merken
Deutschland & Welt

RKI geht von mehr Corona-Geimpften aus

In Deutschland sind offenbar mehr Menschen gegen das Coronavirus geimpft, als bislang angenommen wurde. Das RKI hat zusätzliche Daten erhoben.

Es ist anzunehmen, dass unter Erwachsenen mehr Menschen geimpft sind, als in der offiziellen Statistik erfasst wurden.
Es ist anzunehmen, dass unter Erwachsenen mehr Menschen geimpft sind, als in der offiziellen Statistik erfasst wurden. © Symbolfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild

Berlin. Das Robert Koch-Institut (RKI) geht von bereits mehr Corona-Geimpften aus, als in der offiziellen Meldestatistik erfasst sind. Es sei anzunehmen, dass unter Erwachsenen bis zu 84 Prozent mindestens einmal und bis zu 80 Prozent vollständig geimpft sind, heißt es in einem aktuellen RKI-Bericht (Stichtag 5.10.). Die Schätzung beruht auf Bürgerbefragungen und Meldedaten. Nach Meldungen der Impfstellen haben bisher knapp 80 Prozent der Menschen ab 18 Jahren eine erste Spritze bekommen, gut 75 Prozent bereits die zweite.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur mit Bezug auf die RKI-Angaben, die Impfkampagne sei noch erfolgreicher als gedacht. "Das gibt uns zusätzliche Sicherheit für Herbst und Winter. Wir wollen mit Umsicht und Vorsicht Schritt für Schritt zurück in Freiheit und Normalität." Die erreichten Impfquoten machten es möglich, draußen auf bestimmte Corona-Regeln zu verzichten - insbesondere das Tragen medizinischer Schutzmasken. In Innenräumen seien Zutrittsvorgaben für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) mit der Option für 2G nur für Geimpfte und Genesene weiterhin wichtig - ebenso das Einhalten von Hygieneregeln mit Abstand und Masken.

ECHT.SCHÖN.HIER
Sachsen entdecken und erleben
Sachsen entdecken und erleben

Lernen Sie unbekannte Orte der Region kennen - wir geben Ihnen Insidertipps um die Heimat neu zu erkunden und lieben zu lernen.

"Gewisse Unsicherheit" bei Interpretation der Impfquoten

Das RKI erläutert in dem Bericht, über den zunächst die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichteten, es liege nahe, "dass die im Digitalen Impfquoten-Monitoring berichtete Impfquote als Mindest-Impfquote zu verstehen ist und eine Unterschätzung von bis zu 5 Prozentpunkten für den Anteil mindestens einmal Geimpfter beziehungsweise vollständig Geimpfter angenommen werden kann."

Zur Anschauung: Fünf Prozentpunkte in der Erwachsenenbevölkerung entsprechen grob überschlagen 3,5 Millionen Menschen.

Weiterführende Artikel

Corona: Mehr als 1.000 Neuinfektionen in Sachsen

Corona: Mehr als 1.000 Neuinfektionen in Sachsen

Sieben neue Todesfälle innerhalb eines Tages, Weihnachtsmärkte in Sachsen können ohne 3G stattfinden, bald keine Masken mehr in Schulen - unser Newsblog.

Hintergrund ist, dass in vom RKI durchgeführten Befragungen deutlich mehr Menschen angeben, bereits geimpft zu sein, als in der Statistik vermerkt sind. Das RKI nennt verschiedene Erkläransätze, unter anderem, dass in den Befragungen wenig impfbereite Menschen unterrepräsentiert sind. Zudem gibt das RKI an, dass Menschen mit schlechten Deutschkenntnissen nicht an der Befragung teilnehmen können. "Es besteht die Vermutung, dass Sprachbarrieren auch zu einer geringeren Inanspruchnahme der COVID-19 Impfung führen." Zudem würden bestimmte Impfungen in der Statistik gar nicht erfasst.

Bereits im August hatte das RKI von "gewisser Unsicherheit" bei der Interpretation von Impfquoten-Daten berichtet. (dpa)

Mehr zum Thema Deutschland & Welt