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Riesiger Tintenfisch an Dresdner Hauswand

Der Oktopus hört mit einem Stethoskop ein Herz ab. Damit nimmt er Bezug auf Menschen, die in der Corona-Zeit ganz besonders gefordert sind.

Von Christoph Springer
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Der riesige Tintenfisch hört mit einem Stethoskop ein Herz in einem Edelstein ab.
Der riesige Tintenfisch hört mit einem Stethoskop ein Herz in einem Edelstein ab. © Sven Ellger

Dresden. Eigentlich ist es nur eine Hauswand in der Dresdner Neustadt, doch schon seit Jahren wird sie für haushohe Wandbilder genutzt und hat sich so zu einem Blickfang mit immer neuen Botschaften entwickelt. Das Neueste ist ein gigantischer Tintenfisch, der mit einem Stethoskop ein Herz abhört, das in einem Edelstein steckt.

"Systemrelevant – und nu?" steht daneben auf der Wand und darunter der Name einer Dresdner Firma, die Arbeit in der Alten- und Krankenpflege vermittelt. Es ist ein Werbebild, doch es ist zugleich mehr als das. Denn diese Werbung fällt wirklich auf und der Tintenfisch soll zum Nachdenken anregen.

Entworfen hat ihn der Dresdner Künstler Robert Richter, umgesetzt hat das Wandgemälde an dem Haus an der Bautzner Straße - übrigens nicht zum ersten Mal - die Agentur Cromatics. "Als uns Robert Richter vor einigen Wochen seine Motividee vorstellte, waren wir sofort begeistert. Die Vielfältigkeit sowie das hohe Arbeitspensum innerhalb der Pflege erhält durch die vielen Tentakel des Oktopus eine starke Symbolik", sagt Geschäftsführerin Stefanie Rothe, die Chefin des Unternehmens, für das das riesige Wandbild nun wirbt. "Das Gesamtkunstwerk zeigt für uns auf beeindruckende Weise sowohl die Fürsorglichkeit als auch die Verletzbarkeit unserer Pflegekräfte."

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Der "Stethosoctopus" sei der Auftakt zu einer ganzen Kampagne mit insgesamt vier Motiven verschiedener Künstler, berichtet das Unternehmen auf seiner Internetseite. "Tier und Mensch zusammen zu bringen ist einer meiner Schwerpunkte", zitieren die Verantwortlichen dort den Künstler Robert Richter. "Der Oktopus gilt als sehr feinfühlig und zugleich intelligent. Durch seine vielen Arme soll er außerdem die Vielseitigkeit der Pflegekräfte widerspiegeln."

Mit der Kampagne will das Unternehmen auch "einen Anstoß dafür geben, dass auch von politischer Seite endlich etwas für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege getan wird." Corona habe nun schonungslos offengelegt, welche Schwierigkeiten sich über die Jahre speziell in der Pflegebranche aufgebaut hätten. Applaus sei die "anerkannte Währung" aller, die sich tagtäglich um diejenigen kümmern, die es gerade am dringendsten brauchen.

"Der Blick des Oktopus ist traurig und müde, ein Hinweis auf die teils schwierigen Arbeitsbedingungen, mit der sich die Pflegekräfte konfrontiert sehen", beschreiben die Auftraggeber ein Detail des großen Wandbildes, das auch als Mural bezeichnet wird.

An der Giebelwand des Mehrfamilienhauses in der Neustadt ging es unter anderem schon um einen Zeichen-Wettbewerb, um Bier und um einen Baumarkt. Auch die Landtagswahl am 1. September 2019 war dort ein Thema.

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