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Polizei löst Corona-Demo in Freital auf

Die Teilnehmer liefen vom Neumarkt in Richtung Rathaus, kamen aber nicht so weit. 41 von ihnen erhalten Anzeigen. In weiteren Orten gab es ebenfalls Proteste.

Von Annett Heyse & Gunnar Klehm
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Mit einem Dutzend Einsatzfahrzeugen riegelte die Polizei in Potschappel die Dresdner Straße ab.
Mit einem Dutzend Einsatzfahrzeugen riegelte die Polizei in Potschappel die Dresdner Straße ab. © SZ/Gunnar Klehm

Abermals haben am Montagabend Menschen in Freital gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Die Teilnehmer zogen vom Neumarkt die Dresdner Straße entlang in Richtung Rathaus Potschappel. Doch nur zwei Dutzend Protestler kamen dort an, weil zuvor die Polizei den Zug der Demonstranten gestoppt hatte.

Weil die nach Polizeiangaben rund 200 Teilnehmer den Aufforderungen, die Dresdner Straße zu verlassen und den Aufzug aufzulösen, nicht Folge leisteten, riegelten die Beamten gegen 18.20 Uhr Freitals Verkehrsader in Potschappel ab. Im Einsatz war dabei auch eine Polizei-Reiterstaffel mit sechs Pferden.

Zwischen dem Platz des Friedens, der Kreuzung Wilsdruffer Straße und dem Abzweig Coschützer Straße trennten Polizeieinheiten den Zug in kleine Gruppen auf. Vom Lidl-Parkplatz am an der Wilsdruffer Straße rief ein Zuschauer in Richtung des Protestzugs: "Geht lieber impfen!". Auch Stadtrat und Kreisrat Jörg Müller von Freitals Konservativer Mitte (FKM) war vor Ort. "Ich muss ja wissen, was in der Stadt vor sich geht", sagte er.

41 Anzeigen gegen Demonstranten

Die Demonstration zerfiel mit dem Polizeieinsatz. Viele Teilnehmer gingen nach Hause, andere standen unschlüssig herum und liefen dann zurück in Richtung Neumarkt. Auch dort wurden einzelne Gruppen gestoppt. Wer blieb und sich den Aufforderungen der Beamten widersetzte, wurde zur Aufnahme der Personalien festgehalten. In einer dieser Gruppen stand auch AfD-Landtagsabgeordneter Norbert Mayer. Einige Protestler mussten zur Feststellung ihrer Identität mit auf die Polizeiwache an der Dresdner Straße.

Im Einsatz war auch eine Reiterstaffel mit sechs Pferden.
Im Einsatz war auch eine Reiterstaffel mit sechs Pferden. © SZ/Gunnar Klehm
Die Polizei trennte einzelne Gruppen und schrieb 43 Anzeigen.
Die Polizei trennte einzelne Gruppen und schrieb 43 Anzeigen. © Annett Heyse

Wie die Polizei noch am späten Abend mitteilte, stellte man von 41 Teilnehmern die Personalien fest. Sie erhielten Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Verstößen gegen die Sächsische Corona-Notfall-Verordnung. Zudem wurden zwei Anzeigen wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet.

Weitere Protestaktionen gab es am Abend in Bad Schandau, Bad Gottleuba, Bannewitz, Dippoldiswalde, Heidenau, Kreischa, Neustadt, Pirna, Rabenau, Wilsdruff, Schmiedeberg, Sebnitz und Stolpen. Insgesamt waren 506 Polizeibeamte im Einsatz.