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Sachsen

Politik in Sachsen - die Morgenlage

+++ Ab heute 2G in Sachsen +++ Michael Kretschmer bleibt CDU-Chef +++ Massiver Unterrichtsausfall an Schulen

Wiedergewählt allerdings mit magerem Ergebnis: MIchael Kretschmer ist weiterhin Landeschef der CDU in Sachsen.
Wiedergewählt allerdings mit magerem Ergebnis: MIchael Kretschmer ist weiterhin Landeschef der CDU in Sachsen. © dpa-Zentralbild

Guten Morgen,

es ist eine Art Vertrauensbruch, der sich da gerade bei den Geduldigsten und „Gutwilligen“ in dieser Pandemie anbahnt: Ausgerechnet diejenigen, die sich haben impfen lassen, um sich und andere zu schützen, drohen nun enttäuscht zu werden. Sie wollen sich ihren Dritten, inzwischen von den Impfkommissionen empfohlenen Schutz-Pieks holen. Doch sie müssen sich einreihen, so wie viele Ältere, Vorerkrankte und Risikogruppen, die plötzlich – so wie es sogar in der Landeshauptstadt zu beobachten ist – regelrecht auf der Straße stehen.

In ganz Sachsen werden seit ein paar Tagen die wenigen Spontan-Impfangebote regelrecht überrannt. Die Impfzentren sind geschlossen. Dann sollen sie doch zum Hausarzt gehen, sagen Sie – nun auch das ist nicht so einfach. Denn eine nicht unerhebliche Zahl von Hausärzten scheint dieses Mal nicht mehr impfen zu wollen. Wohin aber dann? Hätte man sich in die Einkaufsnacht in der Dresdner Altmarktgalerie stürzen sollen, zwei Stunden anstehen im dichten Gedränge, um dann dranzukommen? So, wie es meine Kollegin Franziska Klemenz beobachtet hat. Ernsthaft?

Dass die hektische Einführung von 2G auch in Sachsen zu einem zumindest kleinen Anstieg der Impfbereitschaft führen würden, hätte man vermutlich voraussehen können. Doch dass jetzt riskiert wird, so viele, die bisher auch durch ihre beiden Impfungen aktiv an der Pandemie-Bekämpfung mitgewirkt haben, ist unbegreiflich. Bitte nachbessern! Schnell! Sonst geht der letzte Rest von Vertrauen, der eigentlich „Gutwilligen“ auch noch verloren.

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche,
bleiben Sie gesund,

herzlichst,

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Ihre Annette Binninger, Leiterin Politikredaktion Sächsische.de

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Die wichtigsten News am Morgen:

+++ Diese Regeln gelten ab heute in Sachsen +++

Die Zahlen der Coronainfektionen steigt weiterhin sprunghaft an. Neben Baden-Württemberg und Bayern gelten seit heute auch in Sachsen die sogenannten 2G-Regeln im gesamten Freistaat. Die Zahl der Infektionen und der Patienten in den Krankenhäusern sei jetzt schon höher als im vergangenen Jahr, erklärt Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). „Wir haben es nicht geschafft, einen Schutzwall aus Geimpften aufzubauen.“ Die Inzidenz bei Ungeimpften betrage 868, bei Geimpften sind es nur 79. Deswegen verschärft Sachsen nun seine Corona-Regeln. Mit der neuen Verordnung zieht Sachsen einige Regelungen der Überlastungsstufe vor. Sie gelten nun schon in der Vorwarnstufe. In der ZDF-Sendung „Berlin Direkt“ forderte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Sonntagabend die Einführung von 3G am Arbeitsplatz. Dies werde in Österreich bereits erfolgreich praktiziert.

+++ Michael Kretschmer bleibt CDU-Chef in Sachsen +++

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ist in seinem Amt als CDU-Landesvorsitzender bestätigt worden. Rund 230 Delegierten es Landesparteitages im Dresdner Congress Center wählten ihn am Sonnabend mit 155 Ja-Stimmen bei 203 gültigen Stimmen erneut in dieses Amt. Die Zustimmung für den 46-Jährigen fiel mit 76,3 Prozent der Stimmen diesmal aber wesentlich geringer aus als vor zwei Jahren. Damals erhielt Kretschmer, der in Dresden erneut als alleiniger Kandidat antrat, noch 95,5 Prozent. Sächsische.de-Reporter Gunnar Saft erklärt, warum die Abstimmung in diesem Jahr für den alten und neuen sächsischen CDU-Chef unter ungünstigeren Bedingungen stattfand.

+++ Massiver Unterrichtsausfall an Sachsens Schulen +++

Der Landeselternrat beklagt einen zum Teil massiven Ausfall von Unterricht an Sachsens Schulen. „Je nach konkreter Situation an der Schule fallen bei einzelnen Klassen bestimmte Fächer über Wochen und Monate komplett aus“, berichtete Thomas Brewig vom Vorstand des Landeselternrats mit Verweis auf entsprechende Meldungen aus Elternkreisen. Diese Ausfallstunden seien durch Krankheit oder Schwangerschaft, aber auch durch den Renteneintritt von Lehrern oder nicht besetzte Stellen verursacht.

© sächsische.de

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