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Firmen streichen Weihnachtsfeiern

Viele Unternehmen im Rödertal lassen die Events in diesem Jahr ausfallen. Manche suchen nach kreativen Lösungen.

Weihnachtsfeier nur mit Maske? Viele Firmen im Rödertal finden, dass da keine besinnliche Stimmung aufkommt, und sagen die Events ab.
Weihnachtsfeier nur mit Maske? Viele Firmen im Rödertal finden, dass da keine besinnliche Stimmung aufkommt, und sagen die Events ab. © dpa

Radeberg. Es sind diese Veranstaltungen, die in der Vorweihnachtszeit noch einmal die Stimmung bei den Mitarbeitern in den Firmen und Verwaltungen richtig steigen lassen: Weihnachtsfeiern und Betriebsfeste. Zusammensitzen mit den Kollegen, trinken, essen, auch mal flirten, ein wenig tanzen. 

Für ein paar Stunden den beruflichen Alltag vergessen. Wonach sich ja gerade in diesen Corona-Zeiten doch so viele Menschen sehnen. Aber: Wieder befindet sich das ganze Land in einem mehrwöchigen Lockdown. Ergo wird dieses liebgewonnene Ritual bei den meisten Firmen in diesem Jahr wohl ausfallen. 

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Und wie schaut es da bei Firmen, Betrieben und Verwaltungen im Rödertal aus?„Wir hatten bereits im Sommer entschieden, das wir dieses Jahr keine Weihnachtsfeier durchführen werden“, erzählt Janet Lange, Geschäftsführerin des gleichnamigen Ottendorfer Tiefbauunternehmens. 

Man habe zwar erwogen, diese Feier zu splitten, in kleinen Gruppen durchzuführen, aber so Janet Lange, „wir sind davon abgekommen“. Nicht zuletzt gehe das ja auch nicht, weil Gaststätten geschlossen seien.

Bäcker feiert am 1. Mai

Beim Ottendorfer Mühlenbäcker stärkt man das Zusammengehörigkeitsgefühl bei den Beschäftigten alljährlich mit einer Betriebsfeier. Die findet jedoch nicht in der Vorweihnachtszeit statt, sondern im Frühjahr, am 1. Mai. 

Die war ja in diesem Jahr schon wegen des ersten Lockdown flachgefallen. Und im kommenden Jahr? „Wir warten die Entwicklung der Pandemie ab“, so Geschäftsführer Robert Meyer. Weinseliges Gedränge am Büfett, feuchtfröhliche Feiern im Kollegenkreis ohne Abstand, davon muss man in der Corona-Zeit Abstand nehmen.

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Ist ja die große Frage, wie man feiern kann, ohne zu feiern. Denn derzeit sind private Veranstaltungen in Sachsen mit zehn Personen aus mehreren Haushalten in geschlossenen Räumen zwar noch erlaubt, aber es wird sich wohl kaum ein Arbeitgeber zum Ausrichten einer Feier durchringen können und Gefahr laufen wollen, anschließend als Superspreader dazustehen.

Manche Firmen suchen daher nach alternativen Möglichkeiten des Feierns, versuchen, diese Veranstaltungen gar digital durchzuführen. In der Computerbranche nutzen einige Firmen die Gelegenheit, ihren Mitarbeitern das Homeoffice mit einer digitalen Weihnachtsfeier etwas schmackhafter zu machen. 

Die Weihnachtsfeier als digitales Event, Covid-19 macht auch das möglich. Erkundigt man sich bei Torsten Schlegel, ob man in seiner Firma in diesem Jahr auf diese Weise das Zusammengehörigkeitsgefühl bei den Mitarbeitern stärken will, kommt vom Geschäftsführer des Langebrücker IT-Betriebes ergoDATA ein klares Nein. 

Denn: „Die Akzeptanz von Online-Events nimmt seit einiger Zeit zunehmend ab“. Es gebe im Netz zu viele solcher Events. Da herrsche „ein wahrer „Overflow“, wie er das bezeichnet.

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In dem Langebrücker IT-Betrieb ist es seit vielen Jahren Tradition, am letzten Freitag vor Weihnachten gemeinsam die Mittagspause zu verbringen. Da gebe es dann Gänsebraten und Stollen, so Schlegel weiter. 

Auch in diesem Jahr dürfen sich die rund 20 Mitarbeiter wieder auf dieses gesellige Beisammensein freuen. Natürlich mit Mindestabstand und unter den vorgeschriebenen Hygienevorschriften. Das Wir-Gefühl hat auch bei den Beschäftigten der Radeberger Exportbrauerei einen hohen Stellenwert. Darauf weist Öffentlichkeitsmitarbeiterin Jana Kreuziger hin. 

Da die Vorweihnachtszeit in dem Radeberger Unternehmen jedoch eine ist, in der „alle sehr viel zu tun haben“, hat man es sich in der Brauerei zur Gewohnheit gemacht, die Mitarbeiter in den ersten Januartagen zu einem Jahresumtrunk einzuladen. Der aber, bedauert Kreuziger, wohl wegen Corona ausfallen wird. Eine Alternativ-Veranstaltung sei derzeit noch nicht geplant.

Betriebsausflug hoffentlich im nächsten Jahr

Bei Varialux GmbH, dem Arnsdorfer Leuchtenhersteller, habe man sich bisher noch nicht „tiefergründig“ mit dem Thema Weihnachtsfeier auseinandergesetzt, erfährt man von Varialux-Geschäftsführer Christian Kümmerfeldt. 

Bisher habe man so etwas auch nicht „zentral“ gefeiert, vielmehr hätten sich in den vergangenen Jahren Abteilungen nach Feierabend getroffen, um „extern“ zu feiern. Aber in diesem Jahr falle dies auch aus, wegen Corona, wegen des Lockdowns. 

Eine Stadtbesichtigung in Görlitz, eine Fahrt mit der Lößnitzbahn, ein Besuch auf Schloss Wackerbarth, einmal im Jahr treffen sich die Mitarbeiter der Radeberger Stadtverwaltung zum Betriebsausflug. Da werden sehenswerte Ziele in der Region angesteuert, wie Pressesprecher Jürgen Wähnert erzählt. 

Die fanden bisher immer im September statt, seien bei den Beschäftigten der Stadtverwaltung prima angekommen, so Wähnert weiter. In diesem Jahr, man ahnt es schon, fiel der betriebliche Ausflugstag wegen Corona ins Wasser. Ziemlich trübe Zeiten also in der Vorweihnachtszeit für ein wenig Gemeinsamkeit im Kollegenkreis.

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