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Sachsen verstärkt Impfkampagne gegen Corona

Angesichts einer drastischen Zunahme von Corona-Neuinfektionen will Sachsen das Tempo beim Impfen schnell erhöhen.

Von Karin Schlottmann
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Zahlreiche Menschen stehen bei einer Impfaktion des DRK in Pirna an.
Zahlreiche Menschen stehen bei einer Impfaktion des DRK in Pirna an. © Robert Michael/dpa

Dresden. Landesregierung und Ärzteschaft wollen auf das gestiegene Interesse an den Corona-Schutzimpfungen reagieren und mit zusätzlichen Angeboten die Zahl der täglichen Impfungen deutlich erhöhen.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sagte am Montag, statt wie bisher bis zu 4.500 Impfungen pro Tag sollen ab sofort 6.000 und ab Dezember bis zu 10.000 Impfungen täglich stattfinden. Bis Ende März sollen landesweit 54.000 Impfdosen angeboten werden. Die mobilen Teams des DRK werden ihr Personal verdoppeln. Das Kabinett will am Dienstag die dafür erforderlichen zusätzlichen 110 Millionen Euro bereitstellen. Die Hälfte der Kosten trägt der Bund.

Anders als im Frühjahr sei ausreichend Impfstoff vorhanden. Sachsen erhalte zusätzlich 170.000 Dosen, kündigte Köpping an. Neben den mobilen Impfteams, von denen einige feste Standorte erhalten, wollen sich auch die niedergelassenen Ärzte stärker engagieren. Klaus Heckemann, Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung, appellierte an die Ärzte, auch am Mittwoch, dem arbeitsfreien Buß- und Bettag, Impfungen in den Praxen anzubieten. Der Bund plant, den Ärzten mit Wochenendzuschlägen und einer höheren Vergütung einen zusätzlichen Anreiz geben.

Köpping erhofft sich weitere Unterstützung durch die Notfallsanitäter der Bundeswehr, die kommunalen Krankenhäuser sowie durch die Gesundheitsämter. Die Ärzte mussten im Sommer mangels Nachfrage sogar bestellten Impfstoff vernichten. Heckemann schätzt die Zahl auf etwa 50.000 Impfdosen.