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Region Döbeln: Wie es mit den Testcentern weitergeht

Viele werden bald nicht mehr gebraucht. Trotzdem bleiben sie stehen. Und es gibt neue Ideen.

Hugo Stiller testet die Döbelner im Testcenter am Edeka-Markt. Dieses soll auch dann bestehen bleiben, wenn aufgrund der sinkenden Testzahlen andere Teststationen geschlossen werden.
Hugo Stiller testet die Döbelner im Testcenter am Edeka-Markt. Dieses soll auch dann bestehen bleiben, wenn aufgrund der sinkenden Testzahlen andere Teststationen geschlossen werden. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Nach den Lockerungen Anfang dieser Woche sind nur noch in wenigen Bereichen Corona-Tests nötig, zum Beispiel beim Besuch einer Sauna, des Hallenbades und von Kultur- oder Sportveranstaltungen, bei denen der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann.

Dadurch und weil inzwischen viele Menschen geimpft sind, ist die Zahl der Menschen, die sich testen lassen, rapide gesunken. Wie geht es nun mit den Testcentern und -stellen weiter?

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Michael Köhler hat seit dem 25. März elf solcher Einrichtungen im Altkreis Döbeln, in Meißen, Grimma, Zwickau und am Sonnenlandpark Lichtenau aufgebaut und betrieben. „Bis zum 30. Juni werden wir beobachten, wie sich die Situation entwickelt“, sagt er.

Geht die Zahl der Tests weiter zurück, werden einige der Testzentren geschlossen. Fest steht aber schon, dass das Angebot neben dem Edeka-Markt in Döbeln – in der Nähe von Theater und Stadtbad – bestehen bleiben soll.

Rollende Alternative zum Testcenter

Zudem werden Mitarbeiter von Michael Köhler künftig mit einem Testbus unterwegs sein. Er soll vor allem bei Veranstaltungen zum Einsatz kommen, zum ersten Mal bei der offiziellen Eröffnung des Bahnhofsgartens am Kulturbahnhof Leisnig am Sonnabend ab 11 Uhr.

Auch wenn die meisten Testzentren ab 1. Juli voraussichtlich nicht mehr in Betrieb sind, werden sie nicht abgebaut. „Wir werden alles stehen lassen und schauen, wie sich die Regelungen und Inzidenzen entwickeln“, so Köhler.

Er hatte in allen Einrichtungen Spucktests angeboten, die laut der Liste der vom Bundesministerium für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen Antigen-Tests ebenso sicher und mit 98 Prozent teilweise noch besser sind als die Rachen- und Nasenabstriche.

Die Menschen, die den Test genutzt haben, teilt er in zwei Gruppen ein. Die kleinere sei die, die Corona ohnehin negieren, sich trotzdem testen lassen musste und dann noch frustrierter war. Der Unmut mancher Menschen habe sich auch darin widergespiegelt, dass regelmäßig die Plakate, die auf die Testzentren hinweisen, beschmiert oder zerschnitten wurden. „Aber wir haben immer wieder neue aufgehangen“, so Köhler.

Wenige positive Testergebnisse

Die zweite, wesentlich größere Gruppe sei dankbar für die Möglichkeit des schnellen, unkomplizierten und gegenüber der beiden anderen Varianten angenehmeren Tests, für den kein Termin vereinbart werden musste.

Wie viele Tests in den vergangenen drei Monaten erfolgt sind, kann Michael Köhler nicht sagen. Aber auch in den Zeiten, in denen die Inzidenz über 300 lag, seien nur wenige positive Ergebnisse dabei gewesen.

50 Frauen und Männer arbeiten in den elf Testzentren. Dazu kommen drei weitere, die sich um die Logistik und den Getränkehandel – die eigentliche Firma von Michael Köhler – kümmern. Die meisten Arbeitsverträge laufen zum 30. Juni aus, mit der Option, die Mitarbeiter wieder einzustellen, sollte es die Situation erfordern, die Testzentren wieder zu öffnen.

„Im Moment freuen wir uns, wieder etwas Normales tun zu können“, sagt Köhler und meint damit den Verkauf von Getränken und die Belieferung von Gastronomen sowie Festen.

Von Bergmanns Hof in die Apotheke

Das von Apotheker Dr. Sebastian Michael organisierte Testcenter in Bergmanns Hof in Waldheim wird am 5. Juli in die Löwen-Apotheke am Markt umziehen, „weil wir keinen ,Ansturm‘ mehr befürchten müssen und es somit räumlich bewältigen werden. Das Buchungsportal bleibt bestehen“, sagt Michael. In den kommenden beiden Wochen erfolgen die Tests noch zu den bekannten Zeiten in Bergmanns Hof.

Dort haben seit dem 15. März 15 Mitarbeiter im Wechsel die Tests abgenommen. Drei bis vier waren täglich vor Ort. Getestet wird in Waldheim aber schon seit Dezember 2020.

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99 Prozent der zu testenden Personen seien glücklich über die unkomplizierte und fachgerechte Möglichkeit der Tests gewesen. Negative Bemerkungen habe es meist zur Testpflicht als solcher gegeben. „Wenige, vor allem Erwachsene, haben sich über den tiefen Nasenabstrich beschwert, den wir grundsätzlich vornehmen.

Allerdings gab es da keine Diskussionen, es wurde und wird so gemacht, wie ich das fachlich für korrekt erachte“, erklärt Sebastian Michael. Im Waldheimer Testzentrum sind bisher rund 16.000 Tests erfolgt, von denen 56 positiv waren.

Zentrum an der Talsperre bleibt

Das städtische Testzentrum im Döbelner Ratskeller wird solange betrieben, wie Bedarf vorhanden ist. „Gegebenenfalls könnten die Öffnungszeiten der Nachfrage angepasst werden“, so Thomas Mettcher, Pressesprecher der Stadt Döbeln. Die Zahl der Tests ist bereits zurückgegangen. Waren es im Schnitt pro Tag etwa 120 bis 130, in der Spitze bis zu 250, wurden zuletzt 70 gezählt.

Seit dem 19. März wird das städtische Testzentrum von Mitarbeitern der Stadt Döbeln betrieben. „Die Resonanz war durchweg positiv. Es gab viel Lob für die freundliche und kompetente Behandlung“, so Mettcher. Von den rund 8.000 Testungen waren 28 positiv.

Der Studentenrat der Hochschule Mittweida, der seit einigen Tagen Tests an der Talsperre Kriebstein anbietet, will dies auch beibehalten, „damit wieder Kultur möglich wird“, sagt Gordon Oswald, Geschäftsführer des Studentenrates. Die Testzeiten sind den Spielzeiten auf der Seebühne angepasst. Lediglich das Personal werde von neun auf fünf reduziert.

Tests und Impfpass im Container

Die Park-Apotheke Hartha ist offizielles Testzentrum des Landkreises Mittelsachsen. „Und solange es gewünscht wird, bieten wir die Tests an“, sagt die Inhaberin Kristin Rost. Aber auch sie spürt in den vergangenen Tagen einen starken Rückgang der Nachfrage nach Tests. Deshalb will sie den Testcontainer jetzt parallel für die Ausgabe des digitalen Impfpasses nutzen, der sehr begehrt ist.

Personell sei das Testen eine große Herausforderung gewesen. In den täglich zehn Stunden Öffnungszeit habe es keine halbe Stunde gegeben, in der kein Testwilliger da war. An Spitzentagen seien es bis zu 150 gewesen. Auch viele Schüler, die sich in der Schule nicht selbst testen wollten.

Kristin Rost spricht von mehreren 1.000 Tests insgesamt, von denen pro Woche einer positiv war, zu Hoch-Zeiten auch einer pro Tag. „Dabei war kein falsch positiver Test“, versichert die Apotheken-Chefin. Das hätten ihr sowohl die Kunden als auch das Gesundheitsamt bestätigt.

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