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Sachsens Regierungschef warnt vor Corona-Leichtsinn

Michael Kretschmer ist besorgt über die Delta-Variante. Von ihr ist im Kreis Görlitz aber noch wenig zu spüren. Erstmals seit acht Monaten liegt hier kein Patient auf einer Intensivstation.

Unlängst war Michael Kretschmer in der Sächsischen Schweiz wandern, an diesem Wochenende in der Oberlausitz. Was er da erlebte, freute ihn nicht nur.
Unlängst war Michael Kretschmer in der Sächsischen Schweiz wandern, an diesem Wochenende in der Oberlausitz. Was er da erlebte, freute ihn nicht nur. © Archivfoto: Daniel Förster

Angesichts wieder steigender Infektionszahlen in Portugal und Großbritannien zeigte sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am Montagvormittag vor Journalisten besorgt über den Umgang mit Corona und warnte vor Leichtsinn. So stieß er beim Wandern am Wochenende in der Oberlausitz auf eine Gaststätte, die auf einem Aushang mitteilte, dass man sich in diesem Lokal an keine Corona-Regeln wie Abstand oder Masken zu halten brauche.

Hinter der Sorge der Politik steht die Erfahrung aus dem vergangenen Sommer. Auch damals brachten Reiserückkehrer aus Kroatien vor allem das Coronavirus nach Deutschland, sodass die Fälle ab August gestiegen waren und im Oktober in die zweite Welle mündeten, die in der Oberlausitz besonders schwer ausfiel. Auch war der Sommer 2020 wenig genutzt worden, um sich in Schulen beispielsweise auf eine zweite Welle vorzubereiten.

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Deshalb die Mahnung von Kretschmer jetzt: Die Pandemie sei nicht besiegt. Nur das Impfen könne sie besiegen. Daher appellierte Sachsens Regierungschef nochmals, die Impftermine, insbesondere auch die zweite Impfung bei Biontech und AstraZeneca, wahrzunehmen.

Noch ist von der Delta-Variante mit einer höheren Ansteckung nichts im Landkreis Görlitz zu spüren. Übers Wochenende wurden nur zwei Neuinfektionen registriert, am Montag keine. Momentan zählt das Kreis-Gesundheitsamt elf aktuelle Infektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Görlitz. So sank der Inzidenzwert sowohl beim Kreis-Gesundheitsamt als auch beim Berliner Robert-Koch-Institut am Montag auf knapp drei.

Erstmals seit acht Monaten befindet sich auch kein Covid-19-Patient mehr in intensivmedizinischer Pflege in einem Krankenhaus im Landkreis. Auf Normalstationen werden noch fünf Covid-Patienten behandelt, auf dem Höhepunkt der Pandemie am 30. Dezember lagen 280 Patienten wegen einer Covid-19-Erkrankung in einem Krankenhaus im Landkreis.

Zugleich sind zwei weitere Todesopfer nach einer Coronavirus-Infektion zu beklagen. Ein 87-jähriger Mann aus der Gemeinde Kottmar und ein 68-jähriger Mann auf Niesky starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus, sodass die Gesamtzahl der Todesfälle seit März 2020 auf 1.157 im Kreis Görlitz stieg.

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