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Corona: Sachsen arbeitet an großer Test-Offensive

Selbsttests in Schulen und sogar fürs Einkaufen? Das ist der Stand der Diskussionen im Freistaat.

Mitarbeiter in der Corona-Teststation im "Cafe Blumenau" in der Dresdner Neustadt. In Sachsen soll künftig viel mehr getestet werden.
Mitarbeiter in der Corona-Teststation im "Cafe Blumenau" in der Dresdner Neustadt. In Sachsen soll künftig viel mehr getestet werden. © dpa/Robert Michael

Dresden. Die von Sachsens Staatsregierung angestrebte Ausweitung der Testpflicht, um in Corona-Zeiten Dienstleistungs- und Handelsangebote trotz hoher Inzidenzzahlen offen halten zu können, findet breiten Zuspruch. Fast alle Landtagsfraktionen unterstützen dieses Vorhaben.

Diskussionen gibt es jedoch darum, in welchen Bereichen eine Testpflicht gelten soll und welche Testverfahren für Kunden bzw. Besucher zur Anwendung kommen müssen. Entgegen von Expertenforderungen, die dabei ausschließlich auf von Fachpersonal durchgeführte Schnelltests setzen wollen, möchte die Staatsregierung auch die im Handel verfügbaren Selbsttests für den Hausgebrauch zulassen, damit zum Beispiel ein Einkaufstermin in Geschäften einfacher wahrgenommen werden kann. Die aufwendigeren Schnelltests, so heißt es, seien zwar sicherer, doch für sie gebe es weiterhin zu wenige Testzentren.

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Unklar ist allerdings noch, wie man absichert, dass die in Geschäften mit Hilfe des Vier-Augen-Prinzips erfolgten Selbsttests korrekt dokumentiert werden und wie lange sie gültig sind. Am Donnerstag wurde auf die Möglichkeit eines offiziellen Formulars verwiesen, das der Händler nach dem Test für den Kunden ausfüllt und das bis zu 48 Stunden gelten könnte. Eine endgültige Entscheidung dazu soll aber erst am Montag fallen, wenn die Staatsregierung die neue Corona-Schutzverordnung beschließen will.

Unterdessen hält die Debatte um die Testvorgaben auch in den Regierungsfraktionen an. „Für Schulen sind Selbsttests, die eine niedrigere Hürde darstellen, vernünftig. Für das Nutzen von Freizeitangeboten oder Shopping wäre aus meiner Sicht ein Schnelltest sinnvoller“, meint die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Friedel. Die Grünen befürworten eine andere Differenzierung. „In Hotspots sollte die Testpflicht ausgebaut werden, wo es weniger Infizierte gibt, sollte man mit Tests sparsam umgehen“, sagte Kathleen Kuhfuß. Die CDU sieht eine Ausweitung der Testpflicht dagegen positiv. Der Abgeordnete Alexander Dierks: „Tests sind neben dem Impfen ein Kernelement, um uns Stück für Stück aus den coronabedingten Alltagsbeschränkungen herauszuarbeiten.“

Die oppositionelle Linksfraktion, die Öffnungsschritte mithilfe von Tests prinzipiell begrüßt, verweist aber auf ein Manko. „Es ist fraglich, ob überhaupt genug Tests verfügbar sind“, warnt die Abgeordnete Susanne Schaper. Zudem seien Tests kein Allheilmittel bei der Pandemiebekämpfung.

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Die AfD, die auf einer sofortigen Beendigung des gegenwärtigen Lockdowns besteht, sieht in Tests zumindest eine sinnvolle Ergänzung für eine „uneingeschränkte Öffnung“. Eine Testpflicht, so der Abgeordnete Frank Schaufel, lehne man jedoch ab.

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