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Sachsen

Sachsen mit zweitniedrigster Corona-Inzidenz

Im Vergleich zum Bundesschnitt bewegt sich das Infektionsgeschehen in Sachsen noch auf niedrigem Niveau. Im Norden häufen sich dagegen die neuen Fälle.

Die Corona-Ansteckungen sind bundesweit sprunghaft gestiegen: Die deutschen Gesundheitsämter erfassten am Dienstag laut RKI 4.996 positive Tests. 14 weitere Menschen starben.
Die Corona-Ansteckungen sind bundesweit sprunghaft gestiegen: Die deutschen Gesundheitsämter erfassten am Dienstag laut RKI 4.996 positive Tests. 14 weitere Menschen starben. © Hendrik Schmidt/dpa (Symbolbild)

Das Corona-Infektionsgeschehen in Sachsen bewegt sich weiter auf niedrigem Niveau. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch leicht auf 8,0 an, nach 7,8 am Vortag. Nur in Thüringen (6,5) ist die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner niedriger. In Sachsen wurden 82 neue Corona-Fälle gezählt, aber kein weiterer Todesfall.

Am höchsten ist die Zahl mit 17,8 weiter im Landkreis Leipzig, allerdings mit rückläufiger Tendenz (Vortag: 20,5). Die Stadt Leipzig liegt weiter über der kritischen Marke von 10 (12,5), dort gelten Maskenpflicht beim Einkaufen und Kontaktbeschränkungen. In der Landeshauptstadt Dresden liegt der Wert bei 11,9. Chemnitz sowie neun Regionen sind weiter einstellig, wobei der Landkreis Zwickau mit 3,2 die niedrigste Inzidenz hat.

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Damit wurden seit Pandemie-Beginn im März 2020 landesweit 287.147 Corona-Fälle gezählt. 10.140 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Infektion.

Bundesweit fast 5.000 Neuinfektionen

Bundesweit steigt die Sieben-Tage-Inzidenz dagegen deutlich schneller an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Mittwochmorgen lag sie bei 25,1 - am Vortag hatte der Wert 23,5 betragen, vor einer Woche lag er bei 18,5. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4.996 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 3.571 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 14 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 25 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.799.425 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.671.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.817.

Flensburg und Kiel mit höchsten Corona-Inzidenzen

Drei Städte aus Schleswig-Holstein verzeichnen aktuell die höchsten Corona-Inzidenzen unter den deutschen Kreisen und kreisfreien Städten. Flensburg führte nach den Zahlen vom Dienstagabend mit 90,9 die Negativliste an, vor Kiel mit 85,9 und Neumünster mit 79,8. Zudem stand das Land mit 46,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf Platz zwei nach Hamburg.

"Vor einem Jahr wäre das höchste Alarmstufe gewesen", sagte der Infektionsmediziner Helmut Fickenscher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Mittlerweile gebe es aber eine beachtliche Impfquote, die Zahl der schweren Erkrankungen sei gering und es gebe kaum weitere Todesfälle.

Als Gründe für die stark gestiegenen Zahlen nannte Fickenscher die Rückkehr vieler Menschen aus dem Urlaub und den mit zahlreichen Tests verbundenen frühen Beginn des neuen Schuljahres. "Das kann aber nicht alles erklären", sagte Fickenscher, der am Universitätsklinikum in Kiel das Institut für Infektionsmedizin leitet. "Das Virus verbreitet sich an einigen Orten eifrig in der Bevölkerung."

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