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Leichte Entspannung in Radeberger Klinik

Die Scheu vor Corona ist bei Patienten noch groß, sagt der Krankenhauschef. Sie verzichten deshalb sogar auf OPs. Viele Mitarbeiter warten auf einen Impftermin.

Auf der Infektionsstation der Asklepios ASB-Klinik Radeberg arbeiten Ärzte und Pfleger in Schutzkleidung. 18 Corona-Patienten werden hier derzeit behandelt.
Auf der Infektionsstation der Asklepios ASB-Klinik Radeberg arbeiten Ärzte und Pfleger in Schutzkleidung. 18 Corona-Patienten werden hier derzeit behandelt. © Asklepios Klinik Radeberg

Radeberg. Der Lockdown zeigt Wirkung. Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus sinkt. Laut Landratsamt liegt sie derzeit bei 154 Fällen pro einhunderttausend Einwohnern in einer Woche. Auf dem Höhepunkt der zweiten Welle erreichte der Wert mehr als 500.In der Asklepios ASB-Klinik Radeberg entspannt sich die Lage allmählich.

Von einem Normalbetrieb sei man aber noch entfernt. „Bei uns sind derzeit etwa nur 50 Prozent der Betten belegt“, sagt Patrick Hilbrenner, Regionalgeschäftsführer von Asklepios. Mit Stand Dienstag, 12 Uhr, werden im Radeberger Krankenhaus 18 Corona-Patienten behandelt, davon zwei auf der Intensivstation.

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In Spitzenzeiten waren es 24 Corona-Patienten, fünf davon auf der Intensivstation. Das war fast ein Drittel aller Asklepios-Patienten in Radeberg. Noch immer hätten die Patienten eine Scheu davor, ins Krankenhaus zu kommen und Operationen vornehmen zu lassen. Die Klinik will deshalb verstärkt auf die niedergelassenen Ärzte zugehen.

Jeder Patient erhält bei der Aufnahme einen Schnelltest

„Notwendige Operationen müssen vorgenommen werden. Bei einer Verschleppung der Krankheit droht mitunter eine Verschlimmerung.“ Der Klinikleiter ermuntert alle Patienten, sich in Behandlung zu begeben. „Das Krankenhaus gehört mit zu den sichersten Orten. Jeder Patient, der zu uns kommt, wird getestet. Ärzte und Pflegemitarbeiter, die einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind, zweimal die Woche.“

Er rechnet damit, dass noch einige Zeit vergehen wird, bis in der Klinik der Normalbetrieb wieder hergestellt ist. „Es wird noch knapp einen Monat bis 1. März dauern, bis wieder die Betten belegt sind und wir die normalen Abläufe haben. Vorausgesetzt allerdings, dass wir nicht einen neuen Schub bei den Infektionszahlen bekommen, etwa durch die neuen Virusvarianten.“

Das Wichtigste zum Coronavirus in der Region:

Nachdem am Höhepunkt der Corona-Welle etliche Klinik-Mitarbeiter erkrankt waren, sind die meisten jetzt wieder im Krankenhaus. „Der Krankenstand ist im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit nur noch leicht erhöht. Das ist eine sehr gute Nachricht.“ Azubis haben nach seinen Angaben die ganze Zeit über im Krankenhaus mit angepackt. „Der Unterricht verlief meist über das Internet. Die Praxis ist in der Klinik normal weitergegangen. Da gab es keine Abstriche.“

Ein Teil der Mitarbeiter hat sich bereits gegen das Virus impfen lassen. „Wir haben ja ebenfalls sehr früh damit begonnen. So dass bereits einige schon ihre zweite Impfung hinter sich haben. Allerdings ist die Warteliste mit allen, die die Erstimpfung haben wollen, sehr lang. 60 bis 80 Mitarbeiter warten darauf. Die Impfbereitschaft ist sehr hoch“.

Impfstoff ist aber auch im Krankenhaus nicht in Sicht. Patrick Hilbrenner lobt die Landesregierung, dass sie trotz der Impfstoffknappheit die Krankenhäuser mit einigen Dosen versorgt. In anderen Bundesländern, etwa Niedersachsen, sei das nicht so.

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Das Alten- und Pflegeheim Radeberg ist da besser dran. Hier wurden bereits alle Mitarbeiter und alle Bewohner, die das gewünscht haben, auch geimpft. „Ende Januar haben wir die zweite Impfung bekommen. Etwa 80 Prozent der Bewohner ließen sich die Spritze geben. Bei den Mitarbeitern ist die Quote nicht ganz so hoch, da etliche Pfleger mit dem Coronavirus infiziert waren und nicht geimpft werden konnten“, sagt Carolin Proske, Leiterin des Pflegeheims.

Trotz der außergewöhnlichen Situation durch Corona ist das Krankenhaus glimpflich durch das vergangene Jahr gekommen. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen, dank der Hilfen durch Landes- und Bundesregierung.“ Sicher ist allerdings, dass das laufende Jahr schwierig wird. „Eine genaue Prognose lässt sich jetzt noch nicht abgeben.“

Im Landkreis Bautzen werden in den Kliniken nach Meldung der Klinikleitstelle Dresden/Ostsachsen 143 Corona-Patienten behandelt, 25 davon auf einer Intensivstation. Bis zum Dienstag registrierte das Gesundheitsamt 23 Coronavirus-Neuinfektionen. Weitere 48 Patienten gelten als genesen. Damit sind im Landkreis aktuell 593 Personen infiziert. Vier Patienten im Alter von 70 bis 84 Jahren sind verstorben. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion seit Pandemiebeginn erhöht sich damit auf 515.

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