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Profitiert Döbeln vom Tourismusboom?

Nach Corona sind wieder mehr Gäste in der Region Döbeln unterwegs. Hotels und Pensionen sind nur mäßig gefragt. Es gibt aber auch Ausnahmen.

Aloisius und Hannelore Promper aus München sowie Ingrid Faller und Thomas Schmidt aus Weil der Stadt (Baden Württemberg) haben Quartier im Landhotel Sonnenhof in Ossig genommen. Sie sind schon das zweite mal im Landhotel und wollen wiederkommen.
Aloisius und Hannelore Promper aus München sowie Ingrid Faller und Thomas Schmidt aus Weil der Stadt (Baden Württemberg) haben Quartier im Landhotel Sonnenhof in Ossig genommen. Sie sind schon das zweite mal im Landhotel und wollen wiederkommen. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Die Region um Döbeln ist zwar keine Urlaubsregion wie die Sächsische Schweiz oder das Leipziger Seenland, trotzdem profitiert sie teilweise vom gestiegenen Interesse der Bürger, das eigene Land zu erkunden. Wem das Ausland wegen der Pandemie noch zu unsicher ist, sucht nach Alternativen – auch in der Region Döbeln.

Spürbar merken das die Mitarbeiter der Döbelner Stadtinformation. „Wir werden zwar nicht überrannt, aber wir bekommen täglich mehrere Anfragen per Mail oder telefonisch, wo es Übernachtungsmöglichkeiten in der Region gibt und welche touristischen Ausflugsziele es gibt. Wir stellen dann entsprechendes Material zusammen. Es gibt auch wieder Gäste, die sich vor Ort bei uns informieren“, sagte der Leiter der Stadtinformation Ulf Fischer.

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Radtouristen fragen häufiger nach Hotels

Der Trend vom vergangenen Jahr, dass Gäste Interesse für die Region zeigen, setze sich damit fort. „Schließlich haben wir in Döbeln und Umgebung mit unserer guten kulturellen, touristischen und sportlichen Infrastruktur einiges zu bieten“, sagte Fischer.

Dazu gehören Kino, Theater, Museen die Bademöglichkeiten und eine gesunde Kneipenszene. Die sei wichtig, weil viele Gäste am Abend noch etwas erleben wollen, so Ulf Fischer. Das treffe auch auf Fahrradtouristen zu.

Denn immer bedeutsamer wird auch der Tourismus auf dem Mulderadweg/Lutherweg. „Die Leute kommen hierher und fragen ganz gezielt nach dem Lutherweg oder lassen sich ihre Wanderhefte abstempeln“, sagt Fischer. Die Stadtinfo vermittelt auch Unterkünfte an Radtouristen. Am besten in der Stadt.

„Die Ansprüche haben sich da verändert. Früher fragten die Radtouristen nach den billigsten Unterkünften. Heute gehen sie gern in Hotels. Sie wollen sich frisch machen und abends in der Stadt noch etwas essen.“

Die Stadtinfo selbst hat sich auf das gestiegene Interesse für Souvenirs der Stadt eingerichtet. „Im vergangenen Jahr haben wir so viele verkauft wie noch nie. Daran merkt man schon, dass mehr Familien unterwegs sind“, sagt Fischer. Besonders beliebt seien Kühlschrankmagneten, Kaffeetassen und Postkarten.

Gut genutzt werde laut Fischer der Caravan-Stellplatz am WelWel. Im Jahr 2019 waren es mehr als 300 Anfahrten, im vergangenen Jahr etwa 250.

„Das ist darauf zurückzuführen, dass unser Haus wegen Corona geschlossen war. Das wird allerdings für die Nutzung der sanitären Anlagen benötigt“, so einer der beiden WelWel-Geschäftsführer Torsten Hartwig. Er bestätigt, dass mehr Leute den Urlaub im Inland verbringen. Das Caravaning liege im Trend.

Landhotel Ossig: Ausflugsziel für Biker und Wohnmobile

Die Chefin des Hotels „Döbelner Hof“ Petra Kempe kann bisher nicht mehr Anfragen als sonst verzeichnen. „Wir haben in Döbeln den Nachteil, dass wir nicht am Wasser liegen. Sonst wäre das sicher anders“, so Kempe.

Der Döbelner Hof ist unter anderem für Radtouristen ein Anlaufpunkt. Doch die sind meist im Frühjahr und Herbst und weniger in der Sommerzeit unterwegs.

„Im Frühjahr durften wir noch nicht öffnen. Nun hoffen wir auf den Spätsommer“, sagte Kempe. Die Sommermonate seien eher dem Familienurlaub vorbehalten und für diesen würden weniger die Hotels infrage kommen. Auch das Gästehaus Residenz kann keine übermäßigen Buchungen verzeichnen.

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Gut besucht, aber nicht überrannt, wird das Landhotel Sonnenhof in Ossig. Vor allem Leute, die ihre Familien wieder besuchen, nehmen gern Quartier im Landhotel. „Wir sind vor allem ein Ausflugsziel für Biker und Wohnmobilreisende“, sagte Markus Weinert, der Betreiber des Sonnenhofes.

Für die Biker gibt es sogar eine Scheune zum Unterstellen der Fahrzeuge und geführte Touren durch Sachsen. Die hat ein Döbelner Motorradfahrer zusammengestellt. „Wer will, kann die Touren auf sein Navi laden und so gezielt Sachsen erleben“, sagte Weinert.

Für die Wohnwagen gibt es einen Stellplatz mit allem Drum und Dran. „Wir vermieten auch Wohnmobile. Das wird sehr gut angenommen“, so Markus Weinert.

Paddeln auf der Mulde, Mulderadweg und Obstlandroute

Das Baumhaushotel Kriebeland ist für dieses Jahr ausgebucht und für das nächste Jahr sind nur noch wenige Termine frei. Erste Buchungen hat Kriebeland-Geschäftsführer Steffen Mäding schon für das Jahr 2023 entgegengenommen.

„Das Interesse ist groß, hat aber nichts mit der Pandemie und dem damit verbundenen Wunsch den Urlaub in der Heimat zu verbringen, zu tun. Wir sind immer ausgebucht“, so Mäding. Er hofft, dass er das Baumhaushotel am Wochenende öffnen darf. Voraussetzung dafür war die Umsetzung eines Hygienekonzeptes. Dafür waren Umbaumaßnahmen notwendig, sodass jedes Baumhaus seinen eigenen Sanitärbereich hat.

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„Beliebte Reiseziele in unserer Region sind derzeit Paddeltouren auf der Mulde, der Mulderadweg und die Obstlandroute. Aktivitäten an der frischen Luft stehen auch in diesem Jahr hoch im Kurs und werden verstärkt nachgefragt“, sagte Sandra Brandt, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Sächsisches Burgen- und Heideland.

Es seien viele Tagestouristen aus Sachsen und Thüringen in der Region unterwegs. Besuche von Museen und Burgen laufen seit der Öffnung langsam wieder an, so Sandra Brandt. Zahlen, die die Aussagen untermauern, liegen noch nicht vor.

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