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Heidenau: Bevor der Empfänger die Post erhält

Die erste Station der Post für die Heidenauer ist der Zustellstützpunkt. Der ist jetzt umgezogen. Warum und wie das Sortieren und Verteilen funktioniert.

Wieder zieht Sylvia Schulze mit Schwung einen Rollwagen mit Paketen für die Zustellrunde in Richtung Ausgang des Heidenauer Zustellstützpunktes.
Wieder zieht Sylvia Schulze mit Schwung einen Rollwagen mit Paketen für die Zustellrunde in Richtung Ausgang des Heidenauer Zustellstützpunktes. © Steffen Unger

Das erste Auto aus Ottendorf-Ockrilla kommt gegen 6 Uhr. Es bringt die Pakete und vorsortierten Briefe für Heidenau, Müglitztal und Dohna. Seit einigen Wochen fahren diese Autos auf die Pillnitzer Straße. Hier befindet sich der neue Zustellstützpunkt. Der alte auf der von Stephan-Straße ist inzwischen abgerissen. Der neue ist zwar näher an der Elbe und damit am Hochwasser, doch er bietet vor allem mehr Platz. Und der wird gebraucht. Während die Briefe immer weniger werden, steigt die Zahl der Pakete. Nicht erst seit Corona, auch vorher schon, doch seit einem Jahr noch massiver.

Am nächsten Tag beim Empfänger

Ab 7.30 Uhr wuseln die Zusteller in der Halle herum. Jeder stellt die Briefe und Pakete für seine Tour zusammen. Rollwagen um Rollwagen voller Pakete wird hereingeschoben. Auf manchem sind nur wenige, weil sehr große, auf anderen wieder viele kleine. Im Schnitt sind es erfahrungsgemäß so 70 bis 100, sagt Teamleiterin Sylvia Schulze. Die Zusteller haben alle die Straßen ihrer Touren im Kopf und nehmen die entsprechenden Pakete. Die Briefe haben sie vorher schon sortiert. Ist ein Rollwagen voll, fahren sie ihn zu ihrem Auto und packen um. Jeder hat da so sein Prinzip.

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Fünf Fakten rund um die Heidenauer Pakete und Briefe:

  • Die kürzestem Zustelltour ist etwa sechs Kilometer lang, die längste 45 Kilometer. Die Länge der Touren sagt aber nichts über die Menge der Briefe und Pakete. Kurze Touren führen in Wohngebiete wie Mügeln, die langen durchs Müglitztal.
  • Pro Woche werden vom Zustellstützpunkt Heidenau aus rund 4.000 Pakete und 55.000 Briefe verteilt in Heidenau, Dohna und dem Müglitztal verteilt.
  • 22 Zusteller sind mit sechs Fahrrädern, fünf davon fahren elektrisch, und zehn Autos unterwegs.
  • Jeder Zusteller hat eine Stamm- und eine weitere Tour. Springer bzw. Vertreter kennen bis zu acht Touren.
  • In Heidenau gibt es aktuell drei Packstationen der Post - auf der Ernst-Schneller-Straße 2, auf der Gabelsberger Straße 8 (Lidl) und auf der Bahnhofstraße 14 (Rewe).


Gegen 10.30 Uhr fahren die Zusteller los. Was sie am Tag aufgrund der Arbeitszeit nicht schaffen, geht am nächsten in die zweite Runde. Das passiert auch, wenn jemand erkrankt oder zum Beispiel ein Fahrzeug ausfällt. Bei den Briefen lautet das Ziel: heute bei der Post abgegeben, morgen angekommen. Das gilt nicht für Briefe, die am Wochenende in den Briefkasten gesteckt worden, weil die in der Regel erst am Montag wieder geleert werden. Der Montag gilt dann für die Post als abgegeben, der Brief müsste also am Dienstag beim Empfänger sein. In 92 Prozent soll das erreicht werden.

Montags kaum Briefe, dienstags viele Pakete

Die Pakete sind bis zu 31,5 Kilogramm schwer. Das ist meist Tierfutter, sagt Sylvia Schulze. Dienstags ist oft der Tag mit den meisten Paketen, weil die Leute am Wochenende mehr bestellen als in der Woche. Weil Briefe meist nur noch von Behörden und Ämtern kommen und die am Freitag verkürzt und am Wochenende gar nicht arbeiten, gibt es am Montag wenig Briefe. Neben den Paketen und Briefen gibt es noch eine dritte Kategorie, die sortiert wird: Warentragende Sendungen heißt die im Post-Deutsch. In Postkunden-Deutsch sind das zum Beispiel Bücher oder Sendungen, auf denen "Warensendung" steht. Dem Kunden ist egal, was wo drauf steht und wie wo sortiert hat, er will nur schnell bekommen, worauf er wartet.

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