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Freies Impfen in Arztpraxen

Sächsische Ärzte sollen künftig frei über die Vergabe entscheiden dürfen. Der Impfstoff bleibt aber Mangelware.

Sachsen will die Priorisierung fürs Impfen bei Hausärzten aufheben.
Sachsen will die Priorisierung fürs Impfen bei Hausärzten aufheben. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild

Dresden. Ab 24. Mai dürfen niedergelassene Ärzte im Freistaat ohne Rücksicht auf Priorisierungsvorgaben gegen Covid-19 impfen. Die Ärzte können dann selbst entscheiden, wen sie wann und mit welchem Impfstoff versorgen. Entsprechende Pläne will das Sächsische Gesundheitsministerium nach SZ-Informationen am Freitag der Öffentlichkeit vorstellen.

Bis vor Kurzem galt bei der Vergabe der Impftermine eine strenge Reihenfolge nach Bevölkerungsgruppen, die sich am Risiko einer Erkrankung orientiert. Für die Vektorimpfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson wurde diese Priorisierung inzwischen aufgehoben. Nun sollen auch die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna für alle Impfwilligen ab 16 bzw. 18 Jahren verfügbar sein – allerdings nur in den Praxen. In den Impfzentren werden die Termine zunächst weiterhin nur an Personen vergeben, die einer der drei Priorisierungsgruppen angehören.

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Sachsen wäre damit nach Bayern, Baden-Württemberg und Berlin das vierte Bundesland, das die Priorisierung für alle zugelassenen Impfstoffe aufhebt. Nach Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) beteiligen sich derzeit 2.235 von insgesamt 7.002 niedergelassenen bzw. angestellten Ärzten im Freistaat an der Impfkampagne. Die große Mehrzahl – insgesamt 1.906 – ist in Hausarztpraxen tätig. Vergleichsweise viele Hausärzte impfen in den Landkreisen Bautzen, Mittelsachsen und Zwickau, eher wenige im Leipziger Land sowie in den drei Großstädten Dresden, Leipzig und Chemnitz.

Ein Problem ist damit allerdings noch nicht gelöst: Nach wie vor gebe es viel zu wenig Impfstoff, kritisiert der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck. Eine Ausnahme mache der Impfstoff von Astrazeneca. Für den Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer sinkt die angekündigte Liefermenge in den nächsten 14 Tagen deutlich. Laut KVS kann jede Praxis für Erstimpfungen in der kommenden Woche gerade mal zwölf Dosen pro Arzt bestellen. Für die Impfzentren wurden laut DRK Sachsen am Montag und Mittwoch jeweils rund 15.000 neue Termine vergeben. Eine verlässliche Prognose für die nächsten Wochen sei nicht möglich, sagte Sprecher Kai Kranich.

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