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Die aktuelle Corona-Lage in Dresden

Die Zahlen aus dem Gesundheitsamt sind alarmierend. Seit Pandemiebeginn sind mehr als 1.000 Menschen an oder mit Corona verstorben. Alles zu Covid-19.

In Dresden sind nun mehr als 1.000 Menschen im Zusammenhang mit Corona verstorben.
In Dresden sind nun mehr als 1.000 Menschen im Zusammenhang mit Corona verstorben. © Archiv/Sven Ellger

Dresden. Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt am Dienstag leicht, doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die Zahl der neuen Infektionen ist dreistellig und in den Krankenhäusern spitzt sich die Lage weiter zu.

Seit Montag läuft für Dresdner Schülerinnen und Schüler der Unterricht in Präsenz. Dafür müssen sie sich zweimal die Woche auf das Virus testen lassen. Auch Erzieher und Lehrer brauchen ein negatives Test-Ergebnis. Damit scheint das Problem des digitalen Unterrichts vorerst beseitigt. Was Experten derzeit mit Sorge betrachten, ist der gestiegene Drogen- und Alkoholkonsum unter Jugendlichen.

Seit Herbst 2020 verzeichnet die Jugendhilfe einen gestiegenen Mischkonsum, Alkohol- und Crystal-Rückfälle und vermehrt schwere Fälle psychisch Erkrankter. Aber nicht nur die Jugendlichen greifen in der Lockdown-Zeit vermehrt zu rauscherzeugenden Substanzen. Die Erwachsenenpsychiatrie des Uniklinikums beobachtet seit Anfang des Jahres 2021 einen massiven Anstieg bei Alkoholentzugssyndromen, Alkoholvergiftungen und durch Drogen verursachte Psychosen.

Diese und weitere aktuelle Entwicklungen zu Corona in Dresden lesen Sie hier im Überblick.

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DIE NEUESTEN ENTWICKLUNGEN ZU CORONA IN DRESDEN:

Wocheninzidenz steigt weiter

In Dresden sind am Dienstag acht weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gemeldet worden. Zuvor war am Wochenende keiner hinzugekommen. Fast 250 neue Infektionen meldet die Stadt und die Zahl der Toten ist nun vierstellig.

Der große Überblick über alle aktuellen Zahlen und Entwicklungen zu Corona in Dresden.

Schulstart mit Testpflicht

Öffnen sie oder öffnen sie nicht? Dresdens Schüler und ihre Eltern verfolgten auch in den Osterferien die aktuellen Entwicklungen in ihrer Stadt. Als Ende der Woche klar war, dass der Unterricht in den Schulen an diesem Montag wieder losgeht, war bei vielen die Freude und Erleichterung groß, dass nun weiterhin in den Klassenzimmern gelernt werden kann.

Doch auch die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus dürfte angesichts der stetig steigenden Infektionszahlen in Dresden eine Rolle spielen. Um mögliche Infektionen schnell zu erkennen, müssen sich neben den Lehrern und Erziehern nun auch die Schüler zweimal wöchentlich auf das Virus testen lassen. Wie das funktioniert und wie Eltern mit der Regelung umgehen.

Dresdner Schüler werden ab sofort zweimal pro Woche getestet.
Dresdner Schüler werden ab sofort zweimal pro Woche getestet. © dpa

Kaffeebecher vermüllen Dresdens Papierkörbe

Restaurants, Bars und Cafés sind geschlossen. Wenn die Dresdner derzeit Kaffee, Pizza und Co. genießen wollen, müssen sie das zuhause oder unterwegs machen. Die Folge: Übervolle Müllkörbe. Denn alles ist in Papier oder Plastik verpackt und abgefüllt. Das beobachtet auch die Stadt.

"Insbesondere coronabedingt werden in verstärktem Maße Convenienceverpackungen in Umlauf gebracht", so Thomas Kügler, Abteilungsleiter Abfallwirtschaft im Rathaus. Für diese Verpackungsart würden sich aber über die Menge schwierig Aussagen treffen lassen, da sich die Entsorgung der Verpackungen auf verschiedene Systeme verteilt. Laut der Deutschen Umwelthilfe werden in Deutschland stündlich 320.000 Einwegbecher für Heißgetränke außer Haus verbraucht. Was die Stadt Dresden dagegen tut.

Corona: Schwierige Kleingarten-Suche

Die Wartelisten werden immer länger. Anstelle von Angeboten werden in den Online-Portalen täglich neue Anfragen inseriert: "Kleingarten gesucht", "Familie sucht Kleingarten", "Kleingarten im Hecht". Wenn dazwischen doch mal eine Parzelle angeboten wird, dann häufig zu horrenden Preisen von bis zu 5.000 Euro. Das riecht nach Kleingarten-Blase.

Der ewige Corona-Lockdown zieht vor allem junge Leute ins Grüne. Dass sich die Zahl der Kleingärten mittelfristig erhöhen könnte, glaubt Frank Hoffmann nicht. Der Chef des Dresdner Kleingärtner-Stadtverbandes muss vielmehr dafür kämpfen, dass es nicht weniger Parzellen werden.

Angelique Walter sucht zunehmend verzweifelt einen Kleingarten in Dresden
Angelique Walter sucht zunehmend verzweifelt einen Kleingarten in Dresden © Sven Ellger

Corona lässt Dresdner zu mehr Drogen greifen

In der Corona-Pandemie suchen die Menschen offenbar öfter den Rausch mit Alkohol und Cannabis. Diese Entwicklung bestätigt eine Antwort von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auf eine Anfrage von Linken-Stadträtin Pia Barkow.

Seit Herbst 2020 verzeichnet die Jugendhilfe wesentlich mehr Anfragen und vermehrt schwere Fälle psychisch Erkrankter. Auch im Abwasser finden sich zudem mehr Spuren von Crystal und Kokain.

Bitte um klare Corona-Regeln

Unser Lockdown-Kolumnist Christoph Springer hat den Überblick verloren. Alkoholverbot auf der Straße, wo und wann? Besuchsregeln, wer und wie viele? Wem darf ich einen Kurzbesuch abstatten? Maske tragen, wo und welche? Was gilt gerade, was ist überholt? Eine persönliche Sicht auf das Regel-Chaos.

Ex-OB Roßberg mit Astrazeneca geimpft

Auf diese Meldung hat Ingolf Roßberg lange gewartet. Vor wenigen Tagen gab die Bundesregierung erstmals Corona-Impfungen für Menschen ab 60 Jahren frei. Voraussetzung ist die Bereitschaft, Astrazeneca als Impfstoff zu akzeptieren.

Dresdens früherer Oberbürgermeister Roßberg feierte am 22. März seinen 60. Geburtstag und wollte unbedingt rasch geimpft werden. "Da meine Frau zur Risikogruppe gehört, wollte ich so schnell wie möglich den Schutz, damit nichts von außen in unsere Familie reingebracht wird", sagt er.

Am Samstag klappt es schließlich mit der Impfung - ausgerechnet an dem Tag, als Hunderte gegen den Bundesparteitag der AfD in der Messe protestieren. Das ist jedoch nicht der Grund dafür, dass Roßbergs Vergnügen beim Impftermin eher begrenzt war.

Ingolf Roßberg ließ sich am Samstag in Dresden gegen das Coronavirus impfen.
Ingolf Roßberg ließ sich am Samstag in Dresden gegen das Coronavirus impfen. © Sven Ellger

Tausende Dresdner buchen Astrazeneca-Termine

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie ist die nächste Stufe gezündet worden. Seit Donnerstag sind nun auch die Sachsen zwischen 60 und 69 Jahren berechtigt, sich impfen zu lassen. Dafür steht zunächst vorrangig der Impfstoff von Astrazeneca zur Verfügung.

Aber wie groß ist das Vertrauen in das Mittel? Wie viele Termine bereits gebucht wurden und wie viele noch frei sind - das ist der Stand der Impfkampagne in Dresden.

Dresdner Museen öffnen

In einer Woche öffnen die städtischen Dresdner Museum. Auch das Hygiene-Museum kann dann wieder besucht werden. Das teilte die Stadt am Freitag, 9. April, mit. Erster Öffnungstag ist demnach der 16. April. Das gilt auch für das Verkehrsmuseum.

Allerdings gilt dafür eine Voraussetzung: Auf den Normalstationen der Sächsischen Krankenhäuser dürfen dafür nicht mehr als 1.300 Betten mit Corona-Patienten belegt sein. Wird dieser Wert überschritten, greift so etwas wie die vielzitierte Notbremse. Die Museen müssen dann wieder schließen.

Die Vorbereitungen für eine Wiedereröffnung im Rahmen der Corona-Schutzverordnung laufen auf Hochtouren, so die Stadtverwaltung. Ein Besuch ist aber nur mit vorher gebuchten Zeitfenster-Tickets und einem tagesaktuellen negativen Corona-Test möglich. Darüber hinaus müssen sich die Besucher zur etwaigen Kontaktnachverfolgung mit ihren persönlichen Daten registrieren. In allen Museen und Ausstellungen ist das Abstandsgebot einzuhalten und es muss wie in Geschäften, Bussen und Straßenbahnen eine Mund-Nase-Maske getragen werden.

Die Dresdner Museen öffnen in einer Woche, auch das Stadtmuseum.
Die Dresdner Museen öffnen in einer Woche, auch das Stadtmuseum. © Archiv/Rene Meinig

Öffnen werden ab dem 16. April das Stadtmuseum Dresden, die Städtische Galerie, die Technischen Sammlungen, das Kunsthaus Dresden, das Leonhardi-Museum, das Weber-Museum, das Kraszweski-Museum, das Kügelgenhaus und das Palitzsch-Museum. Das Schillerhäuschen bleibt geschlossen.

Im Hygiene-Museum werden einige der interaktiven Stationen nicht in Betrieb sein und an den Audio-Stationen müssen eigene Kopfhörer benutzt werden. In den nächsten Wochen wird die Öffnungszeit von Dienstag bis Freitag auf 10 bis 17 Uhr verkürzt, Sonnabend und Sonntag ist regulär von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Neben Dauerausstellung und dem Kinder-Museum sind dort die beiden Sonderausstellungen „Future Food. Essen für die Welt von morgen“ und „Im Gefängnis. Vom Entzug der Freiheit“ zu sehen.

Weitere Informationen unter www.museen-dresden.de

Sind Dresdens Öffnungen sinnlos?

Am Donnerstag vor Ostern musste Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) alle Lockerungen, die die Stadt verfügt hatte, zurücknehmen. Zoo, Museen, Ladengeschäfte und einiges mehr waren über Ostern dicht, weil die Inzidenz in Dresden - also die festgestellten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner - zu hoch war.

Mit der neuen Coronaschutzverordnung gilt nicht mehr allein die Inzidenz als relevant, sondern die mit Corona-Patienten belegten Krankenhausbetten auf Normalstationen in Sachsen. Seit Dienstag können deshalb die kurz zuvor geschlossenen Einrichtungen wieder öffnen. Doch viele nutzen das nicht. Was die Stadt Dresden dazu sagt.

Mehr Arbeit in den Testzentren

Das Interesse an Schnelltests steigt, gleichzeitig steigt die Zahl der Testzentren. Allein im Kulturpalast haben sich in der Zeit vom 29. März bis zum 4. April 6.489 Menschen testen lassen, meldet die Stadt. Ein neues Testzentrum gibt es in der Schauburg, auch im Hacker-Pschorr-Lokal auf dem Altmarkt soll bald getestet werden.

Alle Zahlen zu den Tests und wo eigens für den Zoobesuch ein Testzentrum öffnet, lesen Sie hier.

Neue Freizeitangebote

Die aktuelle Allgemeinverfügung der Stadt erlaubt es Museen, Galerien, Zoos und botanischen Gärten unabhängig von der aktuellen Sieben-Tage-Inzidenz zu öffnen. Nicht jeder, der könnte, macht mit, aber es gibt deshalb nun wieder mehr Freizeitangebote in Dresden.

Ein Beispiel ist die Parkeisenbahn, die ab dem zweiten Aprilwochenende wieder regelmäßig fährt. Allerdings mit Corona-Auflagen, wie der Maskenpflicht während der Fahrt und einem tagesaktuellen Negativ-Test.

Der Schlosspark Pillnitz ist bereits seit dem 1. April wieder geöffnet, ebenso der Zoo.

Weitere Hinweise zu jetzt geöffneten Freizeitangeboten finden Sie hier.

Langes Warten auf Impftermine

Keine freien Termine in den kommenden zehn Tagen, dann ist mal ein einziger verfügbar. "Die Termine sind sehr schnell weg", sagt Kai Kranich, der Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Sachsen. Das DRK betreibt das Impfzentrum in der Dresdner Messe.

Laut Kranich lohne sich eigentlich erst zu buchen, wenn mal zehn freie Termine an einem Tag in dem Serviceportal frei sind, bei weniger sind sie während des Ausfüllens der Anmeldung schon weg. Das DRK arbeitet daran, immer mehr Dresdner zu impfen.

Wie viele bereits den Schutz vor dem Coronavirus haben und wie es weitergeht, lesen Sie hier.

Tanzschulen fordern Click & Dance

Mit Stil und Etikette, aber deshalb nicht weniger nachdrücklich verschaffen sich die Dresdner Tanzschulen, Tanzvereine und -studios zusammen mit ihren Kollegen in ganz Sachsen Gehör.

Seit sechs Monaten sind sie durchgängig geschlossen, bis heute ohne eine Perspektive auf zumindest eingeschränkten Betrieb. "Das geht so nicht weiter", sagt Tassilo Lax, der eine Tanzschule gemeinsam mit seiner Frau Sabine betreibt.

Nicht zufällig tragen Sabine und Tassilo Lax Schwarz, genau wie ihr Kollege Jens Pötschke (m.). Die Tanzlehrer trauern um ihren Beruf und ihre Unternehmen.
Nicht zufällig tragen Sabine und Tassilo Lax Schwarz, genau wie ihr Kollege Jens Pötschke (m.). Die Tanzlehrer trauern um ihren Beruf und ihre Unternehmen. © Sven Ellger

Noch länger wollen weder er noch die Kollegen der anderen Tanzinstitutionen diesen Zustand nicht hinnehmen. Im März haben sie die Interessengemeinschaft "Tanzen in Sachsen" mitgegründet - als Zusammenschluss fast aller sächsischer Einrichtungen des Hobby- oder Wettkampftanzes. Dazu gehören die im Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband organisierten Tanzschulen und Tanzsportvereine sowie die verbandsfreien Institutionen - rund 100 insgesamt.

Zusammen haben sie ein Konzept erarbeitet, nach dem sie ab 19. April sogenannten Individual-Unterricht anbieten wollen. Das sei das erste mögliche Datum für einen zaghaften Neuanfang, sagt Tassilo Lax. Wie das Konzept konkret aussieht.

Tagespflege: "Die Einsamkeit sehen wir mit großer Sorge"

Noch immer fürchten viele Dresdner Senioren, sich bei einem Besuch der Tagespflege mit Corona zu infizieren. Gleichzeitig leiden sie jedoch unter der monatelangen Isolation. "Viele haben immer noch Angst, sie könnten sich anstecken", sagt Sandra Zimmermann, die die Tagespflege des ASB in der Prager Zeile vor einem Jahr mit eröffnete. Dabei sei das Hygienekonzept längst so ausgefeilt, dass jede Straßenbahnfahrt gefährlicher sei.

In der ASB-Tagespflege in der Prager Zeile basteln Olga Büder (l.) und Carmen Kuhnert Osterhasen. Betreuerin Kerstin Kunze hilft dabei gern.
In der ASB-Tagespflege in der Prager Zeile basteln Olga Büder (l.) und Carmen Kuhnert Osterhasen. Betreuerin Kerstin Kunze hilft dabei gern. © René Meinig

Dresdner halten sich Ostern an die Regeln

Es war das zweite Osterfest für die Dresdner in der Pandemie. Keine großen Treffen mit der Familie und mit Freunden, die Angst vor einer Infektion schwingt immer mit. Auch im zweiten Jahr hielten sich die meisten Dresdner an die Coronaregeln. Viele nutzten das schöne Wetter am Ostersonntag für einen Spaziergang an der Elbe oder im Großen Garten, aber in kleinen Gruppen und mit Abstand. Überall in der Stadt war die Polizei präsent und fuhr Streife.

Dresden verbietet AfD-Kundgebung am Samstag

Die Dresdner Versammlungsbehörde hat die für Karsamstag geplante Kundgebung des AfD-Landesverbandes verboten. Sie sollte im Bereich des Parkplatzes an der Pieschener Allee stattfinden und der Abschluss einer Autokorso-Sternfahrt sein, zu der AfD-Kreisverbände als Protest gegen die Corona-Regeln mobilisiert haben.

"Nach Auswertung der Anmeldedaten sowie der bisherigen Mobilisierung auch am Rande von zurückliegenden Querdenkerveranstaltungen für den 3. April 2021 musste die Versammlungsbehörde zu dem Entschluss kommen, dass es aus Gründen des Infektionsschutzes geboten ist, die Versammlung zu verbieten", teilte die Stadtverwaltung am späten Donnerstagabend mit. Die genauen Gründe für die Entscheidung.

Durchsuchung nach "Querdenken"-Demo in Dresden

Bei der „Querdenken“-Demonstration am 13. März kündigt ein Teilnehmer vor laufender Kamera an, er werde das nächste Mal mit einer Waffe wiederkommen. „Und wenn ich zwei umschieße“, sagt er in Richtung der Polizisten. Zuvor war es zwischen Demonstranten und Polizisten auf dem Altmarkt zu Zusammenstößen gekommen. Das Video ist immer noch auf Twitter zu finden.

Wie die Dresdner Polizei am Karfreitag mitteilte, habe man den Mann inzwischen ausfindig gemacht und seine Wohnung im Erzgebirgskreis durchsucht.

Dresdner sind fast so mobil wie vor der Krise

Die Dresdner feiern das zweite Osterfest in Folge, das große Familienzusammenkünfte verbietet. Eigentlich. Denn die Mobilität der Menschen vor den Feiertagen deutet auf so manchen Einkauf für ein großes Festessen hin. Zumindest sind die Dresdner deutlich agiler als letztes Jahr, wie ein Vergleich der Mobilfunkdaten zeigt. Was ist aus Kontaktbeschränkungen, „Flatten the curve“ und der Solidarität mit den älteren, gefährdeten Menschen geworden?

Überall in der Stadt sind die Dresdner deutlich weniger zurückhaltend als vorm letzten Osterfest. So sind am Mittwoch auf der Neustädter Elbseite zwischen Pillnitz und der Leipziger Vorstadt etwa 16 Prozent weniger Wege unternommen worden, verglichen mit einem durchschnittlichen Mittwoch im April 2019, als Corona noch kein Thema war. Die Daten für ganz Dresden.

Was Hilbert zum Scheitern des Sonderwegs sagt

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) ist mit seinem Versuch gescheitert, Zoo, Kosmetikstudios Click und Meet-Geschäfte über Ostern geöffnet zu lassen. Denn gegen diesen Sonderweg ist das sächsische Sozialministerium eingeschritten. Was hatte Hilbert vor? Wollte er einen Corona-Sonderweg für Dresden, sich über die Regeln hinwegsetzen? "Es geht mir um die Akzeptanz der Maßnahmen in der Bevölkerung", erklärt er nun im Gespräch mit der SZ und spricht auch über die "Querdenken"-Demos.

Warum Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) kurzfristige Corona-Lockerungen will.
Warum Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) kurzfristige Corona-Lockerungen will. © René Meinig

Dresdner Uniklinikum impft Schwerkranke

Das Universitätsklinikum in Dresden hat am Donnerstag damit begonnen, besonders schwer erkrankte Menschen gegen das Coronavirus zu impfen. Dabei handelt es sich unter anderem um Krebspatienten.

Eine vorzeitige Impfung erhalten die Patienten nicht. Sie sind laut Impfverordnung ohnehin an der Reihe. Im Rahmen des Modellprojekts soll den immungeschwächten Menschen jedoch der Weg ins Impfzentrum erspart werden. Dieser wäre mit einem hohen Risiko für diese Patienten verbunden und würde Ängste bei ihnen auslösen, teilte das Uniklinikum am Donnerstag mit.

Weitere Kliniken folgen in der Woche nach Ostern.

Seit 1. April: Verschärfte Corona-Regeln in Dresden

Zwischen den alten und den neuen Corona-Regeln liegt nur das Osterfest. Die alten Regeln verpflichten Dresden dazu, Click-&-Meet-Shopping sofort zu verbieten, die Museen dichtzumachen und den Zoo zu schließen. Zu hoch ist die Wocheninzidenz seit dem vergangenen Wochenende. Die neuen Regeln erlauben das alles wieder, egal wie hoch die Inzidenz ist. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) wollte deshalb darauf verzichten, eine nur wenige Tage andauernde Schließung anzuordnen. Doch das hat ihm das Sächsische Sozialministerium nun verboten. Was gilt nun ab Donnerstag in Dresden? Das lesen Sie hier im Überblick.

Melkus expandiert in der Krise

Während andere Firmenchefs Sorgen angesichts der Einschränkungen für ihre Arbeit durch das Coronavirus haben, kann sich Sepp Melkus vor Anfragen kaum retten. Auf seinem Firmengelände in Dresden-Weißig ist kein freier Parkplatz mehr zu finden. Sämtliche Autos dort warten auf eine professionelle Fahrzeugaufbereitung, die von den neun Mitarbeitern übernommen wird.

Die meisten Aufträge dafür kommen von Autohändlern, aber inzwischen sind es auch zwischen 30 bis 40 Prozent Privatkunden, die ihr Gefährt in die Hände von Profis geben wollen. "Autos werden immer schmutzig und gehen kaputt. Wir spüren nichts von der Krise", sagt der 37-Jährige.

Bisher haben er und seine Mitarbeiter den RS 1000 weitergebaut und Fahrzeuge professionell aufbereitet. Nun gibt es ein weiteres Standbein.

Der jüngste RS 1000 wird bald ausgeliefert. Sepp Melkus baut mit seinen Mitarbeitern drei bis vier Stück pro Jahr in Handarbeit.
Der jüngste RS 1000 wird bald ausgeliefert. Sepp Melkus baut mit seinen Mitarbeitern drei bis vier Stück pro Jahr in Handarbeit. © Marion Doering

Parkhotel-Fenster werden zur Galerie

Es ist eine Win-win-Situation. Galeristin Margareta Friesen muss seit Monaten ihre Galerie geschlossen halten. Niemand hat die Gelegenheit sich bei Kunstausstellungen in ihrem Haus zu erholen oder sich an der Kunst zu erfreuen. Dagegen wollte Mandy Hewald, die Geschäftsführerin vom Parkhotel, schon lange ein künstlerische Projekt im Veranstaltungshaus starten.

Beide Interessen haben nun zur Fenster-Galerie geführt. Die große Fensterfront zur Bautzner Landstraße wird seit Mittwoch als Ausstellungsfläche genutzt. Zu sehen sind dort ausgewählte Originalgrafiken vom Dresdner Künstler A.R. Penck.

Parkhotel-Geschäftsführerin Mandy Hewald zeigt die neue Fenster-Galerie im Parkhotel.
Parkhotel-Geschäftsführerin Mandy Hewald zeigt die neue Fenster-Galerie im Parkhotel. © Marion Doering

Corona-Verstoß in Biergarten

Die Polizei hat gegen drei Verantwortliche eines Biergartens in Dresden-Blasewitz Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die Sächsische Corona-Verordnung gefertigt.

Bei einer Streife am Montagabend war Polizeibeamten eine größere Menschenansammlung in der Nähe des Blauen Wunders aufgefallen. Etwa 100 Menschen verzehrten entgegen der Sächsischen Corona-Verordnung auf dem Gelände eines Biergartens Getränke und Speisen.

Die Verantwortlichen des Biergartens müssen nun mit Geldstrafen von bis zu 2.500 Euro rechnen.

72 leere Geschäfte in der Innenstadt

Das Ladensterben steht der Dresdner Innenstadt nicht erst bevor, es ist bereits da. 72 leerstehende Ladenlokale im sogenannten "26er-Ring" wurden im Rahmen eines Gutachtens erfasst, das von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung erstellt wurde. In Auftrag gegeben hat es der Verein City Management Dresden. Die meisten dieser geschlossenen Geschäfte befinden sich danach rund um den Wilsdruffer Platz, den Sternplatz, auf der Hauptstraße und auch in Shoppingcentern wie der Altmarkt Galerie.

Das City Management um Geschäftsführerin Friederike Wachtel will den Stadträten mit dem Gutachten klare Daten und Fakten an die Hand geben, wenn diese im Bauausschuss am Mittwoch über Baurecht für den geplanten Neubau des Kaufparkes Nickern entscheiden sollen. Sie könnten daran die voraussichtlichen Auswirkungen des Einkaufszentrums auf den innerstädtischen Handel besser einschätzen, heißt es in einer Presserklärung des Vereins.

Ergebnis des Gutachtens: Der neue Kaufpark in Nickern würde die Situation des Innenstadthandels weiter verschlechtern.

Flottenparade abgesagt

Traurige Nachricht für Dampferfans: Wie die Sächsische Dampfschiffahrt auf Facebook mitteilt, muss die Flottenparade, die traditionell am 1. Mai hätte stattfinden sollen, auch in diesem Jahr coronabedingt ausfallen. Allerdings müssen sich die Freunde der Dampfschifffahrt nicht allzu lange gedulden, denn das Spektakel soll - nach derzeitiger Planung - am 5. Juni stattfinden. "Wir hoffen sehr, dass wir dann endlich wieder den Fahrbetrieb aufnehmen und mit euch gemeinsam in eine wundervolle Saison starten können!", schreibt das Unternehmen.

Welche Feste noch abgesagt wurden - und welche trotz Pandemie stattfinden dürfen.

Briefe gegen die Einsamkeit zu Ostern

Besuchsverbote in Seniorenheimen machen vielen alten Menschen und ihren Angehörigen in der Corona-Pandemie schwer zu schaffen. Betroffen sind auch die rund 90 Bewohner des Caritas-Altenpflegeheims St. Michael in der Friedrichstadt, in das nun unerwartet frischer Wind weht - in Form ganz besonderer Ostergrüße.

Gut 50 Schülerinnen und Schüler der 64. Oberschule haben Briefe geschrieben und bunt gestaltet. "Briefe gegen die Einsamkeit" nennen sie sie und wollen den betagten Adressaten damit eine Aufmunterung bringen.

Die Seniorin Ingrid Armbruster freut sich sehr darüber, dass die Kinder an sie und die anderen Bewohner denken. Auch ihr Osterfest wird nicht wie gewohnt mit viel Verwandtschaft stattfinden.
Die Seniorin Ingrid Armbruster freut sich sehr darüber, dass die Kinder an sie und die anderen Bewohner denken. Auch ihr Osterfest wird nicht wie gewohnt mit viel Verwandtschaft stattfinden. © Sven Ellger

Welche Folgen Corona für Kinder hat

Für die ersten von Corona Betroffenen zu Beginn der Pandemie liegt die Infektion schon Monate zurück. Doch für manche von ihnen gehören die Beschwerden nicht der Vergangenheit an. Im Gegenteil: Sie fühlen sich plötzlich schlecht, obwohl sie die Erkrankung überstanden haben, etliche sogar ohne nennenswerte Symptome.

Der Begriff Long-Covid-Syndrom geistert durch die Fachwelt, Medien greifen das Phänomen auf. Mediziner beobachten Langzeitfolgen auch bei Kindern.

Die SZ hat darüber mit Professor Reinhard Berner gesprochen, dem Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Dresden. Ein Interview über Erkenntnisse, offene Fragen sowie Sinn und Unsinn der Massentestungen an Schulen, das Sie hier lesen können.

Erforscht zusammen mit seinem Team und Medizinern in ganz Deutschland, wie sich Corona auf Kinder auswirkt: Professor Reinhard Berner, Direktor der Kinderklinik am Uniklinikum Dresden.
Erforscht zusammen mit seinem Team und Medizinern in ganz Deutschland, wie sich Corona auf Kinder auswirkt: Professor Reinhard Berner, Direktor der Kinderklinik am Uniklinikum Dresden. © Sven Ellger

Gratis-Laptops für Dresdner Schüler

Viele Familien können sich für das Homeschooling keine Geräte leisten. Deshalb engagieren sich Ehrenamtliche wie Kai-Uwe Schurig aus Meißen. Der 49-Jährige ist Fachplaner bei einem mittelständischen Dresdner IT-Unternehmen. "Ich kenne mich dadurch gut im Digitalen aus. Und es ist finanziell für uns auch kein Problem, unserer Tochter ein neues Notebook hinzustellen", sagt Schurig.

Und fügt dann hinzu: "Das geht aber vielen Familien nicht so". Gemeinsam mit der Geschäftsführerin seines Arbeitgebers hat er sich deshalb zum Ziel gesetzt, zu helfen. "Sozial schwächere oder große Familien haben oft nicht genügend Geräte zu Hause, damit das Homeschooling funktioniert", sagt Schurig.

Im November 2020 werden die IT-Experten auf das Projekt "Hey, Alter!" aus Braunschweig aufmerksam. Der provokante Titel soll auf ein Problem hinweisen, das zugleich Lösung für die Homeschooling-Krise werden könnte.

Die Idee: Viele Menschen und Unternehmen in Deutschland haben alte, aber funktionsfähige Laptops irgendwo im Keller oder Lager. Die spenden sie an örtliche Initiativen und ehrenamtliche Helfer wie Schurig.

Wie das funktioniert, lesen Sie im Artikel.

Dresden sagt Frühjahrsmarkt ab

In Dresden wird nun eine weitere Großveranstaltung abgesagt. Der vom 30. April bis 24. Mai auf dem Altmarkt geplante Dresdner Frühjahrsmarkt wird - wie schon 2020 - auch in diesem Jahr nicht stattfinden. Das teilt die Stadtverwaltung am Freitag mit.

In den vergangenen Wochen seien intensiv Konzepte vorbereitet worden, um die Hoffnungen der Händler und Bürger auf eine der ersten Veranstaltungen dieser Art nach dem Lockdown zu wahren. Zu dem traditionellen Markt kommen in jedem Frühjahr normalerweise rund 80 Händler auf dem Altmarkt zusammen, zentraler Programmpunkt ist das Aufstellen des Maibaums durch Dresdner Zimmerleute.

Nun fällt der Markt zum zweiten Mal in Folge aus. "Das steigende Infektionsgeschehen lässt keine realistischen Aussichten auf einen Spezialmarkt mehr zu. Die Gesundheit aller geht vor", heißt es aus dem Rathaus.

Welche Feste dieses Jahr bereits abgesagt wurden und für welche die Planungen weiter laufen.

Corona: "Wir Behinderten werden vergessen"

Wer eine Stromleitung an der Wand verlegen möchte, der ist froh, wenn er dafür genug Nagelscheiben zur Verfügung hat. Damit die nach der Fertigung auch in der richtigen Menge in die Verpackung kommen, müssen sie abgewogen werden. Und das ist der Job von Paul Funke in der Werkstatt der Lebenshilfe in Radebeul. Also normalerweise.

Seit November war der 23-Jährige nicht mehr auf Arbeit, weil seine Werkstatt aus Sicherheitsgründen geschlossen werden musste. Eine Folge der Corona-Pandemie, über die bislang kaum etwas zu hören oder zu lesen war.

Paul Funke ist körperbehindert, seine Werkstatt seit Monaten geschlossen. Er sagt, dass die Situation von Behinderten in der Corona-Zeit zu wenig beachtet wird.
Paul Funke ist körperbehindert, seine Werkstatt seit Monaten geschlossen. Er sagt, dass die Situation von Behinderten in der Corona-Zeit zu wenig beachtet wird. © Sven Ellger

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