merken
PLUS Sachsen

Corona: Impf-Portal mit Überlastungs-Problemen

Das sächsische Buchungsportal für Impftermine ging am Montag online. Doch offenbar gibt es technische Probleme.

Am Montag wurden im Landkreis Meißen im Impfzentrum Riesa die ersten Ampullen verimpft.
Am Montag wurden im Landkreis Meißen im Impfzentrum Riesa die ersten Ampullen verimpft. © Klaus-Dieter Brühl

Dresden. Die bisher in Sachsen nur schleppend angelaufenen Impfungen sollen ab heute deutlich beschleunigt werden. So gehen am heutigen Montag alle 13 Impfzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Betrieb.

Doch offenbar gibt es Probleme. Am Montagvormittag wurde die Online-Adresse des Buchungsportals bekanntgegeben: Über sachsen.impfterminvergabe.de können individuelle Impf-Termine vereinbart werden. Gleichzeitig wurde ein Starttermin genannt: Das Portal soll am Montag ab 14 Uhr freigeschaltet sein.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Update 16.33 Uhr: Die Freude über die Anmeldung war nur von kurzer Dauer. Immer wieder ist die Terminvergabe nicht mehr erreichbar, es kommt die bereits bekannte Meldung über "ausgelastete Server". Einige Minuten später funktioniert es wieder. Die Nachfrage ist offenbar größer, als es die Server verkraften. Portale in anderen Bundesländern hatten zum Start ähnliche Probleme.

Update 16.08 Uhr: Inzwischen ist das Portal online. Folgt man der Webseite bis zur Terminvergabe, gibt es eine Auswahl, ob man der priorisierten Impfgruppe angehört. Um die Serverkapazitäten zu schonen, sollten Sie nur auf die Terminvergabe zugreifen, wenn Sie zu eine der folgenden Gruppen gehören:

  • Personen über 80 Jahre
  • Menschen, die in Pflegeeinrichtungen leben
  • Professionelle Pflegekräfte
  • Privat Pflegende Personen
  • Fachpersonal in medizinischen bereichen, in denen besonders gefärdete Gruppen behandelt werden (zum Beispiel Onkologie)

Bei jeder Auswahl wird darauf hingewiesen, dass zum Impftermin entweder der Personalausweis (für Punkt 1) oder eine Bescheinigung der Pflegeeinrichtung/Arbeitgebers (Punkt 2-5) zum Impftermin mitzubringen sind. Im zweiten Schritt müssen persönliche Daten eingetragen und damit ein Profil erstellt werden. Erst dann kann die Terminvergabe erfolgen.

Update 14.17 Uhr: Kurz nach 14 Uhr tat sich nichts auf dem Portal. Wer versucht, einen Termin zu vereinbare, wurde mit der Begründung der ausgelasteten Server gebeten, Geduld zu haben. Die Meldung zeigt das Portal jedoch bereits den ganzen Morgen - nicht erst seit dem geplanten Start.

"Leider sind unsere Server wegen der hohen Nachfrage ausgelastet"
"Leider sind unsere Server wegen der hohen Nachfrage ausgelastet" © Screenshot: SZ

Laut Webseiten-Details läuft das Sächsische Impfportal offenbar auf Basis der Software "Civento", einem Produkt des kommunalen IT-Dienstleisters ekom21 aus Hessen. Beim Pressetermin hatte der Chef des Sächsischen Rotes Kreuzes, Rüdiger Unger, gesagt, das Portal sei mit SAP und T-Systems entwickelt worden. Gleichzeitig sagte er, es gebe "keine technischen Probleme." In anderen Teilen der Bundesrepublik seien die Systeme kurz nach Start gehackt worden, so Unger, man wolle sichergehen, dass das nicht passiere. Die Tests am, Sonntagabend seien erfolgreich gewesen.

Eine Besonderheit sei, dass bei Terminvereinbarung bereits beide Impftermine festgelegt würden. Und: Die Nutzer sollen frei auswählen können, welches Impfzentrum sie besuchen wollen. Die technische Umsetzung sei "sehr herausfordernd gewesen", so der DRK-Chef.

Impfzentren in Sachsen starten

Am Montagvormittag hatte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) anlässlich des Starts das Impfzentrum des Landkreises Meißen besucht. Zuerst werden in Sachsen Impfzentren aber in den nächsten Tagen nur Beschäftigte von Rettungsdiensten und ambulanten Pflegediensten geimpft.

Doch nicht jeder, der sich impfen lassen will, kommt auch gleich zum Zuge. Weil der Impfstoff weiterhin äußerst knapp ist, können sich in den Zentren zunächst nur besonders gefährdete Menschen impfen lassen – über 80-Jährige sowie Pflegepersonal und Rettungskräfte. Voraussichtlich werden die ersten individuell vereinbarten Impfungen in den Zentren nicht vor dem 18. Januar möglich sein.

Telefon-Hotline soll folgen

Zusätzlich soll am Mittwoch auch eine telefonische Hotline freigeschaltet werden, über die man sich, wenn man zur Gruppe mit höchster Priorität gehört, dann einen persönlichen Impftermin ausmachen kann.

Jedes Impfzentrum soll anfangs jeweils mit mindestens zwei Impfstrecken ausgestattet sein, die größeren in Dresden, Leipzig und Chemnitz können auf bis zu zehn erweitert werden. Laut Ministerin Petra Köpping (SPD) könnten perspektivisch bis zu 13.000 Menschen täglich in den Impfzentren geimpft werden – aber nur, wenn genügend Impfstoff da ist.

Weiterführende Artikel

Dresdner Impfzentrum öffnet für über 80-Jährige

Dresdner Impfzentrum öffnet für über 80-Jährige

Ab Montag können sich Hochbetagte in der Messe impfen lassen, wenn sie vorab einen Termin gebucht haben. Das ist gar nicht so einfach. Die wichtigsten Fakten zum Start.

Impftermine: Buchungshotline modifiziert

Impftermine: Buchungshotline modifiziert

In Sachsen steht das Buchungsportal für die Schutzimpfungen in der Kritik. Das Deutsche Rote Kreuz kündigt Verbesserungen ab 18. Januar an.

Corona: Wann ist die Gesellschaft immun?

Corona: Wann ist die Gesellschaft immun?

Wie viele Menschen müssen geimpft sein, damit die Ausbreitung des Coronavirus zum Erliegen kommt? Die Antwort ist kompliziert.

Neues Impfzentrum: Dresdens größtes Wartezimmer

Neues Impfzentrum: Dresdens größtes Wartezimmer

Babette Steffen arbeitet bei der Freiwilligen Feuerwehr. Sie gehört zu den ersten Menschen in der Stadt, die sich in der Messe gegen Corona impfen lassen.

Bisher wurden in Sachsen rund 15.600 Impfdosen gespritzt (Stand Donnerstagabend) – sie gingen vor allem an Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie an Krankenhaus-Personal. Laut Köpping sollen täglich 2.800 Menschen in Sachsen geimpft werden – in Krankenhäusern, Pflegeheimen und in den Impfzentren. (SZ/abi/mxh/dpa)

Informationen des Freistaates Sachsen zur Coronaschutzimpfung

Mehr zum Thema Sachsen