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Polen ist jetzt Risikogebiet

Der Zgorzelecer Bürgermeister glaubt, dass die Region bald zur roten Corona-Zone gehört. Er rät, Schüler aufzuteilen. Erneut wird über Grenzschließung spekuliert.

Rafal Groncz (li.) bei der Öffnung des Grenzzaunes im Juni.
Rafal Groncz (li.) bei der Öffnung des Grenzzaunes im Juni. © Nikolai Schmidt

Das Robert-Koch-Institut hat am Donnerstag Polen insgesamt als Risikogebiet eingestuft, gültig ab Sonnabend.

In Polen ist eine deutliche Zunahme von Covid-19-Infektionen zu verzeichnen, schreibt etwa die Deutsche Vertretung Polen. Am Donnerstagmorgen teilte der Zgorzelecer Bürgermeister Rafal Gronicz auf seiner Facebook-Seite außerdem mit, dass wegen steigender Zahlen die Wahrscheinlichkeit hoch sei, dass der Distrikt Zgorzelec ab dem Wochenende seitens der polnischen Regierung ebenfalls zur roten Zone erklärt wird. Dann würden in Zgorzelec – bislang gelbe Zone – noch mal verschärfte Regelungen gelten.

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Mit wachsender Sorge beobachte er die Entwicklung der Corona-Pandemie sowohl im Zgorzelecer Landkreis wie auch im Nachbarlandkreis Görlitz, schreibt Gronicz. Um beispielsweise die Sicherheit der Schüler und Lehrer zu gewährleisten, habe er den Schulleitern der öffentlichen Zgorzelecer Schulen die Empfehlung gegeben, den Unterricht auf ein „Hybrid-Modell“ umzustellen: Einige Klassenstufen sollen weiterhin in den Schulen Unterricht erhalten, andere von zu Hause aus. Die Entscheidung darüber liegt aber bei den Schulleitern, „sofern die Regierung nicht zuvor neue Richtlinien zur Schularbeit veröffentlicht.“

Nachricht sorgt für Unsicherheit im Netz

Immer wieder höre er von Zgorzelecern, die in Deutschland arbeiten, die Frage, ob womöglich die Grenze wieder geschlossen wird, so Gronicz. Seines Wissens nach gebe es solche Pläne aktuell nicht. Befürchtungen über eine mögliche Grenzschließung durch Polen gab zuletzt immer wieder, hatten sich aber bislang als unbegründet erwiesen. Die erste Grenzschließung im März hatte nicht nur für riesige Staus gesorgt, sondern vor allem für große Unsicherheit, etwa bei Berufspendlern.

Auch die Nachricht, dass das RKI ganz Polen als Risikogebiet einstuft, hatte in den sozialen Netzwerken für Unsicherheit gesorgt. In Sachsen gilt für Einreisende aus Risikogebieten im Ausland eine Quarantänepflicht bis zum Vorliegen eines Negativtestes. Ausnahmen gab es bislang unter anderem für „Personen, die regelmäßig zwischen Wohnort und Arbeitsstätte die Grenze überqueren (Grenzpendler) oder deren Aufenthalt im Bundesgebiet weniger als 24 Stunden andauert“, so die Sächsische Corona-Quarantäne-Verordnung. Die Ausnahmen, teilt das Sozialministerium Sachsen aktuell mit, „gelten für alle ausländischen Risikogebiete“. Ob sich möglicherweise durch neue polnische Bestimmungen dennoch Änderungen ergeben, ließ sich bis Donnerstagabend nicht klären.

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