merken
PLUS Dresden

"Querdenken": Was Dresden am Samstag erwartet

Trotz mehrere Demo-Verbote geht die Polizei von einem Großeinsatz aus. Es werden Verkehrseinschränkungen erwartet. Womit zu rechnen ist.

Im März wurde eine illegale Demo der "Querdenker" in der Magdeburger Straße gestoppt.
Im März wurde eine illegale Demo der "Querdenker" in der Magdeburger Straße gestoppt. ©  Sebastian Kahnert/dpa (Archiv)

Dresden. Es wird derzeit alles versucht, um ähnlich chaotische Szenen wie am 13. März in Dresden zu verhindern. An dem Samstag vor einem Monat waren gut 2.000 Anhänger der "Querdenken"-Bewegung trotz des Versammlungsverbots in Dresden unterwegs.

Illegale Aufzüge, ein massiver Polizeieinsatz und zwölf verletzte Beamte waren die Folge. Deshalb hat die Stadt Dresden die geplante Querdenken-Demo für den kommenden Samstag untersagt. Nun will "Querdenken" die verbotene Versammlung nachholen, es könnte erneut knallen. Deren Versammlung wurde bereits Anfang der Woche untersagt.

Gesundheit und Wellness
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit und Wellness haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Über das Coronavirus informieren wir Sie laufend aktuell in unserem Newsblog.

Gegen die Verbote gehen die Anmelder jeweils gerichtlich vor. Sie wollen Eilentscheidungen. Das Verwaltungsgericht Dresden bestätigte das Verbot jedoch am Donnerstagabend. "Querdenken351"-Versammlungsleiter Marcus Fuchs hatte angekündigt, "mindestens bis vor das Oberverwaltungsgericht" ziehen zu wollen.

Die AfD will es bei einer noch ausstehenden Entscheidung des Verwaltungsgerichts belassen, weil sie sich nun auf das darauffolgende Wochenende konzentriert. "Wir haben bereits eine Versammlung für den 24. März angemeldet", so der Sprecher des AfD-Landesverbandes Andreas Harlaß.

Die Dresdner Polizei wappnet sich bereits für diesen Samstag. "Es ist schwierig einzuschätzen, wie viele Personen aus dem "Querdenken-Spektrum mobilisiert werden", sagt Polizeipräsident Jörg Kubiessa gegenüber der SZ. "Aufgrund der Erfahrungen der Vergangenheit, halten wir es für möglich, dass mehr als 1.000 von ihnen in der Innenstadt unterwegs sein können."

"Jetzt kommen wir erst recht"

Fuchs "droht" sogar mit mehreren Tausend. In einem Video, in dem er sich über das Verbot aufregt, spricht er davon, dass "5.000 bis 10.000 Demonstranten unkontrolliert in Dresden unterwegs" sein könnten. Wegen des Verbots würden viele sagen: "Jetzt kommen wir erst recht".

Derzeit sieht es nicht nach einer Demobilisierung aus. "Wir bereiten einen Großeinsatz vor", kündigt Kubiessa an. Bundes- und Bereitschaftspolizei aus Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt werden die Dresdner Beamten unterstützen. Zahlen nennt der Polizeipräsident vor dem Einsatz nicht. Aber bei der Polizei sei man vorgewarnt, weil Fuchs an keinem geordneten Ablauf interessiert sei.

Deshalb bereite sich die Polizei auf unterschiedliche Szenarien vor. Der Einsatz werde einen großen Teil des Dresdner Zentrums betreffen. Aufgrund des Versammlungsgeschehens seien in der Dresdner Innenstadt erhebliche Verkehrseinschränkungen möglich.

Jedes Wochenende Corona-Versammlungen in Dresden

Mittlerweile haben die Dresdner Polizei und die Versammlungsbehörde jedes Wochenende mit Versammlungen im Zusammenhang mit Corona zu tun. In den vergangenen Wochen handelte es sich um geplante, unangemeldete und damit illegale Aufzüge. Einen musste sie stoppen, eine Woche später verhinderten die Beamten geplante Zusammenrottungen.

"Querdenken"-Frontmann Fuchs hat bereits am 12. Dezember, nach einem Verbot seiner Großversammlung, die Segel streichen müssen. Am 13. März, als er diese nachholen wollte, eskalierte es trotz Verbot. Das kommentierte er damit, dass Dresden "nun seine Quittung" für das Verbot bekommen habe.

Für diesen Samstag gibt es erneut bundesweit Aufrufe der "Querdenken"-Bewegung. Deshalb rechnet die Polizei nicht damit, dass Zehntausende nach Dresden strömen, weil in anderen Bundesländern weniger strikte Vorgaben für Demonstrationen gelten. Wegen der Coronapandemie dürfen in Sachsen Versammlungen mit maximal 1.000 Teilnehmern und nur an einem Ort, also ohne Aufzug, stattfinden.

Allerdings können sich die Einsatzkräfte wohl gleich auf den nächsten größeren Einsatz vorbereiten. Der AfD-Aufruf für das darauffolgende Wochenende könnte ebenso Leute aus dem "Querdenken"-Spektrum anziehen, weil er sich gegen die Lockdown-Maßnahmen richte. "Wenn sich uns Leute anschließen, sind wir nicht böse", sagt AfD-Sprecher Harlaß. "Jeder ist willkommen." Allerdings, betont er, sollen alle friedlich bleiben.

Das Wichtigste zum Coronavirus in Dresden:

Weiterführende Artikel

"Querdenken" in Dresden: Zusammenstöße am Samstag

"Querdenken" in Dresden: Zusammenstöße am Samstag

Trotz Verbotes waren viele "Querdenken"-Anhänger unterwegs. Am Abend kommt es zu Auseinandersetzungen und mindestens einer Attacke gegen einen Journalisten.

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per E-Mail. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden