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Sachsen macht Events ohne Abstand und Masken möglich

Der Freistaat will ein Zugangsmodell für Geimpfte und Genesene, nicht aber für Getestete einführen. Die Entscheidung liegt jedoch bei den Veranstaltern.

Wie in Hamburg sollen in einigen Lokalen Sachsens nur noch Geimpfte und Genesene reindürfen - allerdings liegt die Entscheidung bei den Veranstaltern.
Wie in Hamburg sollen in einigen Lokalen Sachsens nur noch Geimpfte und Genesene reindürfen - allerdings liegt die Entscheidung bei den Veranstaltern. © Axel Heimken/dpa

Dresden. In Sachsen sind absehbar ab dem 23. September Großveranstaltungen möglich, bei denen für Besucher weder ein vorgeschriebener Mindestabstand noch eine Maskenpflicht gilt. Diese Möglichkeit will die Staatsregierung in ihre neue Corona-Schutzverordnung aufnehmen, die in der nächsten Woche beschlossen werden soll und die zunächst bis zum 23. Oktober gilt.

So bestätigte der Chef der Staatskanzlei, Oliver Schenk (CDU), am Dienstag nach der Kabinettssitzung, dass Sachsen künftig das Hamburger 2G-Modell zulassen will. Ein entsprechendes Eckpunktepapier hatte zuvor Sächsische.de veröffentlicht.

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Regeln für Kinder noch unklar

Demnach dürfen Organisatoren von Veranstaltungen mit maximal 5.000 Besuchern künftig den Zugang allein Geimpften und Genesenen gewähren, während lediglich getestete Personen und Ungeimpfte außen vor bleiben müssen. Im Gegenzug fallen für alle Besucher die jeweiligen Vorgaben für den Mindestabstand und der Maskenzwang weg. Das gilt auch für Restaurants, Einrichtungen oder Events.

Minister Schenk sagte, dies sei keine verpflichtende Variante, sondern die Veranstalter könnten freiwillig darauf zurückgreifen. Voraussetzung sei, dass auch alle Beschäftigte und zusätzliches Servicepersonal entweder vollständig geimpft oder genesen sind. Erforderlich seien zudem entsprechende Einlasskontrollen.

Neben den Erleichterungen für die Gäste sei für Veranstalter damit eine bessere Auslastung möglich. Noch unklar ist, ob auch Kinder bis zwölf Jahren sowie nicht impffähige Personen von 2G-Veranstaltungen ausgeschlossen bleiben oder ob für sie eine Sonderregelung greift. So könnten in den Fällen auch negative Tests ausreichen, so Schenk. Die Variante würde aber noch geprüft.

AfD klagt vor Verfassungsgericht

Die AfD-Fraktion im Landtag hat unterdessen beim Sächsischen Verfassungsgerichtshof einen Eilantrag auf unverzügliche Aufhebung etlicher Testpflichten gestellt und dies vor allem mit einer ungerechtfertigten Diskriminierung von Ungeimpften begründet. Fraktionschef Jörg Urban erklärte, auch die nun geplante 2G-Option ziele darauf, de facto einen Impfzwang durchzusetzen.

  • Hörtipp: 3G, 2G und die möglichen Entwicklungen im Herbst waren auch Thema in unserem Corona-Podcast.

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SZ-Redakteur Gunnar Saft kommentiert den steigenden Druck auf Ungeimpfte - auch in Sachsen.

Tatsächlich könnte es für Ungeimpfte demnächst weitere Einschränkungen geben. So will die Gesundheitsministerkonferenz der Länder diese Woche beraten, ob neben dem geplanten Wegfall von kostenlosen Coronatests künftig auch die Lohnfortzahlung für ungeimpfte Personen, die in die Corona-Quarantäne müssen, eingestellt wird.

Sachsen hat sich bei der Frage noch nicht offiziell entschieden. Aus Regierungskreisen heißt es aber, dass man einen bundeseinheitlichen Beschluss, die Fortzahlung in diesem Fall einzustellen, prinzipiell mittragen würde.

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