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Sachsen wählt bei Corona die härtere Gangart

Die Landesregierung vollzieht einen Kurswechsel - von Eigenverantwortung zu strengeren Corona-Regeln. Höchste Zeit, findet Annette Binninger.

Kretschmers neue Corona-Politik - ein klarer, gut verpackter Kurswechsel, kommentiert SZ-Redakteurin Annette Binninger.
Kretschmers neue Corona-Politik - ein klarer, gut verpackter Kurswechsel, kommentiert SZ-Redakteurin Annette Binninger. © dpa-Zentralbild

Dresden. Es ist ein nach Außen gut verpackter, aber doch ein klarer Kurswechsel in Sachsen. Auch der Freistaat ist jetzt bereit, wieder härtere Kontaktbeschränkungen einzuführen, um die rasante Ausbreitung des Virus abzubremsen. Weil alles andere offensichtlich nicht mehr ausreicht. 

Ein „Einfach-so-weiterlaufen-Lassen“ werde es mit ihm nicht geben, hat Regierungschef Michael Kretschmer angekündigt und ist bereit, sich am Mittwoch bei den Gesprächen der Länderchefs mit der Bundeskanzlerin auch für bundeseinheitliche Regelungen einzusetzen.

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Ruf nach Eigenverantwortung verhallt

Lange setzte die Landesregierung bei der Krisenbekämpfung auf möglichst wenige harte Einschnitte, auf regionale und lokale Lösungen, vermied schärfere Kontaktbeschränkungen und andere Einschnitte, wie sie aus dem Frühjahr noch in Erinnerung sind. Doch inzwischen ist der Freistaat auf einer Deutschlandkarte dunkelrot gefärbt – und in Ostdeutschland das am stärksten betroffene Bundesland. 

Da reicht der stete Ruf nach Eigenverantwortung, der eher einladend als mahnend die Menschen zum Mitmachen bewegen will, offensichtlich nicht mehr. Bei zu vielen verhallt er, zum Schaden aller. Aus Ignoranz, Naivität, Böswilligkeit oder Nichtwissen – eine gefährliche Mischung, man kann es sich aussuchen.

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Mail an Annette Binninger

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