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Sachsen: Mehrheit rechnet mit vierter Corona-Welle

Mehr als jeder zweite Sachse schätzt die Gefahr von steigenden Infektionszahlen hoch ein. Dass die Maskenpflicht gelockert wird, finden die meisten aber richtig.

Ab 1. Juli wird die Maskenpflicht im Freien in Sachsen aufgehoben. Die meisten Sachsen finden das richtig, sorgen sich jedoch vor einer weiteren Corona-Welle.
Ab 1. Juli wird die Maskenpflicht im Freien in Sachsen aufgehoben. Die meisten Sachsen finden das richtig, sorgen sich jedoch vor einer weiteren Corona-Welle. © Archiv/Oliver Berg/dpa (Symbolbild)

Ist die Corona-Pandemie jetzt überstanden? Die Infektionszahlen in Sachsen sind derzeit so niedrig wie zuletzt im September 2020. Jeder dritte Bundesbürger ist bereits vollständig per Impfung gegen das Virus geschützt. Doch mit der zunehmenden Ausbreitung der Delta-Variante droht spätestens im Herbst eine erneute Zunahme der Infektionszahlen, wie führende Virologen einschätzen. Gefährdet sind demnach vor allem die Ungeimpften. In Sachsen sorgen sich Politiker deshalb um massenhaft nicht verimpfte Dosen des Astrazeneca-Wirkstoffs und um nicht wahrgenommene Zweitimpfungen.

Wohl wegen dieser Einschätzungen und Entwicklungen rechnet auch die Mehrheit der Sachsen damit, dass es zu einer weiteren Corona-Infektions-Welle kommt. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die sächsische.de gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey gestartet und nun ausgewertet hat. Demnach sagen rund 58 Prozent der Sachsen, dass sie das Risiko einer neuerlichen Corona-Welle als "hoch" oder als "eher hoch" einschätzen. Rund 26 Prozent hingegen sehen wenig oder kein Risiko. 16 Prozent sind bei der Frage unentschieden.

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Trotz der Sorge um ein erneutes Ansteigen der Infektionszahlen, befürwortet jedoch eine Mehrheit der Sachsen die von der Landesregierung in dieser Woche beschlossene Lockerung der Maskenpflicht, wonach ab 1. Juli im Freien kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden muss. Das ist das Ergebnis einer weiteren Umfrage von sächsische.de und Civey. Rund 59 Prozent der Sachsen halten Lockerungen bei der Maskenpflicht für "eindeutig richtig" oder "eher richtig". Rund 30 Prozent halten diesen Lockerungsschritt hingegen für falsch. Rund elf Prozent sind bei der Frage unentschieden.

Komplett abgeschafft ist die Maskenpflicht aber damit nicht. Beim Einkaufen, in Bussen und Bahnen, bei sogenannten körpernahen Dienstleistungen und in Pflegeheimen muss ein Mund-Nasen-Schutz auch weiterhin getragen werden. Wie eine dritte Umfrage von sächsische.de und Civey zeigt, wird auch diese Regelung von einer Mehrheit der Sachsen mitgetragen. 51 Prozent der Sachsen sagen, dass sie es richtig finden, wenn die Maskenpflicht in Innenräumen noch längere Zeit bestehen bleibt. Rund 39 Prozent halten dies hingegen für falsch. Rund zehn Prozent sind bei der Frage unentschieden.

In diesem Artikel wurden drei Umfragen ausgewertet, die Sächsische.de in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsunternehmen Civey durchgeführt hat. An den Umfragen haben Tausende Menschen teilgenommen, aus den abgegeben Stimmen wurden repräsentative Stichproben gezogen. Die Stichproben entsprechen jeweils der Grundgesamtheit der sächsischen Wahlbevölkerung. Die Stichprobe für die erstgenannte Umfrage besteht aus 324 Menschen, die Stichprobe für die zweite Umfrage umfasst 349 Personen, die Stichprobengröße für die dritte Umfrage ist 327. Wie Umfragen mit Civey funktionieren, wird in diesem Artikel (mit Video) erklärt.

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