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Pirnas neue Schaufenster-Galerie

Mit dem Projekt "Zeitfenster" versucht das Stadtmuseum einen Brückenschlag von der Wendezeit zur Corona-Pandemie.

Laden Barbiergasse 12 in Pirna: Umgestaltet als Zeitfenster zum Thema "Industriestandort Pirna".
Laden Barbiergasse 12 in Pirna: Umgestaltet als Zeitfenster zum Thema "Industriestandort Pirna". © Daniel Schäfer

Die sogenannte Wendezeit in den Jahren 1989 und 1990 ist bei vielen Pirnaern noch in lebendiger Erinnerung. Anlässlich des Jubiläums "30 Jahre Wiedervereinigung" arbeitete das Pirnaer Stadtmuseum im vergangenen Jahr an einem Zeitzeugen-Projekt zum Thema "Umbrüche" und machte diese ganz persönlichen Erfahrungen für einige Wochen im Stadtgebiet sichtbar.

Bei den Zeitzeugen-Gesprächen, die 2020 stattfanden, kristallisierten sich laut der Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna (KTP) vier Themen heraus. Diese sind nun aufgearbeitet in verschiedenen Schaufenstern in der Innenstadt zu sehen.

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Dabei können Passanten zurückblicken auf die Zeit der Umbrüche 1989/90 und sich offen über die Kernthemen der Bürgerbewegung und die häufig diskutierten Fragen der heutigen Zeit austauschen.

Gewaltige Umbrüche in den letzten drei Jahrzehnten

In den vergangenen drei Jahrzehnten, so die KTP, hätten die Pirnaer - wie die meisten Ostdeutschen - massive Umbrüche erlebt. Obgleich Demokratie, etliche Freiheiten und die deutsche Einheit friedlich erkämpft wurden, hätten nicht alle Bedürfnisse und Erwartungen erfüllt werden können.

Die Euphorie der Wendejahre sei verklungen, eine zunehmende politische Polarisierung sei spürbar, die Stimmung in der Stadt sei angespannt.

Eine gestörte Kommunikation zwischen Staat und Gesellschaft hätten bereits die Friedens- und Umweltbewegten 1989 ausgemacht und für deren Überwindung gekämpft. Auf den stetig wachsenden Demonstrationen forderten die freie Wahlen, mehr Umweltschutz, die Schließung der volkseigenen Betriebe sowie die Rettung der Pirnaer Altstadt.

Laden Schössergasse 6/Ecke Dohnaische Straße in Pirna: Umgestaltet zum Zeitfenster zum Thema "Widerstand".
Laden Schössergasse 6/Ecke Dohnaische Straße in Pirna: Umgestaltet zum Zeitfenster zum Thema "Widerstand". © Daniel Schäfer

Vier Schaufenster, vier Themen

Heute, so die KTP, dominierten Themen wie die eingeschränkten Freiheitsrechte aufgrund der Corona-Pandemie, die Errichtung des Industrieparks Oberelbe, der Bau der Pirnaer Südumfahrung oder der Zuzug von Geflüchteten die gesellschaftliche Debatte in der Region.

Das Stadtmuseum versucht nun einen Brückenschlag und platziert diese Themen in einer Schaufenster-Ausstellung in der Pirnaer Altstadt. Dafür nutzt das Museum leerstehende Geschäftsräume - ebenfalls Symbol der gesellschaftlichen Entwicklung - für die vorübergehende Präsentation als Zeitfenster: Schmiedestraße 39 zum Thema "Rettung der Altstadt", Barbiergasse 12 zum Thema "Industriestandort Pirna", Badergasse/Lange Straße 38 a zum Thema "Umweltverschmutzung" sowie Dohnaische Straße/Schössergasse 6 zum Thema "Widerstand.

Ein Briefkasten für eigene Anregungen

Die Ladengalerie Schössergasse 6 - die ehemalige Pluspunkt-Apotheke - zeigt neben den Exponaten und Texten auch Zeichnungen des Karikaturisten Peter Dittrich, der einige Jahre für die satirische Zeitschrift "Eulenspiegel" arbeitete.

Für Anregungen, eigene Erfahrungen, Fragen und Gedanken ist dort auch ein Briefkasten installiert, den die Besucher der Zeitfenster-Ausstellung nutzen können.

Das Zeitzeugen-Projekt "Umbrüche" wird vom Freistaat Sachsen finanziell unterstützt.

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