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Radeberg: Klinik, Heime und Märkte suchen Helfer

Im Krankenhaus, im Pflegeheim oder im Supermarkt: In vielen Bereichen fehlen derzeit Mitarbeiter. Interessenten können kurzfristig einspringen.

Von Thomas Drendel
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Im Radeberger Krankenhaus werden dringend Helfer gesucht. Das gleich gilt für das Alten- und Pflegeheim.
Im Radeberger Krankenhaus werden dringend Helfer gesucht. Das gleich gilt für das Alten- und Pflegeheim. © Symbol: Frank Rumpenhorst/dpa

Radeberg. Viele Einrichtungen in Radeberg und Umgebung trifft es derzeit schwer: Mitarbeiter sind erkrankt und müssen zu Hause bleiben, oder sie können nicht zum Dienst kommen, da sie ihre Kinder betreuen müssen. Die Einrichtungen rufen deshalb vermehrt auf, sich als Helfer zu melden, darunter die Asklepios ASB-Klinik in Radeberg.

„Die Situation ist sehr angespannt“, sagt Geschäftsführerin Diana Richter. „Wir verzeichnen einen hohen Krankenstand, und unsere Mitarbeiter müssen wegen Kita- und Schulschließungen ihre Kinder betreuen und fallen dadurch aus.“ Alle Beschäftigten arbeiten an ihren Grenzen, die physischen und psychischen Belastungen sind enorm, so die Geschäftsführerin. Unterstützung ist deshalb in der Radeberger Klinik willkommen.

„Wir suchen Unterstützung im pflegerischen Bereich, um normale Patienten sowie an Covid erkrankte Menschen zu pflegen und zu betreuen.“ Selbst bei hochqualifizierten Arbeiten ist Unterstützung willkommen. „Auch im ärztlichen Bereich wären wir für Hilfe bei der Versorgung von Covid-Patienten dankbar“, sagt die Geschäftsführerin.

Pflegeheim benötigt Hilfe am Wochenende

Melden können sich Interessenten beim Ärzte- und Pflegepool Sachsen, einem Portal der sächsischen Landesregierung. „Dort sind wir Mitglied. Dort wird die Hilfe koordiniert und an die Einsatzorte weiterleitet.“ Der Pool ist vergangene Woche eingerichtet worden. Bereits jetzt haben sich mehr als 1.700 Interessenten gemeldet. Gesucht werden Helfer für Serviceleistungen in der Krankenpflege, wie beispielsweise der Ausgabe von Mahlzeiten oder Unterstützung am Krankenbett. Aber auch freiwillige Unterstützer für nicht pflegerische Tätigkeiten wie Transporte oder Hilfe in der Verwaltung. Krankenschwestern und Pfleger, auch wenn sie sich bereits im Ruhestand befinden, können sich melden. Das Gleiche gilt für Ärzte und Medizinstudenten.

Ebenfalls angespannt ist die Situation im Alten- und Pflegeheim in Radeberg. Die Einrichtung hatte bereits vor einigen Tagen Helfer aufgerufen, sich zu melden. Weiterhin werden dringend engagierte Personen gesucht, die die Mitarbeiter im Haus unterstützen. Essensausgabe, Desinfektions- und Reinigungsarbeiten oder Hilfe bei den Corona-Tests bei Bewohnern oder Mitarbeitern. Selbst Pflegekräfte könnten sich melden. Sie werden dann entsprechend ihrer Qualifikation eingesetzt.

Die Arbeitszeiten sollen individuell erfolgen. Ideal wäre eine Arbeitszeit von einigen Stunden am Tag, wenn möglich auch sonnabends und sonntags, so Heimleiterin Carolin Proske. Die Arbeiten werden vergütet. Die Höhe des Lohns richtet sich nach der entsprechenden Tätigkeit. Anfragen können telefonisch unter 03528/435162 oder per Mail unter [email protected] gestellt werden.

Helfer sind auch im Advita-Haus willkommen. In der Einrichtung in Radeberg werden betreutes Wohnen, eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz und eine Tagespflege angeboten. „Wir sind für jede Unterstützung dankbar“, sagt Leiterin Peggy Paul. Aber anders als in anderen Einrichtungen sind derzeit die meisten Mitarbeiter an Bord. „Das ist ein Glücksumstand. Ich hoffe, alle Kollegen bleiben weiterhin gesund. Allerdings kann niemand wissen, wie es in einigen Tagen aussieht. Deshalb können sich Interessenten gerne an uns richten, telefonisch oder per E-Mail. Wir melden uns dann zurück“, sagt die Heimleiterin.

Arbeit an der Supermarktkasse

Auch außerhalb des Gesundheitsbereichs wird dringend Unterstützung gebraucht. So sucht John Scheller, Betreiber der beiden Edeka-Märkte an der Pulsnitzer Straße und im Silberberg Center in Radeberg, Mitarbeiter. „Einkaufsmärkte sind zur Versorgung wichtig, sie müssen innerhalb der Öffnungszeiten jede Minute zugänglich sein. Ich kann nicht schließen, wenn Personal fehlt. Deshalb brauchen auch wir zur Unterstützung Helfer“, sagt er.

Gebraucht werden Interessenten ab 16 Jahren, sagt der Inhaber. Es können sich Schüler, Studenten oder Senioren melden. Auch Menschen, die ihre Arbeit wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht ausüben können, seien willkommen. „Gerne Mitarbeiter aus der Gastronomie. An ihnen schätze ich sehr, dass sie den Umgang mit Kunden gewohnt sind, auf sie zugehen und auch in schwierigen Situationen freundlich bleiben.“

Die in den Supermärkten angebotenen Arbeiten sind ganz unterschiedlich. Sie reichen von der Bestückung der Regale bis hin zum Kassieren. Vor einem Einsatz an der Kasse werden die Betreffenden eingearbeitet. „Dort nimmt die Technik mittlerweile viel Arbeit ab. Die meisten Produkte haben einen Scan-Code, den das System automatisch erfasst. Bei Obst oder Gemüse müssen Nummern eingegeben werden. Das ist gut erlernbar“, sagt der Marktbetreiber.

Idealerweise wird 15 Stunden pro Woche gearbeitet. Die Zeiten sind dabei flexibel. Bezahlt wird auf 450 Euro Basis. „Interessenten brauchen nur eine kurze E-Mail mit ihren Kontaktdaten an [email protected] zu schreiben, dann melden wir uns“, sagt John Scheller.