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Politik

Lehrerverband will Ferien nicht streichen

Sachsens Regierung denkt darüber nach, die Winterferien zu verschieben. Dieser Vorschlag stößt auf Kritik.

Damit die Schüler nach dem Lockdown schneller wieder in die Schulen zurückkehren können, sollen die Winterferien diesen Jahr möglicherweise gestrichen werden.
Damit die Schüler nach dem Lockdown schneller wieder in die Schulen zurückkehren können, sollen die Winterferien diesen Jahr möglicherweise gestrichen werden. © Sebastian Gollnow/dpa (Symbolbild)

Dresden. Sachsen denkt über eine Streichung der Winterferien im Februar nach. Der Plan soll am Dienstag im Kabinett diskutiert werden. Zuvor hatte die „Freie Presse“ berichtet. Demnach sollen als Ausgleich die Osterferien um eine Woche verlängert werden und bereits in der Karwoche ab dem 29. März beginnen, hieß es in dem Bericht. Die Schüler sollen damit nach dem Lockdown möglichst schnell wieder unterrichtet werden.

Der Lockdown mit geschlossenen Kitas und Schulen geht bis zum 10. Januar, vor Bund-Länder-Beratungen am Dienstag zeichnet sich jedoch eine Verlängerung ab. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte sich im Vorfeld für eine Verlängerung der Maßnahmen bis Ende Januar ausgesprochen.

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Die Linke im Landtag kritisierte unterdessen eine mögliche Streichung der Winterferien. „Es ist ein Irrglaube, dass die Wochen der häuslichen Lernzeit für Schüler und Eltern nicht anstrengend gewesen wären“, erklärte die Abgeordnete Luise Neuhaus-Wartenberg. Sie rief den Kultusminister stattdessen dazu auf, dem Thüringer Vorbild zu folgen und die Winterferien um eine Woche nach vorn zu ziehen. Dann könnten die Schulen ab Mitte Februar schrittweise wieder öffnen. Eigentlich haben Sachsens Schüler vom 8. bis einschließlich 19. Februar Winterferien.

Landeselternrat wirft Kultusministerium Versäumnisse vor

Auch Sächsische Lehrerverband hat die Pläne der Landesregierung für eine Streichung der Winterferien abgelehnt. "Schüler und Lehrkräfte brauchen eine Ruhephase vor dem Start ins zweite Schulhalbjahr", sagte der Verbandsvorsitzende Jens Weichelt am Dienstag. Die Erstellung und Betreuung der häuslichen Lernaufgaben bedeuteten einen enormen Zeitaufwand für die Lehrer. Auch die angedachte Verlängerung der Osterferien um vier Tage sei kein akzeptabler Ersatz, hieß es. Viele Eltern könnten zudem ihren geplanten Urlaub nicht einfach verschieben.

Der Landeselternrat bezweifelte unterdessen, dass sich durch eine Verschiebung der Winterferien versäumter Lernstoff nachholen lässt. Viele Schulen seien zudem personell und technisch nicht auf Wechselunterricht vorbereitet, hieß es. Das Gremium warf dem Kultusministerium Versäumnisse vor: Zehn Monate nach dem ersten Lockdown sei es nicht gelungen, die Schulen flächendeckend an hybride Unterrichtsformen heranzuführen, sagte ein Sprecher.

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Dafür wäre neben einer technischen Ausstattung der Klassenräume mit Kamerasystemen vor allem eine schnelle Internetverbindung notwendig. Zudem müssten die Lerninhalte inhaltlich wie auch didaktisch an die neue Lernform angepasst werden. (dpa)

Hier finden Sie den Bericht der Freien Presse

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