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Corona: DRK Sachsen weist Kritik an Impfstart zurück

Bisher haben sich 14.000 Menschen für eine Impfung registriert. Warum es trotzdem dauert, bis sie einen Termin bekommen.

Rüdiger Unger, Vorsitzender des Vorstands Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Landesverband Sachsen.
Rüdiger Unger, Vorsitzender des Vorstands Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Landesverband Sachsen. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Nach dem Start des Online-Portals zur Terminvergabe für eine Corona-Impfung in Sachsen haben Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Kritik an der Organisation zurückgewiesen.

Auf der neuen Internetseite sachsen.impfterminvergabe.de habe es am Montag 14.000 Registrierungen gegeben, sagte Sachsens DRK-Chef Rüdiger Unger am Dienstag. Es seien etwa 2.800 Impf-Termine gebucht worden. Das DRK organisiert für den Freistaat die Impfungen sowohl in den Impfzentren als auch durch mobile Teams in Pflegeheimen.

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Das Portal sei am Montag nicht überlastet gewesen oder zusammengebrochen, sagte Unger. Wegen der enorm hohen Zugriffszahlen habe das DRK mit dem Portalentwickler T-Systems eine Abweisungs-Automatik vereinbart, um die Server vor zu vielen Anfragen zu schützen. Die Benutzer landen dann in einer Warteschlange.

Am Dienstag sollte auch eine Telefon-Hotline freigeschaltet werden, zunächst nur zur Beratung. Ab Donnerstag oder Freitag sollten dort auch Ímpftermine vereinbart werden können. Doch scheinbar gibt es auch hier technische Probleme. Laut Medienberichten wird die Impf-Hotline wohl nicht vor dem Wochenende freigeschaltet.Die kostenlose Nummer lautet 0800 0899 089 .

Update: Das DRK teilte am Mittwoch mit, dass ab Montag, den 18.01.2021, die Terminvereinbarung für einen Impftermin unter der oben genannten Rufnummer möglich sein wird.

Schon seit dem 27. Dezember werden Bewohner und Mitarbeiter in Pflegeheimen geimpft. Am Montag haben auch die 13 Impfzentren offiziell ihre Arbeit aufgenommen. Am ersten Tag seien 2.914 Personen geimpft worden, sagte Unger.

Keine Impfpflicht für Pflegekräfte

Da der Impfstoff bundesweit immer noch sehr knapp ist, können sich weiterhin nur besonders gefährdete Menschen impfen lassen. Höchste Priorität haben neben den Bewohnern in Pflegeheimen und den Mitarbeitern in Krankenhäusern die über-80-Jährigen und die Beschäftigten ambulanter Pflegedienste sowie der Rettungsdienste. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bat um Geduld. Es können nur Termine vergeben werden, soweit Impfstoff vorhanden ist. „Es ist mit der heißen Nadel gestrickt.“

1.500 Dosen, die Hälfte der täglich in Sachsen verimpften Menge, werden derzeit in Pflegeheime gebracht. Ab sofort dürfen die mobilen Impfteams auch dann in einem Pflegeheim Bewohner und Mitarbeiter impfen, wenn es Coronafälle gibt. In Absprache mit den örtlichen Gesundheitsämtern wird nicht mehr die komplette Einrichtung unter Quarantäne gestellt.

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Verpflichtete Impfungen für Pflegekräfte sind in Sachsen vorerst nicht geplant. „Die Corona-Impfpflicht wird in der Allgemeinheit aus gutem Grund abgelehnt“, sagte Sachsens Staatskanzleichef Oliver Schenk am Dienstag nach einer Kabinettssitzung, in der dieses Thema diskutiert worden war. „Wir setzen auf Überzeugungsarbeit und Aufklärung.“ Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zuvor eine solche Impfpflicht für Pflegepersonal ins Spiel gebracht.

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