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Unternehmen bereiten sich auf Corona-Impfungen vor

Voraussichtlich ab Juni sollen Betriebsärzte gegen Corona impfen dürfen. In Sachsen sind viele Firmen schon einen Schritt weiter.

Im Zwickauer VW-Werk durfte die Werkärzte im Rahmen eines Modellprojektes bereis Ende März Mitarbeiter gegen Covid-19 impfen.
Im Zwickauer VW-Werk durfte die Werkärzte im Rahmen eines Modellprojektes bereis Ende März Mitarbeiter gegen Covid-19 impfen. © dpa-Zentralbild

Dresden. Innerhalb von drei Stunden seien die Termine für die Corona-Schutzimpfungen bei den Deutschen Werkstätten in Dresden-Hellerau vergeben gewesen. „Ich habe am Dienstagvormittag um 6.05 Uhr die Mitarbeiter über die Termine bei uns im Unternehmen informiert. Kurz nach 9 Uhr gab es keine mehr“, berichtet Gesundheitsmanager Frank Mrosowski.

So konnten sich am Tag der Arbeit 60 Mitarbeiter mit Astrazeneca gegen das Corona-Virus impfen lassen. In den Unternehmensräumen seien dafür Anmeldung, Wartebereich, ein Raum für die Beratungsgespräche sowie einer für das eigentliche Impfen eingerichtet worden. Bereits am kommenden Wochenende soll es einen weiteren Impftermin für 150 Personen geben. „Es können dann auch Familienangehörige unserer Mitarbeiter geimpft werden“, erklärt Pressesprecherin Juliane Richter.

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Als Gesundheitsmanager der Deutschen Werkstätten in Dresden-Hellerau hat Frank Mrosowski die Corona-Impfungen im Unternehmen mit organisiert.
Als Gesundheitsmanager der Deutschen Werkstätten in Dresden-Hellerau hat Frank Mrosowski die Corona-Impfungen im Unternehmen mit organisiert. © Deutsche Werkstätten

Eigentlich sollten Betriebe erst ab Juni Corona-Impfungen für ihre Mitarbeiter anbieten können. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums könnten sich Beschäftige spätestens ab dem 7. Juni durch den Betriebsarzt impfen lassen. Dann stehe genügend Impfstoff zur Verfügung.

Doch in Hellerau sind die Impfungen durch eine Kooperation mit dem Oberlausitzer Ärztepaar Stefanie und Christian Liebisch sowie der Krankenschwester Petra Gießler bereits jetzt möglich. „Normalerweise impfen sie in ihren Praxen. Wir haben dann über persönliche Kontakte angefragt, ob sie das auch bei uns im Unternehmen machen würden“, erklärt Frank Mrosowski. Die Deutschen Werkstätten würden auch gern über den eigenen Betriebsarzt impfen lassen. „Da ist das Vertrauen noch größer“, sagt Frank Mrosowski. Aber das ist derzeit nicht möglich.

VW-Werkärzte impfen seit Ende März gegen Covid-19

In anderen Betrieben in Sachsen wird bereits durch den Betriebsarzt geimpft. So konnte Volkswagen im Rahmen eines Modellprojektes, das der Autobauer gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) aufgelegt hatte, bereits Ende März in Zwickau seinen Mitarbeitern eine Impfung anbieten. Geimpft wurde nach Priorisierung des Bundes.

VW war damit eines der ersten Unternehmen in Deutschland, das mit seinen eigenen Werkärzten Mitarbeiter geimpft hatte. Nach Angaben von Carsten Krebs, Unternehmenssprecher VW Sachsen, konnten bisher rund 150 Personen an den sächsischen Standorten in Zwickau, Chemnitz und Dresden geimpft werden.

Dagegen hat die Technologie-Firma GK Software SE aus Schöneck nach eigenen Angaben bereits fast allen Mitarbeitern am Vogtländer Standort ein Impfangebot gemacht. Möglich wurde das, weil die sächsische Staatsregierung im März wegen der hohen Corona-Inzidenz die Impfreihenfolge im Vogtlandkreis aufgehoben hatte.

Sachsenenergie möchte eigene Impfstrecke betreiben

Die Sachsenenergie AG möchte ihren Mitarbeitern ebenfalls eine Impfung anbieten. Als Teil der kritischen Infrastruktur sind die Mitarbeiter nun impfberechtigt. Deswegen plant das Unternehmen gemeinsam mit dem DRK eine Impfstrecke im Dresdner Impfzentrum zu betreiben. „Normalerweise kommen wir mit mobilen Teams in Unternehmen der kritischen Infrastruktur. Bei rund 3.000 Mitarbeiter haben wir aber gesagt, dass sie zu uns kommen sollen“, erklärt DRK-Pressesprecher Kai Kranich. Die Impfstrecke sei bisher noch nicht in Betrieb gewesen und für solche Zwecke vorgehalten worden.

Auch die Beiersdorf AG plant am sächsischen Standort Waldheim Corona-Impfungen für die Mitarbeiter anzubieten. „Wir bereiten uns sukzessive auf mögliche betriebliche Impfangebote vor und werden diese umsetzen sobald ausreichend Impfdosen verfügbar sind“, teilte Unternehmenssprecherin Chrsitina Hoberg mit.

Ebenso hält man es beim Energieversorger Envia-M in Chemnitz. Nach Angaben von Pressesprecher Stefan Buscher wurde dafür bereits ein erstes Impfkonzept erstellt. Außerdem seien bereits alle räumlichen, technischen und personellen Voraussetzungen geschaffen sowie ein Terminvergabeportal eingerichtet worden. „Wir könnten sofort loslegen“, erklärt er.

Erfahrung durch Grippe-Schutzimpfung

Auch beim Mikrochiphersteller Globalfoundries sei man bereits sehr gut aufgestellt. „Durch die jährliche Grippeimpfungen haben wir viel Erfahrung und können auch unter Corona-Bedingungen die Abläufe gut handhaben“, erklärte Sprecherin Karin Raths auf Anfrage.

Ähnlich sieht es der Nachbarn Infineon. Sobald die Betriebsärzte in die Impfstrategie einbezogen werden, wolle man seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eine Impfangebot unterbreiten, teilte der Mikrochiphersteller mit.

Großes Interesse an Schutzimpfungen durch den Betriebsarzt, haben auch der Lebensmittelhersteller Sachsenmilch in Leppersdorf und die Radeberger Exportbierbraucherei. Dort sei bereits eine Abfrage der impfwilligen Mitarbeiter erfolgt, erklärt Pressesprecherin Jana Kreuziger.

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Das Gasversorgungsunternehmen VNG aus Leipzig könne sich ebenfalls Impfungen durch den Betriebsarzt vorstellen. Dagegen wolle der Chemiekonzern BASF am Lausitzer Standort Schwarzheide die Impfkampagne im Oberspreewald-Lausitz-Kreis durch die Werksärzte unterstützen. Das könne durch Betreiben einer Impfstrecke oder durch Impfungen auf dem Werksgelände geschehen, teilte das Unternehmen mit.

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