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Flugzeug mit Patienten in Dresden gestartet

Nach Mitternacht ist in Klotzsche ein weiterer Rettungsflug gestartet, um Erkrankte aus den überlasteten Kliniken zu verlegen. Wohin die Patienten kommen.

Von Tobias Wolf & Sandro Rahrisch
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Einer von zwei Patienten wird in der Nacht zum Sonntag auf dem Flughafen Dresden von Rettungskräften in ein ADAC-Ambulanzflugzeug verladen.
Einer von zwei Patienten wird in der Nacht zum Sonntag auf dem Flughafen Dresden von Rettungskräften in ein ADAC-Ambulanzflugzeug verladen. © dpa/Robert Michael

Dresden. Aus den überlasteten Dresdner Krankenhäusern sind in der Nacht zum Sonntag zwei weitere Patienten verlegt worden. Gegen Mitternacht startete ein Ambulanz-Flugzeug des ADAC vom Flughafen Dresden-Klotzsche. An Bord der Maschine des Typs Dornier 328 sollen sich Angaben des Sozialministeriums zufolge ein Patient aus dem Friedrichstädter Krankenhaus und ein Erkrankter aus Freiberg befinden. Das Flugzeug hob gegen 1.20 Uhr ab und landete etwa 50 Minuten später in Bremen, wo die Patienten nun weiterversorgt werden.

Die wegen der Corona-Pandemie überlasteten Dresdner Krankenhäuser hatten bereits am Freitag damit begonnen, Patienten in andere deutsche Kliniken zu verlegen. Nach zwei Transporten aus dem Herzzentrum und dem Neustädter Krankenhaus nach Herford in Nordrhein-Westfalen und Greifswald am Freitag erfolgen am Samstag weitere Verlegungen, so das Sächsische Sozialministerium.

An Bord der Maschine sollen sich zwei Patienten aus Dresden und Freiberg befunden haben.
An Bord der Maschine sollen sich zwei Patienten aus Dresden und Freiberg befunden haben. ©  dpa/Robert Michael

Für den Sonnabend waren Transporte vom Uniklinikum nach Göttingen, vom Herzzentrum nach Schwerin, vom Neustädter Krankenhaus nach Rostock sowie vom Friedrichstädter Krankenhaus nach Bremen geplant. Die Patienten sollten direkt per Helikopter, per Intensivtransportwagen beziehungsweise Flugzeug ab Klotzsche ausgeflogen werden.

Wetter erschwert Verlegungen

Aufgrund der Wetterbedingungen in Deutschland waren am Sonnabend nur begrenzt Verlegungen mit Hubschraubern möglich. Ob alle angemeldeten Transporte tatsächlich stattfanden, konnte das Ministerium zunächst nicht sagen. Die Verlegungen würden operativ und kurzfristig entschieden, hieß es.

Ob auch die Luftwaffe in den kommenden Tagen zum Einsatz kommen wird, ist noch unklar. Sie ist im Wege der Amtshilfe für die Innenministerien der Länder tätig, die die jeweiligen Transportbedarfe koordinieren. Nach Angaben eines Luftwaffensprechers am Freitag könnten Flüge mit einem Airbus A310 Medevac ab dem Wochenende auch von Sachsen aus stattfinden, dies sei jedoch noch nicht sicher.

Für Patienten bedeute so ein Transport eine enorme Belastung, so der Sprecher, weil sie vom Krankenhausbett in einen Rettungswagen bzw. Intensivtransporter gebracht werden müssen, anschließend ins Flugzeug geladen werden, und am Ankunftsort alles wieder in die andere Richtung abläuft. Sie müssten also transportfähig sein. In Köln-Wahn und Wunstorf gebe es weitere Flugzeuge für medizinische Transporte.

Der Luftwaffensprecher betont, dass man Amtshilfe leiste, aber in jedem Fall die Rettungskette für Soldaten aufrecht erhalten müsse, die im Notfall aus Einsatzgebieten ausgeflogen werden müssen. Aktuell ist die Bundeswehr unter anderem in Mali, Irak und dem Libanon im Einsatz.

Das Uniklinikum, aber auch das Städtische Klinikum hatten am Freitag mitgeteilt, kaum noch weitere Kapazitäten für Patienten schaffen zu können. Man arbeite am Rande des Möglichen, so der Tenor. Am Samstagnachmittag befanden sich insgesamt 91 Corona-Patienten auf Dresdens Intensivstationen. 55 von ihnen müssen beatmet werden. (mit dpa)