dem Grundgesetz vorgelesen hatte.

Videos in den sozialen Medien zeigen, wie sich die zwei Beamten auf den Mann stürzen, ihn vom Rad werfen, am Boden fixieren und fesseln. In einer der SZ vorliegenden weniger beschnittenen Videosequenz ist zu sehen, wie zwei Beamte zuvor dem 52-Jährigen hinterherlaufen und ihn offensichtlich ansprechen, er sie aber ignoriert.

Autofreie Neustadt kommt nicht

Eine Woche sollte die Dresdner Neustadt im Mai autofrei sein. Nun wurde das Verkehrsexperiment abgesagt. Der Grund: Corona. Lange stand das Verkehrsexperiment auf Kippe. Erst wurde die geplante Woche um ein halbes Jahr verschoben, nun ist sie gänzlich abgesagt.

"Die aktuelle Corona-Lage lässt leider keine andere Entscheidung zu", erklären die Organisatoren vom BUND und dem Projekt Zukunftsstadt Dresden. Das Projekt sollte Fahrzeuge für sieben Tage im Mai aus dem Viertel verbannen.

Verkehrsexperiment "Woche des guten Lebens" abgesagt
Verkehrsexperiment "Woche des guten Lebens" abgesagt © (c) Christian Juppe

"Querdenken": So lief das Wochenende ab

Es sollte nicht wieder so kommen wie am 13. März. Damals waren gut 2.000 Anhänger der "Querdenken"-Bewegung trotz des Versammlungsverbots in Dresden unterwegs. Diesmal gelang es der Polizei größere Ansammlungen zu verhindern und den Tag weitgehend friedlich zu halten. Am Abend änderte sich das etwas.

Alles zur Situation am Samstag lesen Sie hier.

Das Impf-Tempo zieht an

Das Tempo im Dresdner Impfzentrum, bei den mobilen Teams und in den Hausarztpraxen hat in den vergangenen Tagen deutlich angezogen. Bis zum Mittwochabend sind insgesamt 62.509 Menschen in Dresden einmal geimpft worden, teilt das Sächsische Sozialministerium mit. Das sind gut 13.200 mehr als noch vor einer Woche. Im März lag die Zahl der wöchentlichen Erstimpfungen in Dresden noch zwischen 2.000 und 7.000.

Ein Grund für den Schub dürfte die Ausweitung der Impfkampagne auf die Arztpraxen sein. In ganz Sachsen haben sich in der vergangenen Woche etwa 1.300 niedergelassene Ärzte beteiligt. Wie viele es in Dresden waren, konnte die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) auf SZ-Anfrage am Donnerstag zunächst nicht sagen. Dasselbe gilt für die Zahl der Menschen, die in der Stadt in ihrer Hausarztpraxis geimpft wurden. Außerdem bietet Sachsen seit der vergangenen Woche den 60- bis 69-Jährigen eine Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff an. Nächste Woche soll der Kreis der Impfberechtigten im Freistaat erneut erweitert werden.

Freie Wähler fordern Immunitäts-Studie

Eine Corona-Immunitäts-Studie soll den tatsächlichen Stand der Verbreitung von Corona-Infektionen und die Immunität in der Dresdner Bevölkerung feststellen. Im Stadtrat gibt es einen Antrag, eine entsprechende Studie durchzuführen.

Die Forderung kommt von den Freien Wählern. Sie wollen, dass Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) mit den Dresdner Kliniken eine lokale Prävalenzstudie erstellen lässt. Dabei wird auf die als "Corona-Vorzeigestädte" bezeichneten Städte Tübingen und Rostock verwiesen. Was dahinter steckt.

Dresden verbietet AfD-Demonstration

Nach den sogenannten Querdenkern darf auch die AfD-Partei nicht demonstrieren. Die Stadtverwaltung hat die am Sonnabend geplante Demonstration der AfD verboten. Die Partei hatte eine Kundgebung mit 500 Teilnehmern auf dem Neumarkt angemeldet. Bereits am Dienstag hatte die Stadt die für den Sonnabend geplanten Versammlungen der Querdenken-Initiative verboten.

Das Verbot der AfD-Kundgebung wurde aus Sicht der Versammlungsbehörde nötig, um zu verhindern, dass Anhänger der verbotenen Querdenken-Demonstrationen an diesem Tag einen legalen Anlaufpunkt im Stadtgebiet finden. Eine Situation, wie sie am 13. März 2021 in Dresden stattfand, als sogenannte Querdenker nach einem Verbot eine andere Versammlung nutzten, um zu demonstrieren, soll dadurch verhindert werden.

Verkehrsmuseum öffnet wieder

Das Verkehrsmuseum öffnet am Freitag
Das Verkehrsmuseum öffnet am Freitag © Archiv/dpa-Zentralbild

Nach einem knappen halben Jahr ohne Besucher öffnet am Freitag, den 16. April das Verkehrsmuseum erstmals wieder für Besucher. Von 10 bis 18 Uhr kann das Museum Freitag bis Sonntag besucht werden, montags bis donnerstags ist vorerst weiter geschlossen. "Wir bieten unseren Gästen mit unseren Ausstellungen eine sichere Umgebung für ein entspanntes, anregendes Kulturerlebnis", meint Michael Vogt, der Direktor des Verkehrsmuseums. Welche Hygienevorschriften Besucher Bedenken sollten.

Die Corona-Sammlung im Stadtarchiv wächst

Archiv-Mitarbeiterin Mandy Ettelt zeigt einige der Schätze aus der Corona-Sammlung.
Archiv-Mitarbeiterin Mandy Ettelt zeigt einige der Schätze aus der Corona-Sammlung. © Sven Ellger

Unter der Überschrift "Corona-Erinnerungen für die Ewigkeit" hatte das Stadtarchiv bereits im Frühjahr 2020 als erste Einrichtung ihrer Art in Deutschland die Öffentlichkeit dazu aufgerufen, Material zu sammeln und dem Stadtarchiv zur Verfügung zu stellen. Was sich dort alles findet.

Impfen so schnell es geht

Professor Michael Albrecht, der Medizinische Vorstand des Uniklinikums, fordert, die Impfpriorisierung aufzuheben. "Jetzt geht es um Geschwindigkeit", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Man müsse verstärkt die impfen, die viel unterwegs sind, Kontakte haben und gefährdeter sind, sich anzustecken.

Wie er seine Forderung weiter begründet, lesen Sie hier.

Mehr als 1.000 Corona-Tote in Dresden - Wer sind sie?

Vor reichlich einem Jahr forderte die Pandemie das erste Todesopfer in Dresden: Eine Frau, über 80 Jahre alt, verlor Mitte März 2020 ihr Leben. Ein Jahr und ein Monat später drohen die einzelnen Schicksale zu verblassen, so hoch ist die Zahl der Verstorbenen inzwischen, es sind mehr als 1.000. Was weiß man über die Verstorbenen? Und wie sicher ist es, dass diese Menschen an Corona starben? Die Sächsische Zeitung gibt die wichtigsten Fragen und Antworten.

Shoppen mit Test lässt Umsätze sinken

Wer in Dresden gern einkaufen geht, muss die Regeln genau kennen. Was ist erlaubt? Muss man sich anmelden? Aktuell sind die Läden - auch Bekleidungsgeschäfte - offen, aber jeder Kunde muss einen tagesaktuellen negativen Coronatest vorweisen. Doch dadurch werde die Hürde für die Kunden, überhaupt shoppen zu gehen, höher gelegt, so die Händler.

"Grundsätzlich war das Einstellen von Click & Meet, um es dann nach Ostern wieder einzuführen, nicht förderlich", schätzt Centermanager Jens Preißler von der Altmarktgalerie ein. Die Verunsicherung bei den Besuchern sei sehr groß. Dies würde er auch an den zahlreichen Anfragen merken. In vielen Fällen sei es ein Service der Händler, wenn sie ihre Läden öffnen. "Betriebswirtschaftlich sinnvoll ist das Ganze leider nicht", so Preißler.

Als Nachweis gilt bisher auch die Selbstauskunft über einen Test. Jeder Dresdner kann sich diese im Netz ausdrucken. Betrug und Fälschung könnten hier vorkommen.

Der große Dresdner Schnelltest-Atlas

Schnelltests sind die Eintrittskarte zurück ins Leben. Das Netz an Schnelltest-Zentren wird immer dichter. An fast 80 Orten in der Stadt können sich die Dresdner inzwischen kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Das ist auch nötig, wenn man per Click & Meet einkaufen, zum Friseur oder in den Zoo gehen möchte.

Eintritt wird nur denen gewährt, die ein negatives Testergebnis vorzeigen können. Wo sich die Testzentren befinden, welche Tests dort angeboten werden und wie man einen Termin bekommt - hier gibt es alle Daten im Überblick.

Das einzige Dresdner Kino, das derzeit öffnen darf: Auch in der Schauburg wird getestet.
Das einzige Dresdner Kino, das derzeit öffnen darf: Auch in der Schauburg wird getestet. © dpa/Sebastian Kahnert

Schulstart mit Testpflicht

Öffnen sie oder öffnen sie nicht? Dresdens Schüler und ihre Eltern verfolgten auch in den Osterferien die aktuellen Entwicklungen in ihrer Stadt. Als dann klar war, dass der Unterricht in den Schulen losgeht, waren bei vielen die Freude und Erleichterung darüber groß, dass nun weiterhin in den Klassenzimmern gelernt werden kann.

Doch auch die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus dürfte angesichts der stetig steigenden Infektionszahlen in Dresden eine Rolle spielen. Um mögliche Infektionen schnell zu erkennen, müssen sich neben den Lehrern und Erziehern nun auch die Schüler zweimal wöchentlich auf das Virus testen lassen. Wie das funktioniert und wie Eltern mit der Regelung umgehen.

Dresdner Schüler werden ab sofort zweimal pro Woche getestet.
Dresdner Schüler werden ab sofort zweimal pro Woche getestet. © dpa

Kaffeebecher vermüllen Dresdens Papierkörbe

Restaurants, Bars und Cafés sind geschlossen. Wenn die Dresdner derzeit Kaffee, Pizza und Co. genießen wollen, müssen sie das zuhause oder unterwegs machen. Die Folge: übervolle Müllkörbe. Denn alles ist in Papier oder Plastik verpackt und abgefüllt. Das beobachtet auch die Stadt.

"Insbesondere coronabedingt werden in verstärktem Maße Convenienceverpackungen in Umlauf gebracht", so Thomas Kügler, Abteilungsleiter Abfallwirtschaft im Rathaus. Für diese Verpackungsart würden sich aber über die Menge schwierig Aussagen treffen lassen, da sich die Entsorgung der Verpackungen auf verschiedene Systeme verteilt. Laut der Deutschen Umwelthilfe werden in Deutschland stündlich 320.000 Einwegbecher für Heißgetränke außer Haus verbraucht. Was die Stadt Dresden dagegen tut.

Corona: Schwierige Kleingarten-Suche

Die Wartelisten werden immer länger. Anstelle von Angeboten werden in den Online-Portalen täglich neue Anfragen inseriert: "Kleingarten gesucht", "Familie sucht Kleingarten", "Kleingarten im Hecht". Wenn dazwischen doch mal eine Parzelle angeboten wird, dann häufig zu horrenden Preisen von bis zu 5.000 Euro. Das riecht nach Kleingarten-Blase.

Der ewige Corona-Lockdown zieht vor allem junge Leute ins Grüne. Dass sich die Zahl der Kleingärten mittelfristig erhöhen könnte, glaubt Frank Hoffmann nicht. Der Chef des Dresdner Kleingärtner-Stadtverbandes muss vielmehr dafür kämpfen, dass es nicht weniger Parzellen werden.

Angelique Walter sucht zunehmend verzweifelt einen Kleingarten in Dresden
Angelique Walter sucht zunehmend verzweifelt einen Kleingarten in Dresden © Sven Ellger

Corona lässt Dresdner zu mehr Drogen greifen

In der Corona-Pandemie suchen die Menschen offenbar öfter den Rausch mit Alkohol und Cannabis. Diese Entwicklung bestätigt eine Antwort von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auf eine Anfrage von Linken-Stadträtin Pia Barkow.

Seit Herbst 2020 verzeichnet die Jugendhilfe wesentlich mehr Anfragen und vermehrt schwere Fälle psychisch Erkrankter. Auch im Abwasser finden sich mehr Spuren von Crystal und Kokain.

Tausende Dresdner buchen Astrazeneca-Termine

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie ist die nächste Stufe gezündet worden. Seit Donnerstag, den 8.April sind nun auch die Sachsen zwischen 60 und 69 Jahren berechtigt, sich impfen zu lassen. Dafür steht zunächst vorrangig der Impfstoff von Astrazeneca zur Verfügung.

Aber wie groß ist das Vertrauen in das Mittel? Wie viele Termine bereits gebucht wurden und wie viele noch frei sind - das ist der Stand der Impfkampagne in Dresden.

Sind Dresdens Öffnungen sinnlos?

Am Donnerstag vor Ostern musste Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) alle Lockerungen, die die Stadt verfügt hatte, zurücknehmen. Zoo, Museen, Ladengeschäfte und einiges mehr waren über Ostern dicht, weil die Inzidenz in Dresden - also die festgestellten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner - zu hoch war.

Mit der neuen Coronaschutzverordnung gilt nicht mehr allein die Inzidenz als relevant, sondern die mit Corona-Patienten belegten Krankenhausbetten auf Normalstationen in Sachsen. Seit Dienstag, den 30.März können deshalb die kurz zuvor geschlossenen Einrichtungen wieder öffnen. Doch viele nutzen das nicht. Was die Stadt Dresden dazu sagt.

Mehr Arbeit in den Testzentren

Das Interesse an Schnelltests steigt, gleichzeitig steigt die Zahl der Testzentren. Allein im Kulturpalast haben sich in der Zeit vom 29. März bis zum 4. April 6.489 Menschen testen lassen, meldet die Stadt. Ein neues Testzentrum gibt es in der Schauburg, auch im Hacker-Pschorr-Lokal auf dem Altmarkt wird getestet.

Alle Zahlen zu den Tests und wo eigens für den Zoobesuch ein Testzentrum öffnet, lesen Sie hier.

Langes Warten auf Impftermine

Keine freien Termine in den kommenden zehn Tagen, dann ist mal ein einziger verfügbar. "Die Termine sind sehr schnell weg", sagt Kai Kranich, der Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Sachsen. Das DRK betreibt das Impfzentrum in der Dresdner Messe.

Laut Kranich lohne sich eigentlich erst zu buchen, wenn mal zehn freie Termine an einem Tag in dem Serviceportal frei sind, bei weniger sind sie während des Ausfüllens der Anmeldung schon weg. Das DRK arbeitet daran, immer mehr Dresdner zu impfen.

Wie viele bereits den Schutz vor dem Coronavirus haben und wie es weitergeht, lesen Sie hier.

Tanzschulen fordern Click & Dance

Mit Stil und Etikette, aber deshalb nicht weniger nachdrücklich verschaffen sich die Dresdner Tanzschulen, Tanzvereine und -studios zusammen mit ihren Kollegen in ganz Sachsen Gehör.

Seit sechs Monaten sind sie durchgängig geschlossen, und haben keine Perspektive auf einen zumindest eingeschränkten Betrieb. "Das geht so nicht weiter", sagt Tassilo Lax, der eine Tanzschule gemeinsam mit seiner Frau Sabine betreibt.

Nicht zufällig tragen Sabine und Tassilo Lax Schwarz, genau wie ihr Kollege Jens Pötschke (m.). Die Tanzlehrer trauern um ihren Beruf und ihre Unternehmen.
Nicht zufällig tragen Sabine und Tassilo Lax Schwarz, genau wie ihr Kollege Jens Pötschke (m.). Die Tanzlehrer trauern um ihren Beruf und ihre Unternehmen. © Sven Ellger

Noch länger wollen weder er noch die Kollegen der anderen Tanzinstitutionen diesen Zustand nicht hinnehmen. Im März haben sie die Interessengemeinschaft "Tanzen in Sachsen" mitgegründet - als Zusammenschluss fast aller sächsischer Einrichtungen des Hobby- oder Wettkampftanzes. Dazu gehören die im Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband organisierten Tanzschulen und Tanzsportvereine sowie die verbandsfreien Institutionen - rund 100 insgesamt.

Zusammen haben sie ein Konzept erarbeitet, nach dem sie ab 19. April sogenannten Individual-Unterricht anbieten wollen. Das sei das erste mögliche Datum für einen zaghaften Neuanfang, sagt Tassilo Lax. Wie das Konzept konkret aussieht.

Tagespflege: "Die Einsamkeit sehen wir mit großer Sorge"

Noch immer fürchten viele Dresdner Senioren, sich bei einem Besuch der Tagespflege mit Corona zu infizieren. Gleichzeitig leiden sie jedoch unter der monatelangen Isolation. "Viele haben immer noch Angst, sie könnten sich anstecken", sagt Sandra Zimmermann, die die Tagespflege des ASB in der Prager Zeile vor einem Jahr mit eröffnete. Dabei sei das Hygienekonzept längst so ausgefeilt, dass jede Straßenbahnfahrt gefährlicher sei.

In der ASB-Tagespflege in der Prager Zeile basteln Olga Büder (l.) und Carmen Kuhnert Osterhasen. Betreuerin Kerstin Kunze hilft dabei gern.
In der ASB-Tagespflege in der Prager Zeile basteln Olga Büder (l.) und Carmen Kuhnert Osterhasen. Betreuerin Kerstin Kunze hilft dabei gern. © René Meinig

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