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Sachsen

Politik in Sachsen - die Morgenlage

Mehr Sachsen entscheiden sich für Impfung +++ Luftwaffe fliegt Patienten aus +++ Weniger Belarus-Migranten +++ 69 neue Corona-Tote

Von Maximilian Helm
 5 Min.
Der Andrang war groß am Mittwoch vor dem frisch wiedereröffneten Dresdner Impfzentrum.
Der Andrang war groß am Mittwoch vor dem frisch wiedereröffneten Dresdner Impfzentrum. © Kahnert/dpa

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es gibt manchmal Bilder, die sich einbrennen in die Festplatte unserer Erinnerungen wie ein Brandzeichen. Die wir nicht mehr vergessen werden. Die derzeit laufende zweite Corona-Winter-Welle produziert in diesen Tagen in kurzen Abständen immer wieder solche, meist schreckliche Bilder in unserem Gedächtnis.

Gestern war wieder so ein Tag. Mein Kollege Tobias Wolf beobachtete auf dem Dresdner Flughafen, wie ein Airbus der Bundeswehr sechs Corona-Patienten zum Abtransport aufnahm, um sie nach Köln auszufliegen, wo es derzeit noch Reserven in Intensivstationen gibt.

„Szenen wie aus einem Kriegsgebiet“, hat mein Kollege seinen Text überschrieben. Und ich habe noch kurz mit ihm diskutiert, ob die Vergleichsebene „Krieg“, die leider zu oft überstrapaziert und fehlbenutzt wird, wirklich in dieser Situation angemessen ist. Doch, wenn man bedenkt, dass solche Maschinen sonst auch bei Rettungsflügen aus Ländern wie Afghanistan oder Mali eingesetzt werden, dann ist die Überschrift „gedeckt“, wie wir es nennen. Der „Krieg“ gegen den Virus geht in die nächste, vielleicht heftigste Runde hier in Sachsen. Wer ein Ticket für einen „Rettungsflug“ in ein anderes Bundesland erhält, hat dabei vielleicht sogar noch Glück.

Wie war das doch noch vor einem Jahr: Damals regten sich einige, zum Glück eher wenige Sachsen darüber auf, dass auch der Freistaat sich entschieden hatte, Corona-Patienten aus Italien in sächsischen Kliniken aufzunehmen und damit eine Überlebenschance zu geben. Eben diese Region, die Lombardei, hat vor Kurzem angeboten, in diesem Jahr Patienten aus Sachsen aufzunehmen. Wer es noch nicht begriffen hat, in welcher Situation Sachsen sich gerade befindet – dem ist spätestens jetzt auch nicht mehr zu helfen.

Herzlichst,

Ihre Annette Binninger
Leiterin Politikredaktion Sächsische.de

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Die wichtigsten News am Morgen

+++ Mehr Sachsen entscheiden sich für Impfung +++

Die Zahl der Erstimpfungen im Freistaat steigen an und erreichen langsam die Größenordnungen des Sommers. Am Mittwoch meldete das Robert-Koch-Institut 5.193 Erstimpfungen sowie 2.852 Zweitimpfungen. Das Boostern ist jedoch noch deutlich beliebter: 29.643 Menschen haben eine Auffrischungsimpfung erhalten. Gründe sind mit Sicherheit die noch immer steigenden Infektionszahlen sowie die strengeren Corona-Regeln mit 2G im Einzelhandel und 3G am Arbeitsplatz.

Gleichzeitig fährt Sachsen die Impf-Infrastruktur wieder hoch. Ab Freitag 13 Uhr soll auch ein Terminbuchungssystem wie im Frühjahr für die festen Impfpunkte und Impfzentren zur Verfügung stehen. In den kommenden Wochen sollen nach und nach weitere Impfpunkte auf das Terminportal umgestellt werde. Am Mittwoch eröffnete zudem das Impfzentrum in der Dresdner Messe wieder. Einen Bericht über den ersten Tag im neuen alten Impfzentrum finden Sie hier.

Die Helios Kliniken, zu denen auch die Krankenhäuser in Freital, Dippoldiswalde und Pirna gehören, haben Daten von ihren Intensivstationen veröffentlicht. Demnach mussten in der 47. Kalenderwoche vom 22. bis 28. November insgesamt 142 Patienten, die positiv auf den Coronavirus getestet wurden, auf Intensivstationen des Unternehmens versorgt werden. Davon waren 103 Patienten ungeimpft, was einem Anteil von 72,5 Prozent entspricht. Das ist zwar immer noch die deutliche Mehrheit - jedoch weniger als die geschätzten 90 Prozent die aus anderen Kliniken gemeldet worden waren, berichtet Sächsische.de.

+++ Luftwaffe fliegt Patienten aus +++

Eine Bundeswehr-Maschine vom Typ A310 MedEvac hat am Mittwoch sechs schwer erkrankte Covid-19-Patienten aus Sachsen ausgeflogen. Nach Angaben des Innenministeriums in Dresden sollen sie nach Köln gebracht und werden dann auf Krankenhäuser in Köln, Marl, Bonn und Bochum aufgeteilt. Schon früher waren Patienten aus Sachsen verlegt worden, wenn eine Überlastung hiesiger Krankenhäuser drohte. Sachsen gehört zum sogenannten Kleeblatt Ost, das noch die Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen umfasst. Ein Video des Abfluges finden Sie hier.

+++ 69 Corona-Todesfälle in Sachsen +++

Binnen 24 Stunden haben sich in Sachsen 9.593 weitere Menschen mit Corona infiziert. Zum Vergleich: Genau vor einer Woche wurden 12.431 Neuinfektionen - bisheriger Rekord an Neuinfektionen - registriert. Zudem wurden am Mittwoch 69 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet, allein 15 davon im Landkreis Bautzen, 12 im Erzgebirgskreis und 11 im Landkreis Görlitz. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich in Sachsen nachweislich 511.360 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 11.058 starben.

Fast alle Städte und Landkreise liegen über der Inzidenz-Marke von 1.000. Einzig die Stadt Leipzig (717,2) liegt darunter. In Dresden gelten seit Mittwoch Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte. Hotspot in Sachsen ist der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit einer Inzidenz von 1.990 gefolgt vom Erzgebirgskreis (1.794). In Dresden sollen sich Infizierte nun selbst in Quarantäne begeben, weil das Gesundheitsamt mit der Nachverfolgung nicht hinterkommt.

Alle Entwicklungen in der Corona-Pandemie lesen Sie in unserem kostenlosen Newsblog.

+++ Weniger Migranten aus Belarus +++

Auf der Migrationsroute über Belarus und Polen kommen inzwischen deutlich weniger Menschen nach Deutschland. Die Bundespolizei registrierte im November 2.849 unerlaubte Einreisen - etwas mehr als halb so viele wie im Oktober. Die Zahl nannte die Bundespolizei am Mittwoch in Potsdam. Brandenburg und Sachsen wollen sich auf der am Mittwoch beginnenden Innenministerkonferenz (IMK) in Stuttgart für eine Begrenzung der illegalen Einwanderung einsetzen. Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) forderte außerdem höhere Strafen für Schleuserbanden.


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