merken
PLUS Sachsen

Corona in Sachsen: Hat das Jo-Jo je ein Ende?

Ein Lockdown folgt dem nächsten. Die Politik hat an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Wie soll es langfristig weitergehen? Ein Kommentar.

Mindestens bis Mitte Februar soll der Zustand strenger Kontaktbeschränkungen und eingeschränkter Freiheiten andauern.
Mindestens bis Mitte Februar soll der Zustand strenger Kontaktbeschränkungen und eingeschränkter Freiheiten andauern. © dpa

Es ist jetzt fast ein Jahr her, als in Deutschland der erste Fall einer Corona-Infektion bekannt wurde. Die Politik verhängte damals einen strengen Lockdown. Das Rezept war bis Herbst erfolgreich. Dann gingen die Zahlen wieder dramatisch nach oben. Es folgte der nächste Lockdown, der jetzt, nach mehreren Wochen, endlich Wirkung zeigt. Mindestens bis Mitte Februar soll dieser Zustand strenger Kontaktbeschränkungen und eingeschränkter Freiheiten andauern.

Bei aller Erleichterung über die langsam sinkenden Infektionszahlen fragen sich viele Menschen, wie es langfristig weiter gehen soll. Grüßt nun wieder das Murmeltier, also Öffnung im Frühjahr, dann wieder Lockdown im Herbst 2021?

Anzeige
Semper: Donnerstag an besonderen Orten
Semper: Donnerstag an besonderen Orten

»Semper: Donnerstag« präsentiert Künstler*innen und Musiker*innen in ungewohnter Perspektive

Bis heute wissen die Gesundheitsämter in der Regel nicht, wo sich die Infizierten den Virus jeweils eingefangen haben. In der Familie, im Bus, im Supermarkt oder am Arbeitsplatz? Der Mangel an Forschung und Wissen über die Orte der Ansteckung ist erschreckend. Die Corona-App hat wenig bis nichts gebracht. Die Gesundheitsämter arbeiten unter Hochdruck, aber immer noch mit ihren alten Instrumenten.

Das Prinzip Schrotflinte

Folge dieses Erkenntnismangels ist das Prinzip Schrotflinte. Die Regierung schließt so viele Bereiche wie nötig und verbietet so viele Kontakte wie möglich. Eine Wirkungskontrolle der einzelnen Maßnahmen findet nicht statt.

Im Krisenmodus nehmen die Bürger vieles hin. Aber die Politik hat durch das Chaos bei der Beschaffung des Impfstoffs Glaubwürdigkeit eingebüßt. Und spätestens im Frühjahr lassen sich, wenn die Zahlen weiter sinken, die Verbote nicht länger durchsetzen. Viele Menschen stellen sich die Frage, welchen Weg die Regierung dann einschlagen will, um das Virus einzuhegen. Denn in einer Welt mit offenen Grenzen wird Corona bei uns nicht vollständig verschwinden. Nicht jede Mutation, die in Zukunft irgendwo auf der Welt auftauchen wird, darf zu einem neuen Lockdown führen. Das hält dieses Land nicht lange aus.

Weiterführende Artikel

Großteil der Kreise in Sachsen unter 100er-Inzidenz

Großteil der Kreise in Sachsen unter 100er-Inzidenz

Gericht kippt Ausgangsbeschränkungen in Sachsen, Astrazeneca-Export aus der EU gestoppt, 740 Neuinfektionen in Sachsen gemeldet - unser Newsblog.

Diese Corona-Regeln sollen ab Montag in Sachsen gelten

Diese Corona-Regeln sollen ab Montag in Sachsen gelten

Sachsen hat die Eckpunkte für die neue Corona-Verordnung vorgestellt. Der Lockdown wird verlängert, aber es soll auch Öffnungen geben. Ein Überblick.

Das denken die Sachsen über den verlängerten Lockdown

Das denken die Sachsen über den verlängerten Lockdown

Nicht ausreichend oder übertrieben? Wie eine Umfrage zeigt, sind sich die Sachsen uneins. Zur verschärften Maskenpflicht haben aber viele eine klare Meinung.

Der Impfstoff bringt, anders als es die Regierung versprochen hat, keine schnelle Abhilfe. Die Landesregierung wird der Frage, wie die Rückkehr zum normalen Leben aussehen kann, deshalb nicht länger aus dem Weg gehen können.

E-Mail an Karin Schlottmann

Mehr zum Thema Sachsen